Das Ténéré Yamaha Rally Team – in Partnerschaft mit Riders for Health (powered by Two Wheels for Life) – feierte einen überragenden 1-2-3-Erfolg in der Motorrad-Kategorie auf der 1. Etappe der Addax Rally 2026 in Marokko: Kevin Gallas sicherte sich den Etappensieg vor Gautier Paulin und Alessandro Botturi.
Im 25 Kilometer langen Prolog am Sonntag in Merzouga agierten Botturi und Gallas taktisch klug: Sie belegten die Ränge sieben und neun im Feld der Motorräder und sicherten sich damit hervorragende Ausgangspositionen für die Auftaktetappe am Montag. Paulin hingegen erlitt einen unglücklichen technischen Defekt, der ihn am Beenden des Prologs hinderte. Dank des unermüdlichen Einsatzes der Mannschaft war der Franzose am Montag jedoch wieder am Start und fuhr mit einer starken Leistung auf Rang zwei – und machte damit das reine Yamaha-Podium auf Etappe 1 perfekt.
Die 1. Etappe verlangte den Piloten auf den sandigen Pisten, im steinigen Terrain und den ausgetrockneten Flussbetten Südmarokkos alles in puncto Speed, Navigation und Ausdauer ab. Starke Regenfälle der letzten Tage hatten Teile der Wüste extrem zerfurcht hinterlassen, während ein anspruchsvolles Roadbook mehrere Teilnehmer vor Probleme stellte. Insgesamt umfasst die fünftägige Rallye rund 1.600 Rennkilometer durch unterschiedlichstes Terrain, einschließlich der spektakulären Dünen von Erg Chebbi.
Als Neunter im Motorradfeld gestartet, fand Gallas auf seiner Ténéré 700 Rally schnell einen starken Rhythmus. Bis zum ersten Tankstopp bei Kilometer 115 hatte sich der Deutsche bereits deutlich an die Spitzengruppe herangekämpft, bevor eine knifflige Navigationspassage um Kilometer 155 die Vorentscheidung brachte: Während mehrere Fahrer Schwierigkeiten hatten, die richtige Route zu finden, entdeckte Gallas einen Abzweig, den die Konkurrenz übersehen hatte, und übernahm die Führung.
Von da an zeigte der amtierende Addax-Rally-Champion eine Lehrstunde in Sachen Navigation und Tempo. Mit einer Zeit von 4 Stunden, 34 Minuten und 58 Sekunden (inklusive einer Zwei-Minuten-Strafe) holte er sich den Etappensieg sowie die Gesamtführung.
Paulin zeigte nach den Problemen im Prolog eine beeindruckende Aufholjagd und belegte mit nur 6 Minuten und 54 Sekunden Rückstand auf Gallas den zweiten Platz. Trotz zweier Navigationsfehler überzeugte der ehemalige MXGP-Star mit starker Pace und sammelte wertvolle Rallye-Raid-Erfahrung.
Botturi komplettierte den Dreifacherfolg von Yamaha auf Rang drei. Der zweifache Sieger des Africa Eco Race (AER) hielt trotz kleinerer Instrumenten- und Navigationsprobleme einen konstant hohen Rhythmus und liegt nach Etappe 1 auf dem zweiten Platz der Gesamtwertung.
In der Gesamtwertung führt Gallas die Motorrad-Kategorie mit einer Gesamtzeit von 4 Stunden, 57 Minuten und 17 Sekunden an. Er liegt 13 Minuten und 2 Sekunden vor dem zweitplatzierten Botturi (5:10:19 Stunden). Paulin rangiert aufgrund seiner Zeitstrafe aus dem Prolog mit einer kumulierten Zeit von 7:56:52 Stunden auf dem 23. Gesamtrang. Die Performance des Teams lieferte zudem eine vielversprechende Bestätigung für die Fortschritte, die beim dreitägigen Test in Erfoud erzielt werden konnten.
Die 2. Etappe am Dienstag ist mit rund 370 Kilometern das längste Teilstück der Rallye. Alle drei Yamaha-Piloten werden das Motorradfeld an der Spitze eröffnen. Es wartet ein weiterer fordernder Tag voller Wüstennavigation, an dem das Team seinen starken Start ausbauen und weitere wertvolle Daten im Hinblick auf das AER 2027 sammeln möchte.
Ergebnisse & Wertungen
- Prolog: Botturi P7, Gallas P9, Paulin DNF (technischer Defekt)
- Etappe 1: P1 Kevin Gallas, P2 Gautier Paulin, P3 Alessandro Botturi
- Gesamtwertung nach Etappe 1:
- P1: Kevin Gallas – 4:57:17 Std.
- P2: Alessandro Botturi – 5:10:19 Std. (+13:02 Min.)
- P23: Gautier Paulin – 7:56:52 Std.
Team-Stimmen
Kevin Gallas – P1 Gesamt (4:57:17):
„Es war eine großartige erste Etappe. Ich bin als Neunter gestartet und der Plan war, mein eigenes Tempo zu fahren und den Vorteil der hinteren Startposition zu nutzen, um die Spitzengruppe einzuholen. Um Kilometer 155 herum hatten alle Probleme, die richtige Route zu finden. Ich habe einen Abzweig gesehen, den die anderen verpasst hatten, und lag plötzlich an der Spitze, um die Etappe zu eröffnen. Von da an war meine Navigation wirklich gut und ich habe mich auf dem Motorrad unglaublich wohlgefühlt. Es hat einfach alles gepasst. Dass wir mit einem Yamaha-Dreifachsieg finishen, ist fantastisch für das Team und zeigt, dass sich die harte Arbeit bei den Tests auszahlt. Ich bin super glücklich mit dem Verlauf und freue mich auf den Rest der Rallye.“
Alessandro Botturi – P2 Gesamt (5:10:19):
„Ich denke, wir haben heute das Maximum herausgeholt. Die Plätze eins, zwei und drei sind ein fantastisches Ergebnis für das Team. Ich habe einen Navigationsfehler gemacht und hatte ein paar Probleme mit den Instrumenten, aber insgesamt bin ich zufrieden. Ich hatte einen guten Rhythmus, das Gefühl auf der Ténéré war positiv und das Team hat wie immer einen genialen Job gemacht. Wir müssen genauso weitermachen.“
Gautier Paulin – P23 Gesamt (7:56:52):
„Heute war ein toller Tag, besonders nach den Vorkommnissen im Prolog gestern. Das Team hat einen unglaublichen Job gemacht. Genau dafür sind wir hier: um uns und die Motorräder optimal auf das AER vorzubereiten. Das Roadbook war wirklich knifflig und ich habe ein paar Navigationsfehler gemacht, konnte aber wieder auf den richtigen Weg zurückfinden. Durch den starken Regen ist die Wüste sehr zerfurcht, man muss also vorsichtig sein. Ich genieße es extrem, wieder in der Wüste zu sein und die Ténéré 700 Rally zu fahren. Morgen steht die längste Etappe an – eine weitere tolle Gelegenheit zu lernen.“
Marc Bourgeois (Teammanager Ténéré Yamaha Rally Team):
„Das war ein sehr guter Tag für das Team. Die Navigation war schwierig, aber Kevin hat eine exzellente Leistung gezeigt, die richtige Route gefunden und sich den Sieg verdient. Morgen wartet die längste Etappe der Rallye, was ein weiterer wichtiger Test wird. Unsere drei Fahrer werden die Strecke eröffnen, was eine gute Chance ist, noch enger zusammenzuarbeiten. Wir sind in einer starken Position, aber das ist Rallye Raid – hier kann alles passieren. Wir müssen den Fokus auf unserem Hauptziel halten: so viele Kilometer wie möglich zu absolvieren, Erfahrung zu sammeln und wertvolle Daten für die Vorbereitung auf das AER zu sichern.“
Text/Bild: Yamaha Racing