Der erste Abend des 41. ADAC Supercross in der Dortmunder Westfalenhalle bot einen packenden Auftakt in das Rennwochenende. Vor einer gut gefüllten Kulisse präsentierte sich die Strecke durch den weichen Boden als technisch äußerst anspruchsvoll, was zu zahlreichen Positionskämpfen und dramatischen Wendungen führte. Während die Fans in der Halle für die gewohnt geladene Atmosphäre sorgten, standen neben den etablierten Profis vor allem die deutschen Nachwuchstalente im Mittelpunkt des Geschehens.
In der Königsklasse SX1 entwickelte sich das Finale zu einem regelrechten Krimi mit französischem Ausgang. Lange Zeit dominierte Gregory Aranda das Feld und steuerte mit einem Vorsprung von fast sieben Sekunden einem souveränen Sieg entgegen. In der vorletzten Runde schlug jedoch die Tücke des Objekts zu: Aranda stürzte in der Waschbrett-Sektion und musste die Führung an seinen Landsmann Maxime Desprey abtreten, der den Sieg sicher nach Hause fuhr. Aranda bewies jedoch Kämpferherz, rappelte sich auf und rettete den zweiten Platz vor Jordi Tixier. Als bester deutscher Pilot belegte Maximilian Spies einen beachtlichen siebten Rang, gefolgt von Paul Haberland auf Platz acht.
Die Klasse SX2 wurde zur Bühne für Calvin Fonvieille, der das Geschehen nach Belieben kontrollierte. Mit einem perfekten Holeshot setzte er sich sofort an die Spitze und gab die Führung im 15-Runden-Finale nicht mehr ab. Für eine historische Überraschung sorgte der Chilene Hardy Muñoz, der mit einem starken zweiten Platz das erste Podium für sein Land in Dortmund erzielte. Weniger Glück hatte der deutsche Hoffnungsträger Noah Ludwig; er stürzte im Vorlauf schwer über den Lenker und verpasste dadurch den Einzug in das entscheidende Abendfinale.
Ein besonderes Highlight war das Debüt der neu geschaffenen Klasse SX Next, in der Oskar Romberg eine beeindruckende Talentprobe ablegte. Der Werler Lokalmatador, der erst kurz zuvor auf die 250er-Viertaktmaschine umgestiegen war, sicherte sich die Bestzeit im Training und dominierte das anschließende Rennen von der Spitze aus. Mit seinem Sieg führte er ein rein deutsches Podium an, auf dem auch Max Werner Breuer und Pius Bergmann für ihre starken Leistungen gefeiert wurden, was den Erfolg des Nachwuchskonzepts eindrucksvoll bestätigte.
Abgerundet wurde der sportliche Auftakt durch die jüngsten Teilnehmer in den Klassen SX4 und SX5. Bei den eKids der SX5 lieferten sich die Nachwuchspiloten auf ihren Elektro-Bikes ein extrem enges Rennen, das der Deutsche Meister Oskar Gajewski mit nur einer halben Sekunde Vorsprung vor Melvin Gohlke für sich entschied. In der SX4-Klasse auf 65-ccm-Verbrennern zeigten die jungen Fahrer ebenfalls beachtliches Geschick auf dem schwierigen Untergrund und bereiteten mit ihren Qualifikationsläufen die Bühne für das große Finale am Familiensonntag vor.