Lauf 4 der FIM World Rally-Raid Championship 2026 – Rallye du Maroc

Edgar Canet vom Team Red Bull KTM Factory Racing hat die Rallye du Maroc gewonnen – den vierten Lauf zur FIM World Rally-Raid Championship 2026. Von Tag eins an im Kampf um den Gesamtsieg dabei, zeigte der Spanier auf seiner KTM 450 RALLY ein taktisch kluges Rennen und sicherte sich seinen ersten RallyGP-Sieg überhaupt vor seinem Teamkollegen und Tabellenführer Daniel Sanders. Luciano Benavides zeigte ebenfalls eine starke Leistung und belegte den vierten Gesamtrang.

Nach der Sommerpause reiste das Team für den vierten Saisonlauf nach Marokko. Während Sanders vor der Rallye du Maroc die Weltmeisterschaft anführte und darauf fokussiert war, seinen Vorsprung auszubauen, strebten Benavides und Canet danach, sich von den Rängen drei und sieben in der Tabelle weiter nach vorne zu schieben.

Nach wechselhaften Ergebnissen im bisherigen Saisonverlauf ging Canet hochmotiviert an den Start. Seine Woche in Marokko begann stark mit der zweitschnellsten Zeit im Prolog. Der talentierte Rennfahrer bewies anschließend auf allen fünf Etappen eine außergewöhnliche Konstanz und beendete keine Wertungsprüfung außerhalb der Top Vier. Dieser Erfolg markiert Canets ersten Sieg in der RallyGP-Klasse und schiebt ihn auf den fünften Platz der WM-Gesamtwertung vor.

Edgar Canet: „Ich bin wirklich überglücklich. Im Moment fahren die Gefühle Achterbahn und was wir erreicht haben, fühlt sich noch gar nicht real an. Ich brauche wohl etwas Zeit, um das alles zu verarbeiten, aber ich bin extrem stolz. Wir haben allen gezeigt, wozu wir fähig sind und wo wir stehen können. Es war ein verrücktes Rennen mit vielen Höhen und Tiefen, bei dem die Navigation eine entscheidende Rolle spielte. An bestimmten Punkten hatte ich einfach das Gefühl, am richtigen Ort zu sein und genau das Richtige zu tun. Diese Rallye zu gewinnen, ist ein fantastisches Gefühl. Hoffentlich war das nicht mein letzter Sieg.“

Nach seinen Siegen bei den vergangenen beiden Läufen in Portugal und Argentinien ging Sanders mit drei Punkten Vorsprung in Marokko an den Start. Um seine Führung weiter auszubauen, startete der Australier direkt mit einem Prolog-Sieg in die Woche. Nach Platz zwei auf Etappe eins übernahm Sanders mit seinem Etappensieg auf dem zweiten Teilstück – dem 35. Etappensieg seiner Karriere – die Gesamtführung. Auf der dritten Etappe kostete ihn ein kleiner Navigationsfehler jedoch wertvolle Zeit: Er beendete den Tag als Siebter und rutschte auf Rang drei der Gesamtwertung ab. Ein weiterer Etappensieg am vierten Tag brachte ihn zurück an die Spitze. Ein fünfter Platz auf der Finaletappe warf ihn im Endklassement jedoch knapp auf Rang zwei zurück. Mit dem zweiten Platz baut Sanders seinen Vorsprung in der Weltmeisterschaft dennoch auf 13 Punkte gegenüber seinem Teamkollegen Benavides aus.

Daniel Sanders: „Ich bin natürlich froh, das Ziel erreicht zu haben und weiterhin in einer starken Position in der Meisterschaft zu sein, aber persönlich war es eine frustrierende Rallye. Ich wusste, dass es heute eng werden würde, und habe alles gegeben, aber am Ende hat es knapp nicht gereicht. Ich habe unter der Woche ein paar Fehler gemacht und manche Situationen liefen nicht zu unseren Gunsten – das ist enttäuschend, weil ich das Gefühl hatte, wirklich gut zu fahren. Positiv ist jedoch das großartige Teamergebnis: Edgar hat seinen ersten RallyGP-Sieg geholt, Luciano wurde Vierter und wir haben durchweg ein starkes Tempo gezeigt. Das Team hat die ganze Woche über fantastische Arbeit geleistet, daher kann ich erhobenen Hauptes abreisen. Das Wichtigste ist, dass wir die Meisterschaft weiterhin anführen und eine gute Ausgangslage für das Finale haben.“

Auch Benavides zeigte in Marokko ein beeindruckendes Tempo und verpasste ein reines Red Bull KTM-Podium in der Gesamtwertung nur knapp. Der Sieger der Rallye Dakar 2026 belegte auf den ersten beiden Etappen jeweils den vierten Platz, bevor er die dritte Etappe gewann und auf den zweiten Rang der vorläufigen Gesamtwertung kletterte. Ein Navigationsfehler auf dem vorletzten Teilstück führte jedoch nur zur siebtschnellsten Zeit, wodurch er wieder auf Platz drei zurückfiel. Trotz des zweiten Platzes auf der fünften Etappe reichte es knapp nicht für einen Podestplatz im Gesamtklassement, sodass der Argentinier Vierter wurde. Wichtiger ist jedoch, dass ihn die gesammelten Punkte auf den zweiten Platz der WM-Tabelle steigen ließen.

Luciano Benavides: „Ich freue mich, die Rallye du Maroc als Gesamtvierter und mit dem zweiten Platz auf der Schlussetappe zu beenden. Es war etwas anders als die Rennen, die wir sonst gewohnt sind, aber ich bin froh, gesund im Ziel zu sein, und freue mich riesig für das Team. Edgar hat seinen ersten Sieg gefeiert, Daniel wurde Zweiter und führt weiter die WM an, und ich liege nun auf Platz zwei der Gesamtwertung – das ist ein großartiges Ergebnis für uns alle. Wir haben außerdem tolle Fortschritte am Motorrad gemacht und ich fühle mich sehr wohl. Jetzt bereiten wir uns auf Abu Dhabi und das letzte Rennen des Jahres vor. Ich fühle mich stark und blicke sehr positiv auf die kommende Dakar. Ein riesiges Dankeschön an das gesamte Team und alle, die uns unterstützen.“

Andreas Hölzl – Rally Team Manager: „Ich freue mich riesig für Edgar. Er hat die gesamte Woche über eine großartige Konstanz gezeigt, und ich bin unglaublich stolz, dass er mit erst 21 Jahren gezeigt hat, was in ihm steckt. Er hat alle Voraussetzungen und hat diese Woche wirklich alles zusammengebracht, um seinen ersten RallyGP-Sieg einzufahren. Das zeigt auch die Stärke des gesamten Teams: Wir hatten in dieser Saison nun drei verschiedene Sieger – Luciano gewann die Dakar, Daniel siegte in Portugal sowie Argentinien und nun Edgar hier in Marokko. Wir haben ein extrem starkes Fahrer-Aufgebot, ein hervorragendes Motorrad und das gesamte Team leistet herausragende Arbeit. Die harte Arbeit zahlt sich aus. Ich bin auch sehr zufrieden mit Daniel und Luciano. Daniel ist Zweiter geworden und führt die Meisterschaft weiter an, während Luciano durch seinen vierten Platz auf den zweiten Rang der Weltmeisterschaft klettert. Es war eine harte Rallye unter anspruchsvollen Bedingungen, aber wir sind in einer sehr guten Position und bestens für das Finale gerüstet.“

Provisional Results – 2026 Rallye du Maroc (after 5 of 5 stages)
1. Edgar Canet (ESP), KTM, 15:41:55
2. Daniel Sanders (AUS), KTM, 15:42:57 +1:02
3. Ricky Brabec (USA), Honda, 15:45:27 +3:32
4. Luciano Benavides (ARG), KTM, 15:49:47 +7:52
5. Adrien Van Beveren (FRA), Honda, 16:05:03 +23:08

Provisional Standings – 2026 FIM World Rally-Raid Championship (after round 4)
1. Daniel Sanders (AUS), KTM, 87 points
2. Luciano Benavides (ARG), KTM, 74 pts
3. Tosha Schareina (ESP), Honda, 74 pts
4. Ricky Brabec (USA), Honda, 70 pts
5. Edgar Canet (ESP), KTM, 58 pts

Text/Bild: KTM/EDO BAUER