Adrenalin-Feuerwerk in der Westfalenhalle: Greg Aranda bleibt König, Soubeyras schreibt Geschichte

Drei Tage Ekstase, packende Rad-an-Rad-Duelle und ein historischer Wachwechsel an der Spitze der ewigen Bestenliste: Das 41. ADAC Supercross Dortmund verwandelte die Westfalenhalle erneut in einen Hexenkessel. Während Greg Aranda in einem dramatischen Herzschlagfinale seinen Titel als ‚König von Dortmund‘ verteidigte, krönte sich Cedric Soubeyras zum erfolgreichsten Piloten der Event-Historie. Von den jüngsten Talenten beim MAOAM Kids Race bis zum atemberaubenden Freestyle-Spektakel – 25.000 Fans feierten am Wochenende ein Cross -Festival der Superlative, das einmal mehr bewies, warum Dortmund das Kult-Event des Supercross bleibt.

Greg Aranda verteidigt den Thron in Dortmund
In einem absoluten Wahnsinnsfinale sicherte sich der Franzose Greg Aranda (Sturm Racing Team) zum zweiten Mal in Folge den Titel ‚König von Dortmund‘. Mit insgesamt 69 Punkten setzte er sich in einem hauchdünnen Finish gegen seinen Teamkollegen Maxime Desprey (67 Punkte) durch. „Das war ein knallharter Fight gegen Maxime“, resümierte Aranda nach seinem Triumph. „Ihr wisst, wie sehr ich es liebe, in Dortmund an den Start zu gehen. Hier ganz oben zu stehen, ist jedes Mal ein Privileg – auch wenn diese drei Tage einem physisch alles abverlangen. Ich bin stolz, diesen Titel für das Sturm-Team geholt zu haben“.

Den Tagessieg am Sonntag holte sich der Australier Luke Clout (Kawasaki Motul Pfeil). Nachdem er am Samstag noch mit dem verpassten SX-Cup-Titel haderte, dominierte er den Finaltag mit zwei Siegen in den drei Heats. „Ich habe ehrlich gesagt drei Tage gebraucht, um den Code für die Rhythmus-Sektion zu knacken und dort Triple-Triple zu springen“, gab Clout offen zu. „Diese Strecke war eine der speziellsten Erfahrungen meiner Karriere. Ich habe bewiesen, dass ich auch in Europa ganz vorne mitmischen kann. Beim Team Pfeil habe ich mich wie in einer Familie gefühlt – ich komme jederzeit gerne wieder!“

Soubeyras ist der neue ‚König der Könige‘
Ein historischer Moment ereignete sich abseits des Podiums: Cedric Soubeyras übernahm mit Gesamtrang vier die alleinige Führung in der ewigen Bestenliste von Dortmund. Damit löste er seinen Landsmann Florent Richier ab und ist nun statistisch der erfolgreichste Fahrer in der Geschichte des ADAC Supercross in Dortmund. Nachdem er diesen Meilenstein im Vorjahr noch um einen winzigen Punkt verpasst hatte, steht er nun allein an der Spitze.

„Es bedeutet mir unglaublich viel, nach über 15 Jahren im Hexenkessel nun der ‚König der Könige‘ zu sein“, erklärte Soubeyras sichtlich bewegt. „Hinter diesem Titel stecken unzählige Rennen, große Siege, aber auch schmerzhafte Crashes. Ich habe hier eine ganze Lebensgeschichte in den Lehmboden geschrieben. Danke, Dortmund! Wir sehen uns nächstes Jahr garantiert wieder.“

Dominanz in der SX2: Calvin Fonvieille krönt sich zum ‚Prinz von Dortmund‘
In der Klasse SX2 gab es am Wochenende kein Vorbeikommen an der Startnummer 1: Calvin Fonvieille (KTM Sarholz Racing Team) dominierte das Geschehen nach Belieben und sicherte sich mit der Maximalpunktzahl von 75 Zählern souverän den Titel ‚Prinz von Dortmund‘. Nachdem er Jules Pietre bereits am Freitag und Samstag den Titel im ADAC SX Cup abgerungen hatte, löste er ihn nun auch als Prinz in der Westfalenhalle ab. Seit 2019 stand Fonvieille in Dortmund jedes Mal auf dem Podium – 2026 gelang ihm nun der Sprung ganz nach oben. Zusätzlich sicherte er sich das Preisgeld von 500 Euro für den Bell Holeshot Award.

„Ich hatte hier in Dortmund gute und schlechte Jahre, aber 2026 war außergewöhnlich. Dieses Wochenende war fast surreal, alle Rennen waren perfekt“, resümierte ein sichtlich bewegter Fonvieille nach seinem Erfolg. „Ich habe mich auf dem Bike sehr wohl gefühlt. Danke an das Publikum, ihr habt das mit möglich gemacht! Hoffentlich sehen wir uns nächstes Jahr in der großen Klasse wieder.“

Platz zwei in der Gesamtwertung sicherte sich der Franzose Mickael Lamarque (51 Punkte) vor dem US-Amerikaner Jace Kessler (51 Punkte), der bei seinem ersten Gastspiel in Deutschland direkt den Sprung auf das Podest schaffte.

Für ein lokales Highlight sorgte Paul Bloy (Dörr Motorsport – TRIUMPH Racing). Er beendete das Wochenende als bester Deutscher auf Gesamtrang sechs und setzte im letzten der drei Heats am Sonntag mit einem starken dritten Platz ein Ausrufezeichen. „Mir gefällt das Triple-Crown-Format sehr, zehn Runden voll pushen“, so Bloy begeistert. „Die Fans beim Fahren zu hören, da bekomme ich Gänsehaut. Hier zu stehen, ist für mich eine große Ehre.“ An den Nachwuchs richtete er einen flammenden Appell: „Kids, bleibt am Ball! So ein Erlebnis hat man nicht oft.“

Eddi Haustein regiert beim MAOAM Kids Race
Am traditionellen Familientag in der Westfalenhalle stand für den Nachwuchs der Klasse SX4 das MAOAM Kids Race im Mittelpunkt, bei dem der prestigeträchtige Titel ‚Mini Prinz von Dortmund‘ vergeben wurde. Zum unangefochtenen Herrscher des Wochenendes krönte sich Eddi Haustein, der eine makellose Bilanz vorlegte: Er sicherte sich an allen drei Tagen den Sieg und holte mit der Maximalpunktzahl von 75 Zählern souverän den Titel.

Dahinter entbrannte ein spannender Kampf um die weiteren Podestplätze: Bruno Lenarz sicherte sich mit 62 Punkten den zweiten Rang in der Eventwertung. Nachdem er am Freitag noch auf Platz vier landete, steigerte er sich am Samstag und Sonntag jeweils auf einen starken zweiten Platz. Den dritten Rang auf dem Podium belegte Maximilian Tse An Auer mit 60 Punkten. Er glänzte durch extreme Konstanz und fuhr an allen drei Veranstaltungstagen als Dritter über die Ziellinie.

Historischer Triumph und ein neuer ‚Mini Mini Prinz‘ in der SX5
Vor dem Start der jüngsten Piloten sorgte die zehnjährige Nele, Halbfinalistin von ‚The Voice Kids‘, mit einer beeindruckenden Performance vor großem Publikum für die passende Stimmung in der Westfalenhalle. Im anschließenden Rennen der SX5 kam es zu einem historischen Heimsieg: Hannes Bremke genannt Sänger gewann den packenden Showdown am Sonntag gegen den Dominator der ersten beiden Tage. Damit siegte zum ersten Mal ein Dortmunder Lokalmatador in der Westfalenhalle. „Ich hatte am Ende ein bisschen Angst, als Oskar herankam“, gestand Hannes nach dem Rennen. „Ich habe aber alles versucht, um vorne zu bleiben, und es hat funktioniert.“ Trotz des zweiten Platzes am Sonntag krönte sich Oskar Gajewski nach seinen Siegen am Freitag und Samstag zum Gesamtsieger der Drei-Tages-Wertung und ist damit der neue ‚Mini Mini Prinz von Dortmund‘.

Drei Tage, drei Sieger: Pius Bergmann gewinnt die SX-NEXT-Eventwertung
In der Nachwuchsklasse SX NEXT lieferten sich die Talente an drei Tagen packende Duelle – am Ende standen drei verschiedene Sieger. Nach zwei kräftezehrenden Renntagen mobilisierten die Fahrer am Sonntag noch einmal alle Reserven für das große Finale.

Pius Bergmann (Motorrad Waldmann) genügte am letzten Tag ein siebter Platz, um sich mit insgesamt 61 Punkten den Gesamtsieg in der Eventwertung zu sichern. „Das war ein Höllenritt“, resümierte Bergmann, der nach zwei Stürzen und einer starken Aufholjagd bis zum Schluss kämpfte. „Jeder Platz zählt. Nach 2020 hier wieder ganz oben zu stehen, bedeutet mir richtig viel. Die Stimmung war überragend!“ Zusätzlich zum Gesamtsieg erhielt er das SLT Sport Future-Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro.

Den Tagessieg am Sonntag holte sich Leo Paukovic (Zweiradcenter Umbach). Während er in Stuttgart kaum zu schlagen war, gelang ihm in Dortmund erst am dritten Tag der Sprung auf P1. „Ich habe das ganze Wochenende mit mir und dem Bike-Setup gekämpft, bin aber froh, dass ich am Ende alles zusammenbekommen habe“, sagte Paukovic nach seinem Erfolg.

Krönender Abschluss: Freestyle-Spektakel setzt emotionales Highlight
Dass das Freestyle-Programm am Ende jedes Veranstaltungstages die Zuschauer buchstäblich von den Sitzen riss, lag nicht zuletzt an dem hochkarätigen Line-up rund um den US-Boy Wyatt Fontenot. Der ehemalige Rodeo-Reiter aus Louisiana zeigte sich von seinem ersten Gastspiel in Deutschland sichtlich bewegt: „Das ist die lauteste Crowd, die ich je erlebt habe“, so Fontenots Fazit nach seinem Debüt in den Westfalenhallen. Gemeinsam mit den Weltklasse-Fahrern Filip Podmol, Julien Vanstippenund Petr Pilat sorgte er für ein sportliches Ausrufezeichen, das die Fans bis zur letzten Sekunde in Ekstase versetzte.

Dortmund hat geliefert: PS-Party und Nachwuchs-Power
„Wir blicken auf drei Tage voller Adrenalin und sportlicher Höchstleistungen zurück, die einmal mehr bewiesen haben, warum Dortmund das Herzstück des deutschen Supercross ist“, resümiert Jürgen Hieke, Vorstand Sport des ADAC Westfalen e.V. Insgesamt 25.000 Zuschauer sorgten über das Wochenende für eine Atmosphäre, die die Westfalenhalle zum Kochen brachte. „Drei Tage Vollgas-Action, atemberaubendes Freestyle-Spektakel und eine Stimmung, die ihresgleichen sucht – das ist Gänsehaut pur“, so Hieke weiter.

Ein besonderes Anliegen ist ihm die Förderung der Talente: „Ein echtes Highlight war für uns die neue SX Next Klasse. Es war beeindruckend zu sehen, mit welcher Ambition die deutschen Nachwuchspiloten spannenden Sport auf Top-Niveau geboten haben. Das lässt uns positiv in die Zukunft blicken.“ Nach dem Feuerwerk ist vor dem Feuerwerk und der Termin für die Fortsetzung steht bereits fest. Vom 15. bis 17. Januar 2027 wird das 42. ADAC Supercross Dortmund erneut die Massen begeistern. Der Ticket-Vorverkauf startet im März dieses Jahres.

Text/Bild: ADAC Westfalen e.V.