Der Countdown für den ersten Lauf der Paulo Duarte FIM EnduroGP World Championship 2026 läuft auf Hochtouren, und die EnduroGP-Kategorie verspricht, so umkämpft wie nie zuvor zu sein.

Während die Spannung vor dem Saisonauftakt in Sizilien (Italien) nächste Woche steigt, rüsten sich Fahrer und Teams für eine voraussichtlich hart umkämpfte EnduroGP-Saison mit insgesamt sieben Läufen.

Ein starkes Teilnehmerfeld in der Königsklasse EnduroGP wird 33 Fahrer aus 11 Nationen an der Startlinie in Custonaci sehen. Beeindruckenderweise halten 13 dieser 33 Fahrer zusammen unglaubliche 45 Weltmeistertitel. Darüber hinaus werden alle EnduroGP-Weltmeister seit 2017 sowie alle Junioren-Enduro-Weltmeister seit 2022 in Sizilien um die EnduroGP-Ehren der Weltmeisterschaft 2026 kämpfen.

Zusätzlich werden 11 Hersteller vertreten sein, darunter mit Stark Future zum ersten Mal auch Elektrofahrzeuge (Electric Power Vehicles – EPV). Dies macht die EnduroGP zu einer der am stärksten unterstützten Meisterschaften im FIM-Rennkalender.

Garcia führt hochkarätiges EnduroGP-Feld für 2026 an

Wie immer ist der erste Lauf einer EnduroGP-Saison eine aufregende Zeit. Es ist der Moment, in dem Fragen zu Fahrer-, Team- und Markenwechseln schnell beantwortet werden. Im Vorfeld des GP von Italien gab es in dieser Off-Season zahlreiche Veränderungen bei den weltbesten Enduro-Piloten, während andere sich entschieden haben, an ihrem bewährten Programm festzuhalten.

Als amtierender FIM EnduroGP-Weltmeister ist Josep Garcia von Red Bull KTM Factory Racing einer der Fahrer, der sich vor der Saison 2026 für die Konstanz entschieden hat. Der Spanier hat sich in den letzten zwei Saisons als der Fahrer erwiesen, den es zu schlagen gilt. Er fühlt sich in seinem KTM-Team und auf seiner 250er-Viertaktmaschine sichtlich wohl. Mit dem festen Ziel, den EnduroGP-Hattrick zu holen, ist nicht zu erwarten, dass er so schnell vom Gas geht.

Allerdings bekommt er unter dem Zelt von Red Bull KTM Factory Racing Gesellschaft: Der Italiener Andrea Verona wechselt für die kommende Saison von GASGAS zu KTM und wird sein neuer Teamkollege. Da KTM und GASGAS Schwestermarken sind, mag dies zwar nicht als riesiger Umbruch für den EnduroGP-Vizemeister von 2025 erscheinen, dennoch erfordert der Wechsel eine gewisse Anpassung.

Da er nun direkt mit einem seiner größten sportlichen Rivalen in einem Team fährt, wird es interessant sein zu sehen, wie dieses Verhältnis über die gesamte Saison hinweg gemanagt wird. Da der GP von Italien für ihn ein Heimrennen ist, wird Verona zweifellos alles daran setzen, in seinen neuen Farben zu beeindrucken.

2025 war das Durchbruchsjahr für den Franzosen Zach Pichon. Mit seinem Sieg beim Saisonauftakt und dem anschließenden Kampf gegen Garcia und Verona um die EnduroGP-Krone bewies der Fahrer des TM MOTO Boano Factory Teams, dass er eine ernstzunehmende Größe ist. Da 2026 sein zweites Jahr auf TM MOTO ist, wird der FIM Junioren-Enduro-Weltmeister von 2022 von Beginn an Druck machen, um seinen ersten Titel in der Senioren-WM zu holen.

Freeman und Holcombe kehren ins Renngeschehen zurück

Ein wichtiges Thema vor dem ersten Lauf ist die Rückkehr von zwei der erfolgreichsten Fahrer der EnduroGP. Brad Freeman (Beta Factory Racing) und der nun auf Sherco startende Steve Holcombe sind wieder dabei, nachdem beide das Jahr 2025 aufgrund von Knieverletzungen aussetzen mussten.

Mit 10 Weltmeistertiteln im Gepäck brennt Freeman darauf, diese Bilanz 2026 weiter auszubauen. Er bleibt seiner bewährten Beta 300 Zweitakt treu und will in Sizilien sofort wieder im EnduroGP-Geschehen mitmischen. Da er bei Vorbereitungsrennen in Italien bereits Siege einfahren konnte, scheint der Brite genau dafür in Form zu sein.

Holcombe kehrt 2026 mit einem komplett neuen Look und neuer Entschlossenheit in die EnduroGP zurück. Mit seinem Wechsel zu Sherco Racing Factory ist er zudem von Viertakt- auf Zweitakttechnik umgestiegen. Die 300er-Zweitaktmaschine hat dem neunfachen Champion in der Vergangenheit viel Erfolg beschert, und Holcombe will das erneut unter Beweis stellen.

Auch der Neuseeländer Hamish MacDonald greift in den Titelkampf 2026 ein, nachdem er im letzten Jahr die Enduro3-Meisterschaft für sich entscheiden konnte. Der Sherco-Pilot holte mehrere Podestplätze und eine Reihe von Top-4-Ergebnissen in der EnduroGP, was zeigt, dass er bereit ist, noch tiefer in den Kampf um die Gesamtwertung einzusteigen.

Enormes Talentpotenzial in der Breite

Abseits der sechs Hauptakteure ist das Starterfeld gespickt mit Talenten, Podestkandidaten und Fahrern, die auf ihre Durchbruchs-Saison hoffen. Das italienische Duo Samuele Bernardini (Honda Racing RedMoto Enduro Team) und Morgan Lesiardo (Triumph Italia Racing) schaffte 2025 den Sprung aufs EnduroGP-Podest. Auch Triumphs Neuzugang für 2026, Jeremy Sydow, konnte im letzten Jahr seine erste Podiumsplatzierung feiern.

Zusammen mit Routiniers wie Antoine Magain (Sherco), Nathan Watson (Beta), Theo Espinasse (Fantic) und Marc Sans (Stark Future) sowie den Junioren-Weltmeistern der Jahre 2023 bis 2025 – Axel Semb (KR69 WET Team), Max Ahlin (Honda Racing RedMoto) und Jed Etchells (MotoFit Racing) – ist die EnduroGP-Klasse für 2026 mit einer unglaublichen Dichte an Weltklasse-Talenten besetzt.

Die aus sieben Läufen bestehende Paulo Duarte FIM EnduroGP World Championship beginnt vom 10. bis 12. April in Sizilien, Italien.

Text/Bild: Enduro GP