ADAC MX Masters 2026 , ADAC MX Masters VellahnNicolai Skovbjerg ( DŠnemark / Husqvarna / SIXTYSEVEN RACING TEAM HUSQVARNA ) sichert sich vorzeitig den Titel beim ADAC MX Youngster Cup

Zum zweiten Jahr in Folge gewinnt ein Däne den ADAC MX Youngster Cup. Nicolai Skovbjerg hat in diesem Jahr eine weitere Entwicklungsstufe gezündet, deren purer Speed von den Kontrahenten kaum zu schlagen war. Trotz einiger schlechter Starts zu Saisonbeginn, gewann er vorzeitig die Meisterschaft. Auch in der Europameisterschaft konnte er mit dem Vizetitel stark beeindrucken, was ihm für die Saison 2027 einen Vertrag im Ducati Werksteam in der MX2-Weltmeisterschaft bescherte. Im Interview verriet Skovbjerg seine Erfolgsformel und weshalb er sich an seine Motocross-Anfänge gar nicht mehr so genau erinnern kann.

Herzlichen Glückwunsch zum Gewinn des ADAC MX Youngster Cup! Wie fällt die Saisonbilanz aus?
Nicolai Skovbjerg: „Mein persönliches Ziel war es, zumindest um die Meisterschaft mitzukämpfen. Dass ich den Titel schon bei der vorletzten Veranstaltung in Vellahn klarmachen würde, hätte ich so nicht erwartet. Ich wusste, dass ich vorne mitmischen kann, deshalb bin ich einfach total glücklich, dass ich es so früh geschafft habe.“

Schon in den vergangenen Jahren gehörtest du zu den Schnellsten im Feld. In diesem Jahr scheint im Winter aber ein großer Schritt nach vorne gelungen zu sein. Was hat den Unterschied gemacht?
„Ich habe einiges verändert: das Motorrad, das Team und so weiter – das wirkt sich natürlich auch auf die Performance aus. Aber ich denke, am wichtigsten war, dass ich jetzt die Starts in den Griff bekommen habe, zumindest gegen Ende der Saison. Der Speed war schon immer da. Schon vergangenes Jahr war ich in Fürstlich Drehna nach dem Start ungefähr Zwanzigster und habe am Ende trotzdem einen der Läufe gewonnen. Aber es ist viel einfacher, wenn man nach dem Start direkt in den Top Ten liegt. Der Start macht einen großen Teil aus, aber natürlich hat sich auch mein Speed seit letztem Jahr noch etwas weiterentwickelt.“

Gab es das eine fehlende Puzzleteil, das gefunden wurde – oder war es eher eine Mischung aus allem, überall ein bisschen besser?
„Ich glaube, es ist die Mischung und ich bin einfach überall ein bisschen besser geworden. Ich habe das Gefühl, dass ich in diesem Jahr auch körperlich deutlich besser bin. Nicht, weil ich letztes Jahr schlecht war, sondern weil ich einfach auf dem aufgebaut habe, was ich bereits hatte.“

Wie kam es zum Einstieg ins Motocross?
„Mein Vater hatte da sicher Einfluss. Er ist früher selbst ein bisschen gefahren, bis er sich schwerer verletzt hat. Danach wurde er Trainer und ich war ständig mit an der Strecke. Mir wurde gesagt: Sobald ich ohne Stützräder Fahrrad fahren könne, bekäme ich mein erstes Motorrad. Ich kann mich selbst gar nicht mehr daran erinnern, aber meine Eltern haben mir erzählt, dass ich eines Tages ohne Stützräder angefahren kam und gesagt habe: ‚Jetzt kann ich mein Motorrad bekommen.‘ Ich habe bereits mit zwei Jahren und zehn Monaten mit Motocross angefangen, richtig jung.“

Wie verlief die weitere Rennkarriere?
„Eigentlich war nie geplant, Rennen zu fahren. Es hieß einfach: ‚Lass uns mal ein Rennen ausprobieren‘, dann sind wir zum nächsten gefahren – und ich glaube, danach ist es bei den meisten von uns die gleiche Geschichte: Ich bin immer größere Rennen gefahren, viel in der dänischen Meisterschaft und dann auch einige EMX-Rennen auf der 65er. Ab der 85er bin ich auch in den ADAC-Meisterschaften gestartet. Ich fahre hier also schon echt lange.“

Welchen Stellenwert hat das ADAC MX Masters mit den Nachwuchsklassen für einen jungen Fahrer – und wie wichtig ist es aktuell im Rennkalender?
„Es ist eine schöne Rennserie. Ich mag sie sehr, auch weil man ein bisschen Geld zurückbekommt. Hier wird einfach etwas mehr für die Fahrer getan als in anderen Serien. Und die Rennen sind wirklich gut organisiert. Die Fahrer hier sind stark, und insgesamt ist es einfach eine richtig gute Veranstaltung, finde ich. Es ist auch deshalb toll, weil es nicht leicht ist, beim ADAC vorne zu landen. Hier fahren einige der Top-Ten-Fahrer aus der EMX mit, und man muss in absoluter Topform sein, um zu gewinnen.“

Gab es jemanden, der die Entwicklung als Fahrer entscheidend geprägt hat?
„Ich war lange beim Wozniak MX Racing Team, ich glaube fünf Jahre, und mein Trainer Emil Larsson begleitet mich, seitdem ich 17 Jahre alt bin. Dazu kommen viele langjährige Sponsoren, die mich fast schon seit meinen Anfängen unterstützen, und natürlich meine Eltern. Mein Umfeld besteht also größtenteils aus denselben Leuten, auch wenn es hier und da natürlich ein paar kleine Veränderungen gab.“

Welche ADAC MX Masters-Veranstaltung war in diesem Jahr das Saison-Highlight?
„Das ist schwer zu sagen, aber ich glaube, Dreetz. Dort hatte ich schlechte Starts und bin trotzdem in den Läufen Zweiter, Zweiter und Erster geworden. Ich erinnere mich noch jetzt an ein paar Kurven in den letzten Runden, in denen ich überholt habe. Im dritten Lauf bin ich gestürzt, habe mich dann aber wieder nach vorne gearbeitet und unter anderem Fredsoe überholt. Ich dachte danach eigentlich, Smulders wäre zu weit vorne – und dann haben sie mir im Ziel gesagt, dass ich den Lauf und damit auch die Veranstaltungswertung gewonnen habe. Ich konnte es nicht glauben. Aber insgesamt lief es die ganze Saison über gut.“

In der kommenden Saison startest du für das Ducati-Werksteam. Wie lief die Zusammenarbeit mit dem SixtySeven Racing Team in diesem Jahr, nach dem Wechsel dorthin zur Saisonmitte?
„Ich bin wirklich glücklich mit dem SixtySeven-Team und mit allem, was sie in so kurzer Zeit nach meinem Wechsel für mich getan haben. Der Hauptgrund für meinen Wechsel in ein echtes Werksteam ist vor allem finanzieller Natur, denn Marcus und sein Team sind großartig und wissen genau, was sie tun. Ich möchte mich einfach beim ganzen Team und bei allen, die hinter mir stehen, bedanken. Ich habe im Moment ein richtig gutes Umfeld, und alle tun, was sie können – das motiviert mich auch, weiter hart zu arbeiten.“

Text/Bild: Sebastian Wolter/ADAC MX Masters