Die FIM SuperEnduro World Championship 2025/2026 steuert auf ihren krönenden Abschluss zu, wenn am kommenden Samstag, den 7. März, die Motoren in der Gayant Expo im französischen Douai zum letzten Mal aufheulen. Der unangefochtene Dominator der Szene reist bereits mit der WM-Krone im Gepäck an, nachdem Billy Bolt am vergangenen Wochenende in seiner britischen Heimat Newcastle Geschichte geschrieben hat. Mit einer technischen Meisterleistung vor den eigenen Fans sicherte sich der Husqvarna-Werkspilot vorzeitig seinen sechsten Weltmeistertitel in Folge. Damit zieht Bolt mit der polnischen Legende Taddy Błażusiak gleich und zementiert seinen Status als König des SuperEnduros. Doch wer glaubt, der Brite würde es in Frankreich ruhig angehen lassen, kennt seinen sportlichen Ehrgeiz schlecht. In Douai geht es für ihn darum, seine bisher perfekte Saison mit einem weiteren Gesamtsieg zu krönen, bevor er sich kurz nach dem Finale seiner wohl wichtigsten privaten Aufgabe widmet – der Geburt seines ersten Kindes.

Doch nicht nur in der Prestige-Klasse sind die Weichen bereits gestellt. Auch im FIM Youth SuperEnduro World Cup gab es in Newcastle Grund zum Feiern. Der Pole Wojtek Walczak krönte sich auf seiner KTM vorzeitig zum Champion. Mit einer abgeklärten Performance auf den massiven Holzstämmen und Steinfeldern ließ er seinen Konkurrenten keine Chance und tritt nun in Frankreich zur verdienten Ehrenrunde an. In der Junior-Weltmeisterschaft hingegen bleibt es spannend, auch wenn ein Mitfavorit schmerzlich vermisst wird: Der Deutsche Milan Schmüser musste seine Saison verletzungsbedingt leider vorzeitig beenden. In seiner Abwesenheit triumphierte zuletzt der Brite Toby Shaw auf seiner GasGas beim Heimrennen in Newcastle und konnte wichtigen Boden gutmachen. Damit ist der Kampf um die verbleibenden Podestplätze in der Junior-Kategorie für das Finale in Douai völlig offen und verspricht packende Duelle zwischen den aufstrebenden Talenten der Szene.

Trotz der bereits vergebenen Titel in der Prestige- und Youth-Klasse bleibt die sportliche Brisanz für den Samstagabend hoch. Die Strecke in Douai gilt als eine der weitläufigsten im Kalender und wird den Fahrern mit ihren klassischen Sektionen alles abverlangen. In der Elite-Klasse tobt hinter Bolt ein prestigeträchtiger Zweikampf um die Vizemeisterschaft zwischen Jonny Walker auf seiner Triumph und Mitch Brightmore auf GasGas. Nur 13 Punkte trennen die beiden, was bedeutet, dass jeder Fehler im gefürchteten „Rock Garden“, an den massiven Betonröhren oder in der „Matrix“ – einer tückischen Abfolge von querliegenden Baumstämmen – über Silber oder Bronze entscheiden kann. Auch für den deutschen KTM-Star Manuel Lettenbichler bietet das schnelle Layout in Douai die perfekte Bühne, um die Saison mit einem Ausrufezeichen abzuschließen. Wenn am Samstagabend das Gatter zum letzten Mal fällt, erwartet die Fans ein Hexenkessel aus Adrenalin, technischer Perfektion und dem unbändigen Willen, das Jahr 2026 mit einem persönlichen Highlight auf dem Podium zu beenden.