Cup entschieden, Krone offen: Dortmund steuert auf den Finaltag zu

In der ausverkauften Westfalenhalle fielen am Samstagabend beim 41. ADAC Supercross Dortmund die nächsten Vorentscheidungen der Wintersaison. In der SX1 machte Cédric Soubeyras mit einem kontrollierten Finale erstmals den Gesamtsieg im ADAC SX Cup perfekt, während Gregory Aranda nach starker Aufholjagd den Tagessieg holte. Auch in den weiteren Klassen wurden die Karten neu gemischt – mit Titelentscheidungen, dominanten Vorstellungen und Geschichten, die die „Nacht der Fans“ prägten.

Soubeyras krönt sich zum Champion – Aranda stürmt zum Tagessieg
Cédric Soubeyras (Luke’s Racing) hat es geschafft: Mit einem kontrollierten dritten Platz im Samstagsfinale sicherte sich der Franzose zum ersten Mal in seiner Karriere den Gesamtsieg im ADAC SX Cup. In der Meisterschaftswertung reichten ihm die 20 Punkte des Abends, um mit insgesamt 81 Zählern den Titel perfekt zu machen. „Ich habe so viele Titel in Frankreich geholt, jetzt ist mir endlich mein erster Sieg in einer deutschen Serie gelungen“, freute sich ein sichtlich erleichterter Soubeyras. „Das hat mir noch gefehlt, ich habe so lange darauf gewartet. Im Rennen hatte ich keinen Druck. Ich musste Luke im Auge behalten und konnte mein Rennen dann kontrollieren.“

Das Rennen selbst war an Dramatik kaum zu überbieten. Während Maxime Desprey (Sturm Racing Team) den Holeshot gewann und das Feld lange anführte, musste Gregory Aranda (Sturm Racing Team) zunächst eine Aufholjagd starten, nachdem er in der Startphase bis auf Rang fünf zurückgefallen war. In Runde vier profitierte Aranda von Problemen bei Matt Moss, kassierte nur eine Runde später Luke Clout und schob sich auf die Verfolgerposition vor. In der 15. Runde nutzte Aranda schließlich einen Fehler von Desprey aus, übernahm die Spitze und fuhr nach 18 Runden als Sieger über die Ziellinie. Desprey rettete den zweiten Platz mit 3,609 Sekunden Rückstand ins Ziel.

In der prestigeträchtigen Veranstaltungswertung „König von Dortmund“, die erst am Sonntag final entschieden wird, ist die Spannung auf dem Siedepunkt. Nach zwei von drei Tagen liegen die Teamkollegen Gregory Aranda und Maxime Desprey mit jeweils 47 Punkten an der Spitze gleichauf. Beide konnten jeweils einen Tagessieg und einen zweiten Platz verbuchen. Auf Rang drei folgt Jordi Tixier (KMP-Honda-Racing powered by DVAG) mit 38 Punkten, gefolgt von Soubeyras mit 36 Zählern. Bester Deutscher im Rennen war erneut Maximilian Spies (Becker Racing), der nach einem soliden siebten Platz im Rennen nun auch in der Dortmund-Wertung mit 28 Punkten den siebten Rang belegt.

SX2-Dominanz: Fonvieille gelingt die Titelverteidigung
Calvin Fonvieille (KTM Sarholz Racing Team) hat in der Westfalenhalle seine Extraklasse unter Beweis gestellt und sich am Samstagabend den Gesamtsieg im ADAC SX Cup gesichert. Der Franzose, der bereits seit acht Jahren in Dortmund an den Start geht, kontrollierte das Finale über 15 Runden souverän von der Spitze aus und feierte damit nach 2025 seinen zweiten Titel in der prestigeträchtigen Winterserie.

„Was für ein emotionales Wochenende“, sagte Fonvieille nach seinem Triumph sichtlich bewegt. „Nachdem ich gestern schon gewinnen konnte, hat es heute erneut geklappt – damit habe ich meinen Titel aus dem Vorjahr verteidigt. Letztes Jahr war der Gesamtsieg noch eine Überraschung für mich, dieses Mal war er mein klares Ziel. Ich bin einfach überglücklich.“

Hinter dem alten und neuen Champion sicherte sich Mickael Lamarque (VisuAlz Production) mit einem Rückstand von 3,948 Sekunden den zweiten Platz. Den verbliebenen Podestrang ergatterte der US-Amerikaner Gage Linville (Kawasaki Motul Pfeil), der damit sein erstes Podium in Dortmund feierte. Weniger Fortune hatte Paul Bloy (Dörr Motorsport – TRIUMPH Racing powered by Krettek), dessen Ambitionen durch einen Sturz gebremst wurden; er beendete das Rennen schließlich mit zwei Runden Rückstand auf dem zwölften Rang. In der finalen Meisterschaftswertung des ADAC SX Cups belegen damit Calvin Fonvieille (93 Punkte), Jules Pietre (72 Punkte) und Mickael Lamarque (53 Punkte) die ersten drei Plätze.

Damit ist die Entscheidung im ADAC SX Cup gefallen, doch in der lokalen Veranstaltungswertung bleibt es spannend: Im Rennen um den Titel „Prinz von Dortmund“ führt Fonvieille nach zwei von drei Tagen mit der Maximalausbeute von 50 Punkten, gefolgt von Lamarque mit 42 Zählern. Die endgültige Krönung erfolgt jedoch erst im großen Finale am Sonntag.

SX Next: Bergmann triumphiert nach Last-Minute-Schreck
Veränderte Ausgangslage in der Klasse SX Next: Der Vortagessieger Oskar Romberg (Meyer Yamaha Racing powered by DirtScrub) konnte verletzungsbedingt nicht an den Start gehen. Davon profitierte vor allem Pius Bergmann (Motorrad Waldmann), der das Rennen von der ersten Runde an souverän anführte. Trotz seiner Dominanz erlebte Bergmann in der letzten Runde einen Schreckmoment, als sein Motorrad kurzzeitig ausging. „Ich habe mich umgeschaut, weil ich nicht wusste, wie viel Vorsprung ich hatte. Es ist dann doch noch gut ausgegangen“, kommentierte er den Vorfall erleichtert und ergänzte: „Riesendank an das Orgateam vom ADAC Westfalen. Diese Veranstaltung ist der Wahnsinn. Und natürlich Danke an mein Team Motorrad Waldmann.“ Am Ende brachte er den Sieg mit 4,652 Sekunden Vorsprung ins Ziel.

Hinter ihm verlief das Rennen turbulent. Emil-Manuel Buccioni (Motorrad Waldmann) sicherte sich zunächst den Holeshot, büßte dann Plätze ein, kämpfte sich jedoch wieder auf den zweiten Rang vor. In der fünften Runde endeten seine Ambitionen auf einen Spitzenplatz nach einem Sturz im Waschbrett, wodurch er schließlich auf Rang neun zurückfiel. Hiervon profitierte Christian Forderer (S-TECH Racing Products), der sich nach einem zehnten Platz am Freitag massiv steigerte und heute als Zweiter über die Ziellinie fuhr. Das Podium komplettierte Luca Harms (Becker Racing). Auf den weiteren Rängen folgten Carl Massury (STC Racing), Leo Paukovic (Zweiradcenter Umbach) und Kimi Schmidt.

Haustein in der SX4 weiter souverän
In der Klasse SX4 untermauerte Eddi Haustein am Samstagabend seine aktuelle Topform und fuhr einen ungefährdeten Sieg ein. Während er das Geschehen an der Spitze kontrollierte und nach sechs Runden mit über sechs Sekunden Vorsprung als Erster die Ziellinie überquerte, ordnete er den Erfolg dennoch demütig ein: „Auch wenn der Vorsprung groß gewesen ist, von einfach kann keine Rede sein. Heute war die Strecke besser als gestern und es lief alles nach Plan.“ Hinter ihm rehabilitierte sich Bruno Lenarz für sein Pech am Vortag und sicherte sich einen soliden zweiten Platz. Den letzten freien Platz auf dem Treppchen ergatterte Maximilian Tse An Auer, der nach nur einem einzigen Trainingstag im Vorfeld der Veranstaltung mit seinem dritten Rang hochzufrieden war.

Ein bitteres Drama spielte sich hingegen am Ende des Feldes ab. Franz Bähr, der am Freitag noch als Drittplatzierter geglänzt hatte, musste einen herben Rückschlag hinnehmen. Geplagt von einer Fußverletzung aus dem morgendlichen Training, streikte beim Start zusätzlich die Technik. „Die Kupplung ist einfach kaputt gegangen“, berichtete er enttäuscht, blickte aber bereits kämpferisch auf das Finale am Sonntag: „Ich hoffe, dass Papa das reparieren kann, dann greife ich wieder an.“

In der Gesamtwertung führt Haustein nun mit der Idealpunktzahl von 50 Zählern das Klassement an, während sich dahinter ein spannender Zweikampf zwischen Lenarz und Auer (beide 40 Punkte) um die weiteren Podestplätze entwickelt.

Gajewski unaufhaltsam – Lokalmatador Bremke erfüllt sich Podest-Traum
Am zweiten Renntag sicherte sich Oskar Gajewski in der Klasse SX5 erneut einen souveränen Start-Ziel-Sieg. Auf der rund 300 Meter langen Strecke kontrollierte der Neunjährige das über sechs Runden gehende Rennen von Beginn an und feierte damit nach seinem Erfolg am Freitag seinen zweiten Sieg. Der Lokalmatador Hannes Bremke genannt Sänger setzte den Führenden jedoch über die gesamte Distanz massiv unter Druck. Er lag von Beginn an auf dem zweiten Rang und überquerte mit einem knappen Rückstand von nur 1,025 Sekunden die Ziellinie. Hugo Coscarelli komplettierte als Dritter die Spitzengruppe.

Hannes Bremke genannt Sänger zeigte sich nach dem Erfolg vor heimischem Publikum sichtlich bewegt: „Das ist schon geil, hier in Dortmund bei meinem Heimspiel aufs Podium zu fahren. Diesen Traum hatte ich seit drei Jahren. Aber in diesem Jahr war ich zuversichtlich.“ In der Gesamtwertung um den Titel ‚Mini Mini Prinz von Dortmund‘ führt Gajewski nach zwei von drei Tagen mit der Maximalpunktzahl von 50 Punkten vor Coscarelli und Bremke genannt Sänger.

Am Finaltag werden in der Westfalenhalle Prinzen und Könige gekrönt. Tickets für den MAOAM-Familientag beim ADAC Supercross Dortmund sind noch erhältlich.

Text/Bild: ADAC Westfalen e.V.