Romain Febvre vom Kawasaki Racing Team MXGP meldete sich bei der Titelverteidigung in der FIM MXGP-Motocross-Weltmeisterschaft mit seinem dritten Podiumsplatz in Folge beim britischen WM-Lauf im Foxhills Moto Parc eindrucksvoll im Titelkampf zurück.

Der Franzose reihte sich im ersten Wertungslauf auf der langen Anfahrt zu Kurve zwei sogleich auf dem vierten Platz ein. Die führenden vier Piloten legten ein derart hohes Tempo vor, dass sie den Rest des Feldes bis zur Rennhälfte um mehr als zwanzig Sekunden abgehängt hatten. Die Geschwindigkeit war jedoch so hoch, dass niemand ein Überholmanöver ansetzen konnte – bis vier Runden vor Schluss der Drittplatzierte schließlich dem Druck von Febvre nachgab. Der Kawasaki-Pilot schloss daraufhin zum Zweitplatzierten auf, jedoch ging ihm die Zeit für einen Angriff aus, sodass er sich im Ziel mit Rang drei begnügen musste.

Der zweite Wertungslauf verlief noch dramatischer: Febvre kam erneut als Vierter aus dem Startgatter, schob sich aber noch in der ersten halben Runde auf Platz drei vor. Es entwickelte sich eine fulminante Verfolgung auf absoluten Spitzenniveau, bei der das führende Trio ein identisches Tempo an den Tag legte. Nach zwanzig Minuten begann Febvre den Druck zu erhöhen und wurde belohnt, als der Fahrer vor ihm in einen Fehler gezwungen wurde. Febvre fuhr weiterhin schnellere Rundenzeiten als seine Rivalen, lag in der Schlussphase direkt im Hinterrad des Führenden und ging mit weniger als einer Sekunde Rückstand in die letzte Runde. Ein Vorbeikommen gab es jedoch nicht mehr, womit er den zweiten Platz im Wertungslauf und in der Tageswertung belegte. Da der Führende der Gesamtwertung ein schwieriges GP-Wochenende erlebte und der Franzose 51 Punkte sammelte, konnte er den Rückstand auf die rote Startnummerntafel vor den verbleibenden sieben WM-Läufen nahezu halbieren.

Romain Febvre: „Ich fühle mich im Moment sehr gut und wir steigern uns von Wochenende zu Wochenende. Die Strecke war an beiden Tagen etwas unterschiedlich: Gestern war der Boden tiefer, aber heute war er hart gewalzt, was gut für das Rennen war. Die Starts klappen jetzt, sodass ich von Beginn an mit den Jungs an der Spitze mitfahren kann. Es gab heute einige Optionen für verschiedene Linien, aber Überholen war trotzdem schwierig, weil wir ein ähnliches Tempo hatten. Ich habe zwar an einem Rennsonntag noch keinen Lauf gewonnen, aber ich versuche, konstant zu bleiben. Ich fühle mich körperlich stark, komme dem Sieg jede Woche näher und freue mich auf die nächsten Rennen, da ich sowohl Loket als auch Lommel wirklich sehr mag.“

Für seinen KRT-Teamkollegen Pauls Jonass war es hingegen ein bitterer Tag mit einem frustrierenden ersten Lauf und einem noch unglücklicheren zweiten Rennen. Der Lettländer arbeitete sich in den ersten Kurven des ersten Laufs in die Top 6 vor, hatte dann aber immenses Pech: Ein vor ihm fahrender Pilot löste in der zweiten Runde einen Tuff-Blox-Begrenzungsklotz aus, der direkt in seiner Spurrille landete. Der resultierende Sturz warf ihn auf Rang 22 zurück. Drei Runden vor Schluss hatte er sich dank seiner Aufholjagd wieder in Sichtweite der Top 10 vorgekämpft, ehe er in einer Spurrille das Hinterrad des späteren Zehntplatzierten touchierte und erneut zu Boden ging. Platz 17 im Ziel war ein magerer Lohn für diesen Speed und Aufwand.

Eine überragende Auftaktrunde im zweiten Lauf brachte ihn schnell von außerhalb der Top 10 auf Rang sieben nach vorne, und er schickte sich an, weiter Positionen gutzumachen, bis ein schwerer Sturz am Ende einer langen, steilen Abfahrt den Einsatz der Streckensanitäter erforderlich machte. Er behauptet weiterhin den zehnten Platz in der WM-Wertung.

Antti Pyrhönen (KRT Teammanager): „Es war ein schwerer Sturz von Pauls. Es ist nie schön, so etwas zu sehen, aber es ist glücklicherweise besser als zunächst befürchtet. Jetzt stehen in den kommenden Tagen weitere Untersuchungen an und dann muss er sich ausruhen. Wir werden von Tag zu Tag entscheiden, bevor wir irgendwelche Beschlüsse für die nächsten Rennen fassen. Positiv zu bewerten ist, dass Romain das gesamte Wochenende über extrem stark und solide war – sowohl fahrerisch als auch bei den Starts –, was für die Meisterschaft wirklich gut war.“

Wildcard-Starter Taylor Hammal vom Dixon Racing Team Kawasaki fuhr einen herausragenden ersten MXGP-Wertungslauf. Als 13. aus dem Gatter gekommen, blieb er inmitten der GP-Stammfahrer ruhig und fehlerfrei; seine Rundenzeiten schwankten von Anfang bis Ende kaum. Zeitweise hielt er sogar den zehnten Platz, ehe schlussendlich ein erfahrenerer Rivalen auf der letzten Runde an ihm vorbeizog. Platz 11 war dennoch eine beeindruckende Leistung. Unglücklicherweise schied er im zweiten Lauf bereits in der ersten Runde nach einer Kollision mit anderen Fahrern aus.

Der erste Wertungslauf der FIM MX2-Motocross-Weltmeisterschaft endete mit einer Enttäuschung für Kay Karssemakers von DRT Kawasaki. Nach einem Start im Mittelfeld lag er an der ersten Zwischenzeit auf Platz 18, schob sich aber bereits nach einer Runde auf Rang 11 nach vorne und war schon Neunter, ehe das Motorrad ausrollte und ihn um ein weiteres Top-10-Ergebnis brachte.

Entschlossen, im zweiten Lauf zurückzuschlagen, erwischte der Niederländer einen Start knapp innerhalb der Top 10 und hielt nach einer aggressiven ersten halben Runde sogar für drei Runden den siebten Platz. Er behauptete eine Viertelstunde lang Rang acht, ehe ihn ein Zwischenfall vier Positionen kostete. Vier Runden später kämpfte er sich jedoch wieder auf Platz 10 zurück und verteidigte diesen, bis er auf der vorletzten Runde noch auf Rang 11 zurückgedrängt wurde. In der WM-Gesamtwertung belegt er nun den elften Platz.

Text/Bild: Kawasaki Racing Team