Das Ténéré Yamaha Rally Team – in Partnerschaft mit Riders for Health (powered by Two Wheels for Life) – sicherte sich einen herausragenden Doppelsieg auf der 2. Etappe der Addax Rally 2026 in Marokko: Kevin Gallas baute mit seinem zweiten Etappensieg in Folge die Führung in der Gesamtwertung aus, gefolgt von Teamkollege Gautier Paulin auf Rang zwei. Alessandro Botturi belegte auf dem anspruchsvollen Dienstags-Teilstück den fünften Platz und verteidigte damit Rang zwei im Gesamtklassement.

Die mit rund 370 Kilometern längste Etappe der Rallye führte die Teilnehmer durch forderndes Wüstenterrain, inklusive anspruchsvoller Dünenpassagen und technischer Navigationsabschnitte rund um Merzouga. Nach dem beeindruckenden Dreifacherfolg am Montag wollte das Team auf seinem starken Auftakt aufbauen.

Als Erster auf die Strecke gegangen, wählte der Addax-Rallye-Sieger von 2025, Kevin Gallas, auf den ersten Kilometern ein kontrolliertes Tempo, bevor Paulin zu ihm aufschloss. In der Folge arbeiteten die beiden über weite Teile der Etappe perfekt zusammen, teilten sich die Navigationsaufgaben auf und hielten auf ihren Ténéré 700 Rally-Maschinen ein beeindruckendes Tempo.

Ihre Teamarbeit erwies sich als extrem effektiv: Paulin übernahm in den Dünen die Führung, während beide Fahrer ihre jeweiligen Stärken nutzten, um das schwierige Terrain zu meistern und kleinere Navigationsfehler umgehend zu korrigieren. Gallas sicherte sich schließlich in einer Zeit von 5 Stunden, 45 Minuten und 39 Sekunden seinen zweiten Etappensieg und setzte seine starke Formkurve fort.

Paulin schien nach einer herausragenden Leistung an der Seite von Gallas bereits auf dem Weg zum Etappensieg zu sein, doch ein harter Einschlag etwa 40 Kilometer vor dem Ziel verursachte ein kleineres technisches Problem an seinem Motorrad. Trotz des Rückschlags setzte der Franzose die Fahrt fort und sicherte sich mit nur 7 Minuten und 43 Sekunden Rückstand auf Gallas den zweiten Platz.

Obwohl Paulin das Ziel erreichen konnte, hat das Team entschieden, dass er die 3. Etappe am Mittwoch auslassen wird, um Zeit für Reparaturen und weitere Testarbeiten zu gewinnen. Der Plan sieht vor, dass er für die Etappen 4 und 5 auf die Strecke zurückkehrt, um im Rahmen der Vorbereitungen auf das Africa Eco Race (AER) 2027 weitere wertvolle Erkenntnisse zu sammeln.

Für Alessandro Botturi verlief der Tag etwas schwieriger. Der zweifache AER-Sieger hatte früh mit Problemen an seinem Navigations-Tablet zu kämpfen, was die physische Belastung der langen Spezialwertung zusätzlich erhöhte. Dennoch kämpfte sich der erfahrene Italiener durch, belegte in 6 Stunden, 1 Minute und 10 Sekunden den fünften Platz unter den Motorrädern und verteidigte damit souverän seinen zweiten Gesamtrang.

Nach zwei Etappen hat Gallas seine Führung im Gesamtklassement mit einer kumulierten Zeit von 10 Stunden, 42 Minuten und 56 Sekunden weiter ausgebaut. Sein Vorsprung auf den Gesamtzweiten Botturi (11:11:29 Stunden) wuchs von 13:02 Minuten nach Etappe 1 auf nunmehr 28 Minuten und 33 Sekunden an. Paulin verbesserte sich trotz der hohen Zeitstrafe für den Prolog-Ausfall von Rang 23 auf den 11. Gesamtrang (13:50:14 Stunden).

Auf der 3. Etappe am Mittwoch kehren Gallas und Botturi in das anspruchsvolle Wüstengebiet rund um Merzouga zurück. Sandpisten, felsige Abschnitte und die Dünen von Erg Chebbi stellen erneut höchste Anforderungen an Speed, Ausdauer und Roadbook-Navigation.

Ergebnisse & Wertungen

  • Etappe 2: P1 Kevin Gallas, P2 Gautier Paulin, P5 Alessandro Botturi
  • Gesamtwertung nach Etappe 2:
    • P1: Kevin Gallas – 10:42:56 Std.
    • P2: Alessandro Botturi – 11:11:29 Std. (+28:33 Min.)
    • P11: Gautier Paulin – 13:50:14 Std.

Team-Stimmen

Kevin Gallas – P1 Gesamt (10:42:56):

„Es war ein wirklich guter Tag. Da ich als Erster gestartet bin, wusste ich, dass es schwer werden würde, Gautier hinter mir zu halten. Deshalb habe ich mich darauf konzentriert, ein sicheres Tempo zu fahren. Er hat mich früh eingeholt und von da an haben wir über die gesamte Etappe zusammengearbeitet. Ehrlich gesagt war es wahrscheinlich die beste Teamarbeit, die wir je gezeigt haben. Wir haben uns gegenseitig bei der Navigation geholfen, kaum Fehler gemacht und ein unglaubliches Tempo vorgelegt. Gautier hat die Spur durch die Dünen gezogen – es war genial, zwei Ténéré 700 Rally nebeneinander so fahren zu sehen. Schade, dass er kurz vor dem Ziel ein Problem hatte, denn er ist brillant gefahren und hätte den Etappensieg verdient gehabt. Ich bin aber extrem glücklich mit unserer Teamleistung und den Fortschritten. Genau dafür sind wir hier.“

Alessandro Botturi – P2 Gesamt (11:11:29):

„Das war heute eine sehr schwere Etappe, besonders physisch. Ich hatte zu Beginn ein Problem mit meinem Navigations-Tablet, aber danach wurde es besser und ich konnte einen solideren Rhythmus finden. Es war ein anstrengender Tag, aber ich bin froh, die Spezialwertung absolviert zu haben.“

Gautier Paulin – P11 Gesamt (13:50:14):

„Ein großartiger Tag! Ich hatte einen guten Start, habe Kevin recht früh eingeholt und von da an sind wir zusammen mit starker Pace gefahren. Wir konnten uns bei der Navigation unterstützen und an der Spitze pushen, was riesigen Spaß gemacht hat. Leider hatte ich gegen Ende einen harten Einschlag, der ein technisches Problem am Bike verursacht hat. Ich konnte es aber wieder zum Laufen bringen und das Ziel erreichen. Abgesehen davon habe ich die Navigation und das Fahren mit Kevin sehr genossen. Ich denke, wir haben einen tollen Job gemacht – das war eine weitere wertvolle Erfahrung.“

Marc Bourgeois (Teammanager Ténéré Yamaha Rally Team):

„Das war die längste Etappe der Rallye und ich bin wirklich stolz auf die Teamarbeit zwischen Kevin und Gautier. Sie sind zusammen gefahren, haben sich bei der Navigation geholfen und echten Teamgeist bewiesen – genau das wollen wir im Hinblick auf das AER sehen. Für Alessandro war es ein schwierigerer Tag, aber auch solche Erfahrungen sind wichtig für unsere Vorbereitung. Gautier hatte etwa 40 Kilometer vor dem Ziel einen harten Einschlag, der zu einem technischen Problem führte, aber er hat die Etappe beendet. Wir haben entschieden, dass er Etappe 3 auslässt, damit wir einige Teile tauschen und weitere Tests durchführen können. Das Ziel ist, ihn für die Etappen 4 und 5 wieder am Start zu haben. Aus genau solchen Situationen müssen wir vor unserem Haupt-Event lernen.“

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Text/Bild: Yamaha Racing