Der fünfte Lauf zur FIM Motocross-Weltmeisterschaft 2026 am legendären „Il Ciclamino“ bot alles, was diesen Sport ausmacht: dramatische Wetterumschwünge, technische Höchstleistungen auf dem harten Boden Trentinos und eine unvergleichliche Atmosphäre. Trotz drohender Regenwolken und tückischer Seitenwinde präsentierte sich die Strecke in bestem Zustand für die Weltelite, bevor pünktlich zum ersten MX2-Lauf ein heftiger Wolkenbruch für zusätzliche Würze sorgte.
In der MXGP-Klasse unterstrich Jeffrey Herlings („The Bullet“) seine Ausnahmestellung. Trotz Aufholjagden sicherte er sich mit einem 1-2 Ergebnis seinen 114. Grand-Prix-Sieg. Lokalmatador Tim Gajser versetzte die Fans in Ekstase, als er den zweiten Lauf für Monster Energy Yamaha gewann – sein erster Erfolg auf dem neuen Arbeitsgerät. Tom Vialle komplettierte das Podium, während Lucas Coenen trotz eines Sturz-Wochenendes knapp die WM-Führung behauptete.
In der MX2-Klasse feierte Sacha Coenen ein perfektes Wochenende. Mit einem lupenreinen 1-1-1 (inklusive Qualifikationssieg) sicherte er sich den Tagessieg vor Guillem Farres (Triumph) und Mathis Valin (Kawasaki). Der deutsche Titelverteidiger Simon Längenfelder kämpfte mit der Traktion, konnte aber durch einen starken dritten Platz im zweiten Lauf die „Red Plate“ des Meisterschaftsführenden mit drei Punkten Vorsprung knapp verteidigen.
In der EMX250-Klasse krönte sich der Australier Jake Cannon (Venum BUD Racing Kawasaki) nach zwei hart umkämpften zweiten Plätzen zum Gesamtsieger. Das Highlight war jedoch die Performance des Tabellenführers Francisco Garcia: Nach einem souveränen Sieg im ersten Lauf streikte im zweiten Rennen sein Motorrad am Start. Er nahm das Rennen als Letzter auf und pflügte in einer heroischen Aufholjagd bis auf Platz 12 vor, womit er sein Rotes Schild erfolgreich verteidigte.
Die EMX125-Klasse stand ganz im Zeichen der rot-weiß-roten Dominanz. Der Österreicher Moritz Ernecker (Norman KTM Factory Rookies) lieferte eine makellose Vorstellung ab und sicherte sich mit einem perfekten 1-1 den Tagessieg. Sein Landsmann Ricardo Bauer machte den österreichischen Doppelsieg mit Gesamtrang zwei perfekt. Auch aus deutschsprachiger Sicht gab es Grund zur Freude: Emil Ziemer zeigte eine starke und konstante Leistung, die ihn auf den hervorragenden vierten Gesamtrang brachte.