Der blaue Himmel erstrahlte heute im Motorsportpark Gelderland Midden nahe Arnhem in Oranje, als der MXGP der Niederlande die letzte europäische Runde der FIM Motocross-Weltmeisterschaften 2026 beherbergte. Und Runde 16 hielt, was sie versprach: ein atemberaubendes Spektakel des Sandrennens über alle vier Grand-Prix-Rennen hinweg! Die Fans an der Strecke in Arnhem sorgten für eine mitreißende Atmosphäre voller Rennleidenschaft, die ihre Favoriten zu noch größeren Höchstleistungen anspornte. Es lässt sich leicht sagen in den Stunden nach dem Ende der Rennen, aber der heutige GP war ein absoluter Klassiker!
Ohne jede Spur von den Regenschauern, die die Strecke im Vorfeld des Events aufgeweicht hatten, genossen die mehr als 30.000 anwesenden Fans einen wunderschönen Tag, der nicht zu heiß war, aber trocken genug, um die Strecke von ihrer schnellsten Seite zu zeigen, während sie immer noch tief genug war, um eine enorme Herausforderung für die besten Sandspezialisten der Welt darzustellen.
Das erwartete Ergebnis in der MXGP lieferte Jeffrey Herlings ab, der sein viertes perfektes 1-1-1-Wochenende in Folge für Honda HRC Petronas komplettierte. Allerdings wurde er von seinem Landsmann Kay de Wolf bis an seine Leistungsgrenze gefordert, der „The Bullet“ im ersten Rennen über weite Strecken anführte und im zweiten Rennen zu einer ernsthaften Attacke ansetzte, bevor ein Sturz ihn auf die Plätze 2-2 und den zweiten Gesamtrang für Nestaan Husqvarna Factory Racing einbremste. Jeffreys Teamkollege Tom Vialle stieg zum dritten Mal in den letzten 4 GPs auf das Podium und steht als Folge kurz davor, in die Top Sechs der Meisterschaft vorzurücken.
Auch in der MX2-Klasse gab es zwei glühend intensive Rennen: Camden McLellan sicherte sich seinen dritten Grand-Prix-Sieg des Jahres für das Triumph Racing Factory Team, um dem zweiten Platz in der Meisterschaft näher zu kommen, während Liam Everts mit einem souveränen Sieg im zweiten Lauf für Nestaan Husqvarna Factory Racing auf den zweiten Gesamtrang fuhr. Der Tabellenführende Guillem Farres festigte seine Position mit dem dritten Gesamtrang, womit an einem Tag harter Konkurrenz für jeden auf der Strecke zwei Maschinen des Triumph Racing Factory Teams auf dem Podium standen!
Der Tag wird den niederländischen Motocross-Fans vor Ort wie auch zu Hause an den Bildschirmen noch lange in Erinnerung bleiben, während selbst neutrale Zuschauer von den Sand-Fähigkeiten der Spitzenfahrer begeistert sein mussten! Es war wahrlich ein atemberaubendes Event auf einem erbarmungslosen Schlachtfeld.
MXGP
Selbstverständlich sicherte sich Jeffrey Herlings die Bestzeit im Warm-Up – mit ganzen 2,3 Sekunden Vorsprung auf den Nächstplatzierten! Romain Febvre, der Nummer-1-Träger des Kawasaki Racing Team MXGP, wurde Zweiter, Kay de Wolf Dritter vor Tim Gajser auf der Monster Energy Yamaha Factory MXGP und Glenn Coldenhoff auf der privaten GCR Yamaha, der sein allerletztes MXGP-Rennen als Wildcard-Fahrer auf heimischem Boden absolvierte. Nach seinem Sturz im Zeittraining am Samstag gab es für den Heißsporn des Red Bull KTM Factory Racing Teams, Lucas Coenen, heute keine Rückkehr auf die Strecke.
Tom Vialle, der bereits die Wertung des Fox Holeshot Award 2026 anführte, baute seinen Vorsprung mit seinem neunten Holeshot des Jahres weiter aus. Währenddessen berührten sich die beiden Niederländer auf den beiden inneren Startplätzen auf der Startgeraden mit den Ellbogen. De Wolf setzte sich zumindest für die nächste Gerade gegen Herlings durch, doch „The Bullet“ zog auf der Außenbahn an Vialle vorbei, als sie in die erste volle Runde gingen, und verschätzte sich dann in den Links-Rechts-Kurven nach dem Zielsprung komplett!
Der Honda-Pilot konnte einen gewaltigen Schreckmoment, der ihn beinahe zu Boden gebracht hätte, irgendwie abfangen, musste seinen Teamkollegen dadurch aber wieder in Führung gehen lassen – und entscheidend war, dass auch De Wolf an ihm vorbeizog und sich Platz zwei sicherte, als sie in die erste Runde einbogen! Gajser und die dritte Honda HRC Petronas von Ruben Fernandez nahmen die Verfolgung auf, während Febvre in der ersten Kurve in Kollision mit Isak Gifting (JK Racing Yamaha) zu Boden ging. Auch das Duo des Red Bull Ducati Factory MXGP Teams, Andrea Bonacorsi und Calvin Vlaanderen, lag außen in Kurve eins im Schlamm.
Coldenhoff konnte Fernandez in der ersten vollen Runde überholen und schob sich auf Platz fünf hinter Gajser vor. Einzige Speerspitze von Red Bull KTM Factory Racing, Andrea Adamo, lag auf Rang sieben, gefolgt von einem weiteren niederländischen Helden, Roan van de Moosdijk (Kosak KTM Racing), auf Acht. Ben Watson (Dirt Store Triumph) und Kevin Horgmo (Team Honda Motoblouz SR Motul) komplettierten die anfänglichen Top Ten.
Vialle hielt sich eine Runde lang an der Spitze, bevor er sich dem fliegenden De Wolf auf der Geraden am äußersten Rand der Strecke beugen musste, was die voll besetzte Tribüne in Ekstase versetzte! Herlings zog auf der folgenden Geraden an ihm vorbei, und das erhoffte Duell der niederländischen Sandspezialisten war entbrannt!
Hinter Vialle und Gajser hatte sich Fernandez Platz fünf von Coldenhoff zurückgeholt, erlitt dann jedoch einen Sturz, der ihn mit einem Motorschaden aus dem Rennen riss! Adamo erbte den sechsten Rang vor Van de Moosdijk und Watson, während sich der Franzose Maxime Renaux (Monster Energy Yamaha Factory MXGP) und der Lette Pauls Jonass (Kawasaki Racing Team MXGP) an Horgmo vorbei in die Top Ten schoben.
Herlings unternahm mehrere Versuche, De Wolf aus der Ruhe zu bringen, doch der Jüngere hielt der enormen Drucksituation an der Spitze stand. Gajser konnte in Runde 12 mit einem Außen-Innen-Manöver an Vialle vorbeiziehen und sich Rang drei sichern, den beide bis zum Ziel hielten – vor dem Samstags-Geburtstagskind Adamo, der in Runde 10 an einem verständlicherweise ermüdenden Coldenhoff vorbeizog und Fünfter wurde. Auch Watson konnte an dem niederländischen Veteranen vorbeiziehen und mit Rang sechs im Ziel sein karrierebestes MXGP-Ergebnis einstellen! Coldenhoff und Van de Moosdijk waren auf den Plätzen sieben und acht die letzten Fahrer in der Führungsrunde.
Das lag am immensen Tempo an der Spitze, denn schließlich zermürbte Herlings De Wolf und übernahm in Runde 14 durch die schnelle Wellensektion in der Mitte der Strecke die Führung! Sie konnten sogar den sich nach seinem Sturz in der ersten Kurve aufholenden Febvre überrunden. Der amtierende Champion wurde hinter einem kämpferischen Horgmo noch Zehnter, während Renaux durch Sturz ausschied und beschloss, den zweiten Lauf auszulassen, um sich für die kommenden Übersee-Rennen zu schonen.
Das sah nach erledigter Arbeit aus – Rennsieg Nummer 230 schien eingefahren. Doch das Rennen hielt fast noch eine Wendung bereit! Bei der einzigen Abfahrt der Strecke, kurz vor der Einmündung auf die Startgerade, kam Herlings vier Kurven vor Schluss plötzlich zum Stehen! Ein Stein hatte sich im Hinterradbremshebel verklemmt und das Hinterrad blockiert – es brauchte einen kräftigen Fußtritt von Jeffrey, um das Problem zu lösen! Nachdem er sich gerade einen Vorsprung von neun Sekunden herausgefahren hatte, brauchte er fast jeden Meter davon, da der spätere Vorsprung im Ziel nur noch 3,7 Sekunden betrug! Eine unglaubliche Wendung der Ereignisse, die ein ohnehin hochdramatisches Rennen perfekt machte. Was würde der zweite Lauf bringen?
Die Antwort lautete: Noch mehr vom Gleichen! Dieses Mal erwischte Herlings jedoch beim Start den besseren Sprung gegenüber dem neben ihm stehenden De Wolf und sicherte sich seinen sechsten Fox Holeshot Award des Jahres vor Coldenhoff und Vialle, während De Wolf eine gute Linie wählte und sich vor Gajser auf Platz vier schob. Anschließend nutzte er eine ähnliche Linie wie im ersten Rennen, um erneut an Vialle vorbeizuziehen – sein immenses Tempo reichte sogar aus, um auch an Coldenhoff vorbeizugehen! Die ersten beiden Plätze waren wieder besetzt, wobei der jüngere Niederländer dieses Mal in der Rolle des Jägers war.
„The Hoff“ wurde sowohl von Vialle als auch von Gajser auf den fünften Platz durchgereicht, während Fernandez, Adamo, Febvre, Bonacorsi und Watson die Top Ten der ersten Runde komplettierten. Der Briten-Pilot zog eine Runde später am Italiener vorbei, während De Wolfs erste Attacke von Herlings’ erbarmungslosem Tempo gekontert wurde. Die Aufholjagd schien in der ersten Hälfte des Rennens aussichtslos.
Van de Moosdijk schob sich auf Kosten von Bonacorsi in die Top Ten. Als Watson mit einem zu überrundenden Fahrer kollidierte und das Rennen wegen eines Bakeschadens aufgeben musste, krönte der niederländische Privatfahrer seinen besten Tag in der Königsklasse mit Rang neun im Rennen vor Jonass. Das brachte den beiden die Gesamtränge acht und neun ein. Mit verbissener Konstanz fuhr Jago Geerts ein Top-Ten-Ergebnis ein; mit den Rängen 14 und 12 holte er Punkte für das MRT Racing Team Beta.
Febvre arbeitete sich in Runde acht an Adamo vorbei auf Platz sieben vor, bevor Fernandez zwei Runden später durch einen Sturz zwei Positionen einbüßte. Gajser brauchte bis Runde 12, um außen an Vialle vorbeizuziehen, und sah gut aus für einen Podestplatz. Doch ein Sturz vier Runden vor Schluss beschädigte seine Maschine, sodass er sich nur noch auf Platz acht ins Ziel schleppte – in den letzten Kurven vom Führenden überrundet.
Das brachte Febvre zum Schluss auf Rang fünf, was für Platz sieben in der Tageswertung reichte, während Adamo und Fernandez so eng beieinander blieben, wie sie es in der Meisterschaftstabelle sind, und als Sechster und Siebter ins Ziel kamen. Adamo wurde am Tag nach seinem 23. Geburtstag Gesamtsechster, doch der erstaunliche Coldenhoff – ganze 12 Jahre älter als der Italiener – holte mit den Plätzen 7 und 4 den fünften Gesamtrang: ein würdiger Abschluss einer glanzvollen MXGP-Karriere!
De Wolf hob sich seine Kräfte für eine späte Attacke auf Herlings auf und schrumpfte den Rückstand drei Runden vor Schluss auf unter eineinhalb Sekunden ein! Das Publikum tobte, doch De Wolf geriet vor einer Rechtskurve leicht von der Ideallinie und traf eine große Bremswelle, die das Motorrad querstehen ließ und ihn abwarf! Er hatte Glück, unverletzt aufzustehen, und konnte den zweiten Platz dank eines Vorsprungs von 50 Sekunden auf den drittplatzierten Vialle verteidigen. Der Sturz ermöglichte es Herlings, zu einem erstaunlichen 14. Einzelsieg in Folge, seinem 122. GP-Sieg der Karriere und seinem 17. aus 19 Veranstaltungen in seinem Heimatland zu cruisen. Die beiden niederländischen Stars umarmten sich am Ende voller Respekt füreinander.
All das führt dazu, dass Herlings in der Meisterschaft nun 143 Punkte vor Febvre liegt. Damit steht der Niederländer in der Türkei vor einer überschaubaren Aufgabe, nach der nur noch 120 Punkte zu vergeben sein werden. Der Titel könnte sogar schon nach dem ersten Sonntagsrennen in Afyonkarahisar unter Dach und Fach gebracht werden.
Die niederländischen Fans traten die Heimreise glücklich darüber an, dass ihre Männer die MXGP an diesem Wochenende beherrscht haben und ihr größter Rennfahrer aller Zeiten auf dem besten Weg ist, noch mehr Motocross-Geschichte zu schreiben. Was für ein Abschied vom europäischen Festland!
Jeffrey Herlings: „Es war ein wirklich guter GP. Es war schön, wieder mit Kay [de Wolf] zu kämpfen. Wir kennen uns schon sehr lange, und wenn man gegeneinander fährt, muss man hart fahren, aber sich gleichzeitig respektieren. Wir sind uns also ein paar Mal nahe gekommen, aber nie etwas Verrücktes. Er wollte gewinnen, ich wollte gewinnen, und ich weiß, dass Kay im Sand sehr gut ist, also hat es super Spaß gemacht. Zu Hause zu fahren ist etwas Besonderes, aber nicht einfach: Ich hatte all meine Fans, Freunde, Familie, fast alle meine Sponsoren, sogar meine Ärzte und Chirurgen hier, also war es schwierig, bei all dem Trubel rund um das Rennen fokussiert zu bleiben. Das Team hat einen großartigen Job gemacht. Wir haben mit dem Bike einen riesigen Schritt nach vorne gemacht und dieses Wochenende war wirklich perfekt. Wir liegen jetzt mehr als 140 Punkte vorne, die Meisterschaft rückt also näher und ich freue mich auf die Türkei.“
Kay de Wolf: „Es war definitiv positiv. Vor zwei Wochen konnte ich Jeffrey [Herlings] nicht einmal Paroli bieten, und seitdem haben wir an meinen Starts, meiner Fitness und mehreren anderen Dingen gearbeitet. Ich bin also wirklich froh, dass ich mit ihm kämpfen konnte. Ihn im Sand zu schlagen ist nicht einfach. Ich habe alles versucht und noch ein bisschen mehr, aber wir müssen auf ein anderes Mal warten, um Jeffrey zu schlagen. Im zweiten Rennen hatte ich hinter ihm zu kämpfen, ich habe ziemlich viel Energie verbraucht, bin die Sprünge nicht sauber gelandet und bin nicht so in die Kurven gegangen, wie ich wollte, weil ich so hart gepusht habe. Am Ende konnte ich mich nicht mehr halten, das Bike brach nach rechts aus, mein Vorderrad griff ein Haufen Dreck und ich ging zu Boden. Aber ich habe alles gegeben, was ich hatte, also kann ich heute Abend nicht ins Bett gehen und mich fragen, was gewesen wäre. Vor acht Jahren habe ich Jeffrey noch zugeschaut und jetzt fahre ich gegen ihn – das macht mich für die Zukunft nur noch stäker.“
Tom Vialle: „Für mich ist es ziemlich erstaunlich, hier zu sein. Es ist eine schwierige Strecke und zu Beginn des Wochenendes war es für mich ziemlich heikel, aber ich habe mich von Session zu Session verbessert. Heute Vierter und Dritter zu werden, ist ein guter Schritt. Nach meiner Rückkehr aus den USA war der Sand mein großes Ziel für dieses Jahr. Ich hatte diese Bedingungen drei Jahre lang vermisst, und als ich letzten November nach Sardinien fuhr, konnte ich kaum einem 250er-Fahrer folgen, ich hatte also wirklich zu kämpfen. Aber ich habe nie aufgegeben, das ganze Jahr hart trainiert, sehr viel davon im Sand, und es ist immer besser geworden. Um ein Podium im Sand zu kämpfen ist immer schön, und hier hinter zwei so starken Fahrern wie Jeffrey [Herlings] und Kay [de Wolf] zu stehen, fühlt sich für mich ehrlich gesagt wie ein Sieg an.“
MXGP – Race 1 – Top 10 Classification: 1. Jeffrey Herlings (NED, Honda), 34:36.581; 2. Kay de Wolf (NED, Husqvarna), +0:03.773; 3. Tim Gajser (SLO, Yamaha), +0:44.802; 4. Tom Vialle (FRA, Honda), +1:00.724; 5. Andrea Adamo (ITA, KTM), +1:28.247; 6. Ben Watson (GBR, Triumph), +1:29.725; 7. Glenn Coldenhoff (NED, Yamaha), +1:31.734; 8. Roan van de Moosdijk (NED, KTM), +2:00.674; 9. Kevin Horgmo (NOR, Honda), +1 lap; 10. Romain Febvre (FRA, Kawasaki), +1 lap. Fastest lap: Kay de Wolf – 1:45.522 (lap 11)
MXGP – Race 2 – Top 10 Classification: 1. Jeffrey Herlings (NED, Honda); 2. Kay de Wolf (NED, Husqvarna); 3. Tom Vialle (FRA, Honda); 4. Glenn Coldenhoff (NED, Yamaha); 5. Romain Febvre (FRA, Kawasaki); 6. Andrea Adamo (ITA, KTM); 7. Ruben Fernandez (ESP, Honda); 8. Tim Gajser (SLO, Yamaha); 9. Roan van de Moosdijk (NED, KTM); 10. Pauls Jonass (LAT, Kawasaki). [Times, gaps and fastest lap to be added from the Race 2 classification]
MXGP Overall – Top 10 Classification: 1. Jeffrey Herlings (NED, HON), 50 points; 2. Kay de Wolf (NED, HUS), 44 p.; 3. Tom Vialle (FRA, HON), 38 p.; 4. Tim Gajser (SLO, YAM), 33 p.; 5. Glenn Coldenhoff (NED, YAM), 32 p.; 6. Andrea Adamo (ITA, KTM), 31 p.; 7. Romain Febvre (FRA, KAW), 27 p.; 8. Roan van de Moosdijk (NED, KTM), 25 p.; 9. Pauls Jonass (LAT, KAW), 21 p.; 10. Jago Geerts (BEL, BET), 16 p.
MXGP World Championship – Top 10 Classification: 1. Jeffrey Herlings (NED, HON), 795 points; 2. Romain Febvre (FRA, KAW), 652 p.; 3. Tim Gajser (SLO, YAM), 611 p.; 4. Lucas Coenen (BEL, KTM), 566 p.; 5. Andrea Adamo (ITA, KTM), 522 p.; 6. Ruben Fernandez (ESP, HON), 502 p.; 7. Tom Vialle (FRA, HON), 496 p.; 8. Maxime Renaux (FRA, YAM), 449 p.; 9. Kay de Wolf (NED, HUS), 428 p.; 10. Pauls Jonass (LAT, KAW), 333 p.
MXGP Manufacturers – Top 10 Classification: 1. Honda, 883 points; 2. KTM, 771 p.; 3. Yamaha, 706 p.; 4. Kawasaki, 681 p.; 5. Husqvarna, 461 p.; 6. Ducati, 312 p.; 7. Fantic, 295 p.; 8. Beta, 176 p.; 9. Triumph, 155 p.; 10. GASGAS, 4 p.
MX2
Genau wie in den Trainingssessions am Vortag stand Janis Reisulis von Monster Energy Yamaha Factory MX2 im morgendlichen Warm-Up an der Spitze der Zeitenliste. Hinter ihm rangierten Guillem Farres, Liam Everts, Janis‘ Bruder und Teamkollege Karlis Reisulis sowie Camden McLellan. Sacha Coenen sparte seine Kräfte für die Hauptrennen auf, fuhr lediglich drei Runden und belegte Platz acht für Red Bull KTM Factory Racing.
Der kleine Belgier schoss in Führung und sicherte sich seinen 14. Fox Holeshot Award der Saison, womit er seinen Spitzenplatz in dieser Wertung für eine weitere Saison festigte! Für einmal erwischte McLellan den besseren Start der beiden Triumph-Fahrer und lag auf Rang zwei vor Osička-KTM-Pilot Julius Mikula, Farres und der Honda HRC Petronas von Valerio Lata!
McLellan und Coenen fuhren in den ersten Kurven nebeneinander, doch die KTM entschied das Duell zunächst für sich, als Farres im oberen Streckenteil eingriff und an seinem Teamkollegen vorbeizog! Obwohl sich der Südafrikaner die Position wenige Kurven später zurückholte, eröffnete das Manöver Coenen die Chance, an der Spitze davonzuziehen.
Dahinter hielt Mikula in den Top Five wacker dagegen gegen Lata, während Janis Reisulis, der amtierende Champion Simon Längenfelder auf der zweiten Red Bull KTM Factory Racing und Liam Everts den Anschluss zu finden versuchten. Karlis Reisulis und Scott Smulders auf der SixtySeven Racing Husqvarna komplettierten die anfänglichen Top Ten.
Lata zeigte sich erfreut, viel besser im Rennen zu sein als noch am Samstag an gleicher Stelle. Er überholte Mikula in der zweiten Runde und hielt den vierten Platz über die Hälfte des Rennens! Es war schließlich der Sieger des Qualifikationsrennens, Everts, der ihn einholte und in Runde 11 ein sauberes Überholmanöver ansetzte; in dieser Reihenfolge überquerten sie auch die Ziellinie. Janis Reisulis gewann ein wechselhaftes Duell mit Längenfelder um Platz sechs, während Karlis hinter ihm als letzter Fahrer in der Führungsrunde ins Ziel kam! Mikula fiel im Laufe des Rennens zurück und belegte schließlich Rang 12 hinter Ollie Colmer auf der Chambers Racing KTM. Der Briten-Pilot erzielte damit sein bislang bestes GP-Ergebnis, ebenso wie Smulders mit Rang neun! Noel Zanocz steuerte seine Venrooy Racing KTM als Zehnter über die Ziellinie.
An der Spitze blieb Farres Dritter, obwohl ihn einige kostspielige Fehler daran hinderten, McLellan noch einmal ernsthaft zu attackieren. Stattdessen hatte der Südafrikaner freie Bahn, um Coenen an der Spitze zu fordern. In einer fast exakten Wiederholung seines Sturzes aus dem Qualifikationsrennen warf der Belgier sein Bike in der Kurve nach der Boxengasse erneut weg und ebnete McLellan den Weg zu einem leichten Sieg! Dem KTM-Fahrer blieb nur der Trost, seinen Rückstand auf Farres in der Meisterschaft um immerhin zwei weitere Punkte verkürzt zu haben.
Im zweiten Lauf sicherte sich die andere Red Bull KTM den Fox Holeshot Award: Längenfelder überquerte die Ziellinie zum sechsten Mal in diesem Jahr als Erster. Seine Führung währte jedoch nicht lange, da Everts die dritte Kurve wunderbar ausnutzte, um am Deutschen vorbeizuziehen, bevor er die Ziellinie zur ersten vollen Runde überquerte! Der schwedische Triumph-Privatfahrer Nike Korsbeck lag zunächst auf Platz vier, fiel dann jedoch rapide zurück, als die Werksfahrer mit gewohnter Intensität an ihm vorbeizogen! Am Ende der ersten Runde hatten sich sowohl Farres als auch Coenen an Längenfelder vorbeigekämpft, während McLellan seine gewohnte Aufgabe anpackte, sich durch das Feld nach vorne zu arbeiten. Er lag hinter Janis Reisulis auf Rang sechs, während Lata, Karlis Reisulis, Kay Karssemakers auf der DRT Racing Kawasaki und Colmer die ersten Top Ten komplettierten.
Everts zog an der Spitze auf und davon, während sowohl McLellan als auch Janis Reisulis an Längenfelder vorbeigingen. Dieser wurde zudem Beute von Karlis Reisulis sowie Lata und lag in Runde sieben nur noch auf Platz acht! Eine Runde zuvor schob sich Coenen über den Zielsprung neben Farres und hätte beide in der folgenden Kurve fast zu Fall gebracht! Zwei Kurven später saß das Überholmanöver jedoch, und weitere zwei Runden später musste sich der Spanier auch McLellan beugen.
Am Rande der Top Ten entbrannte ein rein niederländisches Duell zwischen Karssemakers und Smulders, das der Kawasaki-Fahrer für sich entschied und sich damit Rang neun sicherte, nachdem er im ersten Lauf durch einen Sturzschaden ausgeschieden war. Smulders’ zehnter Platz bescherte ihm einen Karrierebestwert von Gesamtrang neun vor Zanocz. Lata belegte im zweiten Lauf Rang acht, was auch seiner Gesamtplatzierung entsprach, während Janis Reisulis seine Trainingspace in den Rennen noch immer nicht ganz halten kann und als Siebter diesen Platz auch in der Tageswertung einnahm.
Längenfelder hatte den Italiener und den jüngeren Letten überholt und sich im Rennen wie auch in der Gesamtwertung Platz sechs gesichert, wobei er in beiden Wertungen dem älteren Reisulis den Vortritt lassen musste. Unterdessen setzte McLellan in Runde 14 zu einem sehenswerten Switchback-Manöver gegen Coenen an, übernahm Platz zwei und machte sich daran, die Fünf-Sekunden-Lücke zu Everts zu schließen. Coenen war nicht in der Lage, dem Kampfgeist von Farres standzuhalten, der den strauchelnden Belgier sofort attackierte und sich Rang drei sicherte. Dies stieß Sacha vom Podium und baute Farres’ Vorsprung in der Meisterschaftstabelle ihm gegenüber wieder auf 25 Punkte aus.
McLellan schaffte es knapp nicht mehr, Everts einzuholen. Dieser zog das Tempo noch einmal an und sicherte sich seinen erst zweiten Laufsieg der Saison sowie den zweiten Gesamtrang beim zweiten GP in Folge! McLellan freute sich über seinen dritten Grand-Prix-Sieg und den achten Erfolg für Triumph in dieser Saison. Damit fehlen dem Südafrikaner nur noch 12 Punkte auf einen Doppelsieg für den britischen Hersteller in der Weltmeisterschaft – eine beachtliche Leistung im erst dritten Jahr des Projekts!
Der MXGP der Niederlande bildete die Kulisse für die letzten drei Runden der Serie und war ein würdiger Abschied vom europäischen Festland bis zum Monster Energy Motocross of Nations Anfang Oktober. Nach einem freien Wochenende geht die Reise nach Osten in die Türkei, wo das Schicksal der Motocross-Weltmeisterschaftstitel in den verbleibenden drei Übersee-Rennen entschieden wird! Lassen Sie sich das nicht entgehen!
Camden McLellan: „1-1 war das Ziel, ganz hat es also nicht geklappt, aber es war trotzdem ein erfolgreiches Wochenende und ich hatte jede Menge Spaß. Die Strecke war schwer zu befahren und schwer zu überholen, aber es hat trotzdem Freude gemacht. Der erste Start war richtig, richtig gut, ich war sehr überrascht und wusste gar nicht, wo all die anderen waren. Der zweite Start war nicht ganz so gut, aber ich war innen und kam daher nicht zu weit hinten heraus. Im zweiten Lauf habe ich ordentlich Dreck abbekommen und musste dann tief graben, um Liam [Everts] einzuholen und hinter ihm zu fahren. Es war ein gutes Wochenende mit vielen positiven Aspekten, es gibt immer noch viel zu arbeiten und vielleicht haben wir ein paar Punkte auf der Strecke liegen lassen. Das Bike ist genial, ich fühle mich richtig gut und körperlich extrem stark. Die Meisterschaft ist rechnerisch noch möglich, aber derzeit etwas außer Reichweite; der zweite Platz ist es nicht, und genau den peile ich an.“
Liam Everts: „Wie ich gestern schon gesagt habe: Camden [McLellan] war im Sand schon immer genial und das hat er bewiesen. Ich wusste also, dass er der Mann sein würde, den es zu schlagen gilt. Ich bin glücklich über den Laufsieg, es ist offensichtlich schon wirklich lange her. Den Start im ersten Lauf habe ich etwas verpatzt, musste hinterherfahren und wurde am Ende Vierter. Insgesamt bin ich also wirklich glücklich mit meinem Wochenende und zufrieden damit, wie die Dinge stehen. Es ist ein gewisser Schneeballeffekt: Sobald man anfängt sich gut zu fühlen, sich selbst verbessert und das Bike ein Stück besser macht, greift langsam ein Rad ins andere. Sport im Allgemeinen ist hart, jeder Sport auf Spitzenniveau ist extrem tough – man hat mit vielen Höhen und Tiefen zu tun und versucht einfach jedes Mal, das Beste daraus zu machen. Ich denke, wir haben in den letzten Wochen einen guten Schritt nach vorne gemacht, und das möchte ich weiter mitnehmen.“
Guillem Farres: „Dass es um die Meisterschaft ging, hat für mich eigentlich keinen Unterschied gemacht, ich war ziemlich ruhig. Ich habe einfach versucht, an den Jungs dranzubleiben, hatte eine gute Pace und bin ganz zufrieden. Nach dem Sturz von letzter Woche war es ein solides Wochenende. Es war eine wirklich harte Woche: Ich glaube, ich bin nur einen Tag Rad gefahren und war an den anderen Tagen in Therapie. Ich bin also ohne Motorradpraxis ins Wochenende gegangen und mein Körper tat ziemlich weh. Ich bin einfach froh über drei solide Zweikämpfe und einige positive Veränderungen. Ich gehe an jedes Rennen gleich heran, genau so, wie ich diese ganze Saison angegangen bin: Rennen für Rennen. Natürlich will ich jedes Mal gewinnen, wenn ich auf die Strecke gehe, und das ist mir in den letzten zwei oder drei Runden nicht gelungen. Aber ich bin sehr zufrieden mit dem Team und es ist auch toll zu sehen, wie Camden [McLellan] abliefert. Wenn ich jemand anderem den Sieg gönne, dann ihm.“
MX2 – Race 1 – Top 10 Classification: 1. Camden Mc Lellan (RSA, Triumph), 35:22.958; 2. Sacha Coenen (BEL, KTM), +0:07.494; 3. Guillem Farres (ESP, Triumph), +0:22.014; 4. Liam Everts (BEL, Husqvarna), +0:27.548; 5. Valerio Lata (ITA, Honda), +0:39.367; 6. Janis Martins Reisulis (LAT, Yamaha), +0:43.692; 7. Simon Laengenfelder (GER, KTM), +0:58.525; 8. Karlis Alberts Reisulis (LAT, Yamaha), +1:03.984; 9. Scott Smulders (NED, Husqvarna), +1 lap; 10. Noel Zanocz (HUN, KTM), +1 lap. Fastest lap: Sacha Coenen – 1:47.792 (lap 3)
MX2 – Race 2 – Top 10 Classification: 1. Liam Everts (BEL, Husqvarna); 2. Camden Mc Lellan (RSA, Triumph); 3. Guillem Farres (ESP, Triumph); 4. Sacha Coenen (BEL, KTM); 5. Karlis Alberts Reisulis (LAT, Yamaha); 6. Simon Laengenfelder (GER, KTM); 7. Janis Martins Reisulis (LAT, Yamaha); 8. Valerio Lata (ITA, Honda); 9. Kay Karssemakers (NED, Kawasaki); 10. Scott Smulders (NED, Husqvarna). [Times, gaps and fastest lap to be added from the Race 2 classification]
MX2 Overall – Top 10 Classification: 1. Camden Mc Lellan (RSA, TRI), 47 points; 2. Liam Everts (BEL, HUS), 43 p.; 3. Guillem Farres (ESP, TRI), 40 p.; 4. Sacha Coenen (BEL, KTM), 40 p.; 5. Karlis Alberts Reisulis (LAT, YAM), 29 p.; 6. Simon Laengenfelder (GER, KTM), 29 p.; 7. Janis Martins Reisulis (LAT, YAM), 29 p.; 8. Valerio Lata (ITA, HON), 29 p.; 9. Scott Smulders (NED, HUS), 23 p.; 10. Noel Zanocz (HUN, KTM), 21 p.
MX2 World Championship – Top 10 Classification: 1. Guillem Farres (ESP, TRI), 749 points; 2. Sacha Coenen (BEL, KTM), 724 p.; 3. Camden Mc Lellan (RSA, TRI), 712 p.; 4. Simon Laengenfelder (GER, KTM), 674 p.; 5. Liam Everts (BEL, HUS), 648 p.; 6. Janis Martins Reisulis (LAT, YAM), 587 p.; 7. Karlis Alberts Reisulis (LAT, YAM), 473 p.; 8. Valerio Lata (ITA, HON), 414 p.; 9. Mathis Valin (FRA, KAW), 352 p.; 10. Julius Mikula (CZE, KTM), 352 p.
MX2 Manufacturers – Top 10 Classification: 1. Triumph, 863 points; 2. KTM, 845 p.; 3. Husqvarna, 661 p.; 4. Yamaha, 629 p.; 5. Kawasaki, 484 p.; 6. Honda, 472 p.; 7. Ducati, 153 p.; 8. TM Moto, 87 p.; 9. GASGAS, 65 p.; 10. Fantic, 8 p.
Text/Bild: Infront moto