Romain Febvre vom Kawasaki Racing Team MXGP erholte sich von seinem Pech am Samstag und sicherte sich beim Trentino-Lauf der FIM MXGP-Motocross-Weltmeisterschaft in Pietramurata einen starken zweiten Platz im ersten Lauf.

Die KX450-SR des Franzosen bot ihm perfekte Traktion, als er im ersten Lauf einen klaren Holeshot zog und das Rennen souverän von der Spitze aus kontrollierte, wobei er eine halbe Stunde lang einen komfortablen Vorsprung auf seine Verfolger hielt. In der Schlussphase wurde das Rennen jedoch immer hektischer, da die Führenden ständig auf zu überrundende Fahrer trafen. Sein engster Verfolger konnte dies ausnutzen und fand in der vorletzten Runde eine Gelegenheit zum Überholen, sodass Febvre sich mit dem zweiten Platz begnügen musste. Die ungünstige Startplatzwahl aus dem Qualifying wurde ihm im zweiten Lauf zum Verhängnis: Trotz eines guten Reaktionsmoments am Gatter gab es von der Außenseite der Startaufstellung keine Chance, am Feld vorbeizuziehen, und er fand sich im Mittelfeld wieder. Ein Sturz bei dem energischen Versuch, schnelle Überholmanöver zu setzen, warf ihn noch weiter aus den Top 20 zurück. Trotz einer starken Aufholjagd musste er sich im Ziel mit dem zwölften Platz zufrieden geben. Dies ergab den sechsten Gesamtrang, knapp hinter dem Podium, womit er den fünften Platz in der Meisterschaftswertung behauptet.  

Romain Febvre: „Wir hatten gestern ein Problem, das mich heute alles gekostet hat. Im ersten Lauf hatte ich etwas Glück, dass ich noch einen Startplatz weiter innen gefunden habe, sodass ich den Holeshot ziehen und fast das ganze Rennen anführen konnte. Aber fünf Runden vor Schluss habe ich einen Fehler gemacht, der mich den Sieg gekostet hat. Im zweiten Lauf war kein innerer Platz mehr frei, also stand ich ganz außen. Ich hatte wieder einen guten Start, war aber zu weit außen, um vor der ersten Kurve nach innen zu ziehen. Ich habe in der ersten Runde zu viel gewollt, einen Fehler gemacht und danach war der Rückstand auf die Spitze einfach zu groß.“  

KRT-Teamkollege Pauls Jonass zeigte im Training Top-6-Speed, sah sich jedoch einem schwierigen ersten Lauf gegenüber, nachdem er in der ersten Kurve eingeklemmt wurde. Er hielt seine Rundenzeiten über das gesamte Rennen hinweg konstant und wurde Elfter, wobei er in den letzten zwei Runden eine verbissene Verteidigung zeigte, um den Tabellenführer hinter sich zu halten. Im zweiten Lauf lag der Lettländer über weite Strecken auf einem soliden sechsten Platz, musste in den Schlussrunden jedoch zwei Positionen abgeben. Der achte Platz reichte jedoch für den zehnten Gesamtrang und den Erhalt des elften Platzes in der WM-Tabelle.  

Pauls Jonass: „Mein Speed war in beiden Trainings gut, aber mir fehlt in den langen Läufen einfach noch ein bisschen das Vertrauen. Ich werde körperlich nicht müde, aber man muss auf diesem Level absolut auf der Höhe sein, um ganz vorne mitzukämpfen; manchmal muss man einfach voll am Gas bleiben und darf in brenzligen Momenten keine Angst haben. Der zweite Lauf war ein Schritt in die richtige Richtung. Jetzt haben wir einen Monat Zeit, uns neu zu sortieren und für den Rest der Saison voll anzugreifen.“

Text/Bild: Kawasaki Racing Team