Das Enduropale du Touquet 2026 wird als eine der härtesten Ausgaben in die Geschichte des legendären Strandrennens eingehen, geprägt von wahrhaft extremen Bedingungen mit Dauerregen, peitschendem Wind und eisiger Kälte. Inmitten dieses Chaos untermauerte der Brite Todd Kellett seine absolute Ausnahmestellung im Sandsport und sicherte sich seinen vierten Sieg in Folge. Damit knüpft er nahtlos an seine Erfolge aus den Jahren 2023 bis 2025 an und zementiert seine Dominanz an der Côte d’Opale gegen eine hochkarätige Konkurrenz.

Schon der Start lieferte die ersten dramatischen Bilder des Tages: Während Daymond Martens in Stella-Plage den Holeshot zog und das riesige Feld anführte, erlebte der Mitfavorit Antoine Méo einen Albtraum, als seine Maschine direkt auf der Linie streikte und er dem Feld mit über vier Minuten Rückstand hinterherjagen musste. An der Spitze übernahm zunächst Jérémy Hauquier das Kommando, doch bereits nach acht Minuten setzte Todd Kellett die entscheidende Attacke, übernahm die Führung und gab diese bis zum Zielstrich nicht mehr ab. Hinter dem Führenden entwickelte sich ein strategisches und physisches Ausscheidungsrennen, bei dem vor allem die Sicht zum größten Gegner wurde, da der Mix aus Sand und Wasser die Schutzbrillen fast aller Piloten unbrauchbar machte.

Cyril Genot, der zur Mitte des Rennens auf den zweiten Rang vorstieß, sorgte kurzzeitig für Hoffnung im Honda-Lager, als er mit extrem schnellen Rundenzeiten den Vorsprung von Kellett schmelzen ließ. Doch der Brite konterte die Angriffe eiskalt und baute seine Führung im letzten Renndrittel wieder souverän aus. Ein bitteres Drama spielte sich unterdessen bei Jérémy Hauquier ab: Auf sicherem Podiumskurs liegend, verlor er bei seinem zweiten Boxenstopp wertvolle Minuten, um einen defekten Kühler zu reparieren. Trotz des Rückfalls aus den Top 10 bewies er Kämpferherz und rettete am Ende noch den zehnten Platz ins Ziel.

Am Ende triumphierte Todd Kellett nach drei Stunden unerbittlichem Kampf. Das Podium komplettierte Milko Potisek, der zwar den Anschluss an die Spitze verlor, aber den dritten Platz sicherte. Besonders beeindruckend war das Finish von Camille Chapelière, der sich in der allerletzten Runde noch auf den siebten Rang vorkämpfte.

RangNr.FahrerMarkeRundenGesamtzeitRückstandBeste Runde
1.1Todd KELLETTYAMAHA1403:10:2112:09.5
2.2Cyril GENOTHONDA1403:12:05+ 1:44.212:16.2
3.32Milko POTISEKYAMAHA1403:21:45+ 11:24.112:22.7
4.4Lars VAN BERKELFANTIC1403:23:30+ 13:09.312:44.9
5.27Hakon FREDRIKSENHONDA1403:24:52+ 14:30.812:34.7
6.8Jeremy KNUIMANYAMAHA1403:26:16+ 15:55.112:58.1
7.18Camille CHAPELIERESUZUKI1403:28:22+ 18:00.712:58.3
8.24Adrien VAN BEVERENHONDA1303:10:37+ 1 Runde13:00.5
9.6Tias CALLENSYAMAHA1303:10:46+ 1 Runde12:46.2
10.5Jeremy HAUQUIERYAMAHA1303:10:51+ 1 Runde12:24.2

Bild: enduropale du touquet