Am zweiten Renntag der diesjährigen 6DAYS® FIM Enduro of Nations behauptete Italien in Grândola (Portugal) weiterhin die Führung in der World-Trophy-Kategorie und baute den Vorsprung aus.

An der Spitze der Junior World Trophy gab es hingegen einen Wechsel: Frankreich übernahm nach einem staubigen zweiten Tag die Führung. In der MOTOREX Women’s World Trophy liegen weiterhin die USA in Front.

Der Staub in Grândola verlangte den Fahrern bei den diesjährigen 6DAYS® in Portugal erneut alles ab. Zahlreiche Nationen wurden Opfer der schwierigen Bedingungen – für Großbritannien wurde Tag 2 jedoch zu einem Tag zum Vergessen. Die Hoffnungen auf Podestplätze lösten sich auf, da sie in allen drei Trophy-Klassen jeweils einen Fahrer verloren. Neben Großbritannien und Australien mussten auch Polen und Guatemala Ausfälle in der World Trophy hinnehmen.

Jed Etchells (Sherco, Großbritannien): „Der Ausfall von Jamie [McCanney] hat uns leider aus dem Rennen um die World Trophy geworfen. Es ist schade, weil wir einen guten Start an Tag 1 hatten. Da wir nur noch zu dritt sind, werden wir versuchen, einzeln unser Bestes zu geben.“

Italien bleibt die zu schlagende Nation in der World Trophy

In der World-Trophy-Klasse baute Titelverteidiger Italien seinen Vorsprung auf den Zweitplatzierten Frankreich an Tag 2 auf 3 Minuten und 24 Sekunden aus. Alle vier italienischen Fahrer platzierten sich unter den Top 20 der Gesamtwertung – angeführt von Andrea Verona (KTM) und Morgan Lesiardo (Triumph) auf den Rängen zwei und vier im Tages-Einzelklassement. Damit präsentiert sich Italien weiterhin als dominierende Kraft.

Frankreich, angeführt von Zach Pichon (TM MOTO) auf Gesamtrang drei, hielt den Rückstand in Grenzen, muss an Tag 3 jedoch Boden gutmachen, um ein weiteres Entwischen der Italiener zu verhindern.

Léo Joyon (Triumph, Frankreich): „Heute war es viel schwieriger als gestern. Die Prüfungen waren extrem ausgefahren und es war schwer zu attackieren. Als Team haben wir gut zusammengehalten und den Druck auf Italien aufrechterhalten. Mit der neuen Strecke morgen hoffen wir, die Lücke zu schließen.“

Schweden behauptet weiterhin den dritten Gesamtrang, verlor jedoch etwas Zeit auf Frankreich und liegt nun über 1 Minute und 22 Sekunden zurück. Da ihre bevorzugten Sandpassagen noch bevorstehen, bleibt den Schweden Zeit zum Angriff.

Ein verhaltener, aber erfolgreicher Tag brachte die USA auf den vierten Rang nach vorne, begünstigt durch den Ausfall im britischen Team. Die Amerikaner verkürzten zugleich den Abstand auf Schweden auf 1 Minute und 13 Sekunden. Spanien komplettiert Tag 2 auf dem fünften Rang, angetrieben vom Tagessieg durch Josep García (KTM).

Frankreich übernimmt Führung in der Junior World Trophy

In der Junior World Trophy spitzte sich der Kampf um die Spitze zwischen Italien und Frankreich zu. Frankreich beendete Tag 2 als neuer Spitzenreiter. Trotz einer Verletzung kämpfte sich Italiens Kevin Cristino (Husqvarna) durch den Tag, um sein Team im Rennen zu halten.

Frankreich nutzte die Situation konsequent: Mit starken Leistungen aller drei Piloten – Thibault Giraudon (Fantic), Clément Clauzier (Beta) und Romain Dagna (KTM) – erarbeitete sich das französische Trio einen Vorsprung von 29 Sekunden auf Italien.

Romain Dagna (KTM, Frankreich): „Das war ein großartiger Tag für uns als Team. Die Führung in der Junior World Trophy zu übernehmen, ist genial. Der Kampf mit Italien ist eng. Sie hatten heute Probleme, von denen wir profitieren konnten, aber auch wir hatten kleine Fehler. Ich habe mir gestern die Hand verletzt, was in der ersten Runde schwierig war, aber ich konnte durchziehen. Wir freuen uns alle auf die neuen Sonderprüfungen morgen.“

Die USA zeigten erneut eine solide Leistung und sicherten sich den dritten Rang (2:25 Minuten hinter Frankreich, aber nur 1:24 Minuten hinter Italien). Spanien rangiert auf Platz vier und baute den Vorsprung auf Chile auf Platz fünf auf fast fünf Minuten aus.

USA führen weiterhin die MOTOREX Women’s World Trophy an

In der MOTOREX Women’s World Trophy halten die USA unangefochten die Spitzenposition. Mit den Plätzen eins und zwei im Tages-Einzelklassement durch Brandy Richards (KTM) und Korie Steede (Husqvarna) bauten die Amerikanerinnen ihren Vorsprung auf Australien auf knapp vier Minuten aus.

Australien gibt sich jedoch keineswegs geschlagen: Eine geschlossene Teamleistung brachte Danielle McDonald (Yamaha), Madi Simpson (Yamaha) und Jessica Gardiner (Yamaha) auf die Tagesränge drei, vier und fünf.

Madi Simpson (Yamaha, Australien): „Das war ein guter Tag für uns. Wir pushen hart und geben jeden Tag unser Bestes. Ich hatte zwar ein paar Stürze, aber meine Teamkolleginnen haben das mit ihren Ergebnissen wettgemacht.“

Die USA und Australien haben sich deutlich vom restlichen Feld abgesetzt: Das drittplatzierte Frankreich liegt bereits über 20 Minuten zurück, führt jedoch über zehn Minuten vor Gastgeber Portugal auf Rang vier. Neuseeland komplettiert die Top 5.

Tagessieg für Spaniens Josep García an Tag 2

Dank einer verbesserten Startposition ging Josep García (KTM) von Beginn an auf Angriff und setzte die Bestzeit in der ersten Sonderprüfung. Verona konterte in der folgenden Prüfung. Nach einem spannenden Schlagabtausch entschied García die letzte Prüfung für sich und holte den Tagessieg mit zwei Sekunden Vorsprung vor Verona.

Josep García (KTM): „Der Plan war, von Anfang an Vollgas zu geben. Es lief alles bestens, bis ich in der vorletzten Prüfung einen schweren Sturz hatte. Zum Glück konnte ich in der letzten Prüfung noch einmal zurückschlagen und den Tagessieg holen.“

Zach Pichon (TM MOTO) belegte mit 27 Sekunden Rückstand den dritten Platz, gefolgt von Morgan Lesiardo (Triumph) und Max Ahlin (Honda, Schweden).

  • Enduro1 (E1): Josep García baute mit dem Tagessieg seine Führung in der E1-Klasse aus. Morgan Lesiardo belegte Rang zwei vor Samuele Bernardini (Honda).
  • Enduro2 (E2): Trotz des knapp verpassten Gesamttagessiegs sicherte sich Andrea Verona souverän den Sieg in der E2-Klasse vor Zach Pichon und Max Ahlin.
  • Enduro3 (E3): Julien Roussaly (Sherco, Frankreich) gewann erneut die E3-Kategorie vor Brad Freeman (Beta, Großbritannien) und Albin Norrbin (Husqvarna, Schweden).
  • Frauen-Einzelwertung: Brandy Richards dominierte Tag 2 mit Bestzeiten in allen Sonderprüfungen. Korie Steede folgte auf Platz zwei knapp vor Danielle McDonald.

Team Italien übernimmt Führung im Club Team Award

Im Club Team Award erkämpfte sich das Team Italien die Führung und liegt nun 2 Minuten und 18 Sekunden vor dem Team Rabaconda. Die Missouri Mudders belegen weiterhin Platz drei.

In der Klasse Veteran Club Team führt weiterhin das Team Motokrosova Skola CZ vor dem Gottbros Team.

Nach zwei anspruchsvollen Renntagen erwartet die Fahrer an Tag 3 eine neue Streckenführung: Eine Schleife von Grândola nach Santiago do Cacém, die zweimal absolviert werden muss.

Text/Bild: FIM/Future7Media