Wenn am 28. Februar die Lichter in der Utilita Arena von Newcastle angehen, wird die sechste Runde der SuperEnduro-WM 2026 zu einer gigantischen Party für die lokalen Fans. Was als internationaler Wettbewerb begann, hat sich längst zu einem britischen Heimspiel der Extraklasse entwickelt. An der Spitze steht der unangefochtene „König von Newcastle“, Billy Bolt, der nach seinem perfekten Wochenende in Belgrad mit einem massiven Vorsprung von 85 Punkten in seine Heimatstadt zurückkehrt. Für den Husqvarna-Star ist die Marschroute klar, vor den Augen seiner Familie und Freunde will er den Sack im Titelkampf endgültig zuziehen.
Doch Bolt ist längst nicht mehr der einzige Brite, der den Ton angibt – das Podium in Newcastle könnte dieses Jahr fast ausschließlich in den Händen der „Union Jack“-Fraktion liegen. Jonny Walker auf seiner Triumph kämpft trotz einer Handverletzung tapfer um seinen zweiten Platz in der Gesamtwertung, wird aber massiv von Mitch Brightmore bedrängt. Der GASGAS-Pilot liegt nur noch elf Punkte hinter Walker und hat in dieser Saison mehrfach bewiesen, dass er den Speed hat, ganz nach vorne zu fahren. Besonders intensiv wird das Wochenende für seinen Bruder Ashton Brightmore. Nachdem er nach einer Verletzungspause erst in Belgrad wieder am Start war, schließt sich für ihn in Newcastle nun ein Kreis, da er in genau dieser Arena 2024 seinen Junioren-Weltmeistertitel feierte.
Auch die technologische Revolution mischt beim Heimspiel kräftig mit. Toby Martyn kommt auf seiner elektrischen Stark Varg immer besser zurecht und klopft nach einem starken vierten Platz in Serbien nun massiv an die Tür zum Podium. Zusammen mit Eddie Karlsson hat er die Elektro-Bikes fest in der Weltspitze etabliert – auf dem technischen Boden in Newcastle könnten sie ihren Traktionsvorteil voll ausspielen.
In der Junior-Weltmeisterschaft hat sich die Situation nach dem dramatischen Ausfall des bisherigen Tabellenführers Milan Schmüser (Beinbruch) völlig zugespitzt. Hier kommt es in Newcastle zum direkten Duell um die WM-Führung: Der Brite Toby Shaw liegt nun punktgleich mit dem Spanier Manuel Gómez an der Spitze. Während Gómez nach seinem Tagessieg in Belgrad mit viel Rückenwind anreist, wird Shaw alles daran setzen, das „Red Plate“ vor seinem Heimpublikum zu erobern. In der Youth-Klasse führt derweil kein Weg an dem Polen Wojtek Walczak vorbei, der nach seinem Doppelsieg in Serbien nun sogar die Chance hat, sich in Newcastle vorzeitig zum Champion zu krönen – sofern die britischen Nachwuchstalente ihn auf heimischem Boden nicht doch noch stoppen können.