Die Motocross-Weltmeisterschaftssaison steuert an diesem Wochenende auf ihren jährlichen Höhepunkt zu: das FIM Motocross of Nations. Die diesjährige Veranstaltung – die 79. Ausgabe seit der Erstaustragung im Jahr 1947 – findet im nordwestfranzösischen Ernée statt. Den Kawasaki-Piloten kommt dabei eine Schlüsselrolle im Kampf um die begehrte Peter Chamberlain Trophy und die nationale Ehre zu.

Der Circuit Raymond Demy am Rande der französischen Kleinstadt ist bereits zum vierten Mal in den letzten 21 Jahren Gastgeber dieses Events. Fans aus aller Welt reisen an, um ein Wochenende voller mitreißender Rennaction zu erleben und die Dreier-Teams in ihren Nationalfarben lautstark anzufeuern. Jede Mannschaft tritt mit jeweils einem Fahrer in den Kategorien MXGP und MX2 sowie einem dritten Piloten in der Open-Klasse an, in der das Motorrad frei aus einer der beiden Hubraumklassen gewählt werden kann.

Viele der Top-Teams auf Titeljagd setzen auf Kawasaki-Power – allen voran die Gastgeber aus Frankreich: Romain Febvre vom Kawasaki Racing Team MXGP, bereits vierfacher MXoN-Sieger mit der Mannschaft, führt das Trio als Kapitän an. Gemeinsam wollen sie den achten Triumph für die Tricolore in diesem Jahrtausend einfahren. Unterstützt wird er von seinem jungen KRT-Teamkollegen Mathis Valin, der in der MX2-Kategorie seinen zweiten Einsatz für die Nationalmannschaft bestreitet. Sein KRT-Kollege Pauls Jonass vertritt bereits zum sechsten Mal die lettischen Farben, während der europäische EMX250-Champion Francisco Garcia vom Team Venum Bud Racing Kawasaki – der in der kommenden Saison für das KRT-Werksteam in die WM aufsteigt – das zweite Jahr in Folge für Spanien in der Open-Klasse an den Start geht. Levi Kitchen von Pro-Circuit Kawasaki, frischgebackener Supermotocross 250-Weltmeister, geht für den Rekordsieger USA in der MX2-Klasse ins Rennen. Zu den weiteren Kawasaki-Piloten im Feld gehören der zweimalige gesamtjapanische Meister Haruki Yokoyama, Taylor Hammal für Großbritannien, Guilherme Bresolin für Brasilien, Joaquin Poli für das Team Lateinamerika, Noam Jayal für Marokko und Matej Jaros für Kroatien. Die ersten Rennen steigen am Samstagnachmittag, wenn 32 Teams in der Qualifikation um die 20 Startplätze für die drei Hauptläufe am Sonntag kämpfen. Die Feierlichkeiten sind jedoch bereits am Freitag mit der feierlichen Präsentation der Teams voll entbrannt. Zuvor wurden die Startplätze für die Qualifikation ausgelost: Anders als bei den normalen GPs, wo die Startaufstellung nach den Trainingszeiten vergeben wird, entscheidet beim Nations das Losglück. Das französische Team wählte Startplatz 22 zwischen Österreich und der Tschechischen Republik. Brasilien zieht auf Position 9, Japan auf 14, Lettland auf 16, die USA auf 26 und Spanien auf 31. Am Nachmittag schilderten die führenden Kawasaki-Piloten ihre Eindrücke vor dem Rennwochenende.

Romain Febvre (Frankreich, MXGP): „Es ist ein ganz besonderer Anlass, mein letztes Rennen für Kawasaki beim Nations zu bestreiten; damit geht ein riesiges Kapitel meiner Karriere zu Ende. Es wäre wunderschön, dieses Wochenende – mein wahrscheinlich letztes Nations in Frankreich – für mich, für Kawasaki und für Frankreich zu gewinnen. Die Atmosphäre hier in Ernée ist immer fantastisch. Ich habe großartige Erinnerungen an diesen Ort. Wir haben ein starkes Team und eine super Stimmung untereinander, aber wir müssen die Leistung auf der Strecke abrufen. Geschenkt wird einem hier nichts!“

Mathis Valin (Frankreich, MX2): „Es fühlt sich großartig an, nach drei Monaten Verletzungspause zurück im Renngeschehen zu sein … und umso aufregender ist es, dass es hier beim Nations für das Team Frankreich geschieht – und das auch noch im eigenen Land! Natürlich findet man seinen Speed nach einer langen Pause nicht von heute auf morgen wieder, aber ich bin in den letzten sechs Wochen vier bis fünf Tage pro Woche auf dem Bike gesessen und spüre die Fortschritte deutlich. Ich hätte nicht gedacht, dass ich so schnell wieder so stark sein würde, aber wir haben mit dem Team und meinem Coach hervorragend gearbeitet. Die Stimmung hier ist schon am Freitag absolut verrückt; ich liebe die Fans und es wird ein fantastisches Wochenende. Ich bin bereit.“

Pauls Jonass (Lettland, MX Open): „Das Nations bringt viel Druck mit sich und Ernée ist immer spektakulär, aber das wichtigste Ziel ist, dass alle dieses Wochenende Spaß haben. Ich persönlich hatte einen starken Saisonabschluss und freue mich sehr, Teil dieses Teams mit zwei jungen Talenten zu sein, die dieses Jahr ebenfalls stark gefahren sind. Hoffentlich können wir alles zusammenbringen und das beste Ergebnis der Geschichte für Team Lettland einfahren.“

Francisco Garcia (Spanien, MX Open): „Ich bin den ganzen Sommer über 250ccm gefahren, aber die 450er ist für mich keineswegs neu. Mein erstes Nations letztes Jahr im Ironman bin ich ebenfalls auf der 450er in der Open-Klasse gefahren und im Winter trainiere ich ohnehin viel auf dem großen Bike. Mein Gefühl auf der 450er ist großartig und ich bin überzeugt, dass Spanien dieses Jahr aufs Podium fahren kann.“

Levi Kitchen (USA, MX2): „Wir haben schon vor mehreren Monaten darüber gesprochen, ins US-Team berufen zu werden, und ich war sofort Feuer und Flamme. Ich bin extrem dankbar für die Chance, mein Land zu vertreten, und sauge all die Eindrücke auf. Es ist das erste Mal, dass ich in Europa bin, und ich genieße es sehr. Das Essen hier ist fantastisch und alle haben uns so herzlich empfangen. Anfang der Woche war ich noch ein paar Tage als Tourist unterwegs, aber seit gestern gilt die volle Konzentration wieder dem Sport. Auf einer Strecke in der Nähe konnten wir bereits ein paar Runden drehen. Ich fühle mich auf dem Bike sehr wohl und der Kurs hier sieht großartig aus – sehr technisch und mit ordentlich Höhenunterschieden. Ich kann die Rennen kaum erwarten.“

Haruki Yokoyama (Japan, MX2): „Ich bin zum ersten Mal in Ernée, aber ich freue mich riesig darauf. Die Strecke sieht toll aus, ist an manchen Stellen aber deutlich enger, als es im Fernsehen wirkt. Es ist ein viel längeres Wochenende, als wir es gewohnt sind, aber wenn wir alle unser Potenzial abrufen, können wir wieder ein starkes Ergebnis erzielen.“

Guilherme Bresolin (Brasilien, MX2): „Ich bin stolz darauf, hier zu meiner zweiten Nations-Teilnahme anzutreten – ich bin bereits 2023 hier in Ernée gefahren und habe auch dieses Wochenende damals sehr genossen.“

Steve Guttridge (KME Race Planning Manager): „Es ist das große Finale der Motocross-Saison. Es ist mir daher eine große Freude, die vielen Team-Green-Piloten, die ausgewählt wurden, um ihre Länder zu vertreten, herzlich willkommen zu heißen und ihnen natürlich viel Erfolg zu wünschen. Mögen die Kämpfe beginnen!“

Text/Bild: Kawasaki Racing Team