Int. 30. ADAC Geländefahrt war zugleich der Saisonauftakt der Int. Deutschen Enduro Meisterschaft 2026
Jeremy Sydow heißt der Gesamtsieger auch der Int. 30. ADAC Geländefahrt „Rund um Dahlen“. Beim nächsten runden Geburtstag sowie gleichzeitig dem Saisonauftakt der Internationalen Deutschen Enduro Meisterschaft (DEM) 2026 verwies der Triumph-Pilot Luca Fischeder aus Geringswalde und den Tschechen Matyas Chlum auf die Plätze. Damit ist der 25-jährige Chemnitzer seit 2023 in der Heidestadt ungeschlagen. Bei herrlichem dem Frühling alle Ehre machenden Wetter, säumten wieder tausende Fans aus allen Himmelsrichtungen die Strecken.
Volles Feld, tolle Action
283 Fahrerinnen und Fahrer in zwölf Klassen stellten sich am 22. März in und um Dahlen dem motorisierten Geländesport-Wettkampf. Der Beste von ihnen war am Ende Jeremy Sydow. Auf der rund 73 Kilometer langen Strecke, die drei Mal zu umrunden war und die mit den beiden Dahlener Sonderprüfungsklassikern auf der Motocross-Strecke auf dem Dahlener Burgberg und dem angrenzenden Gelände sowie im Steinbruch Meltewitz und Umgebung waren die Akteure, inklusive kleiner Service- und Erholungspausen, gut sieben Stunden unterwegs. Für die sechs Tests benötigte Jeremy Sydow eine kumulierte Sonderprüfungszeit von 42:18,14 Minuten und damit 13,43 Sekunden weniger als der Zweitplatzierte, der für den gastgebenden MSC Dahlen e. V. im ADAC fahrende Luca Fischeder aus Geringswalde. Mit einem Rückstand von 1:42,22 Minuten auf den Sieger wurde Matyas Chlum aus Tschechien Gesamtdritter. In Sachen Test-Bestzeiten stand es am Ende vier zu zwei, ebenfalls zugunsten von Jeremy Sydow. Während Fischeder die erste Zeitenjagd des Tages sowie der neuen Saison für sich verbuchte und ebenso die sechste und letzte der Dahlener Geländefahrt 2026, wurde Sydow dazwischen seiner Favoritenstellung gerecht.
Damit standen bei der abschließenden Siegerehrung für die klassenübergreifende Championats- und Tageswertung gleichzeitig auch die drei Klassensieger gemeinsam auf dem Podest. Jeremy Sydow hatte logischerweise gleichzeitig seine hubraumschwächste Kategorie E1 gewonnen, Matyas Chlum trat in der E2 an und gewann diese, ebenso Luca Fischeder in der E3.
Die Worte des Gesamtsiegers
„Es war ein schöner Renntag und ein schöner Erfolg, in Dahlen wieder gewonnen zu haben“, gab Jeremy Sydow im Ziel zunächst zu Protokoll. Und weiter: „Dahlen ist eines meiner Lieblingsrennen im Kalender. Schade, dass es diesmal nur zwei Prüfungen pro Runde waren, denn voriges Jahr war es mit der zusätzlichen Prüfung auf dem Sportplatz fast wie bei einer WM. Aber es war trotzdem eine super Veranstaltung und es ist immer wieder schön, hier vor so vielen Fans zu fahren.“
Ehrungsmarathon
Die weiteren Podeststürmer der DEM-Kategorien waren in der E1 Lucas Bergström aus Schweden und Davide von Zitzewitz aus Karlshof als Zweiter bzw. Dritter, in der E2 mit den gleichen Platzierungen Edward „Eddi“ Hübner aus Penig und Chris Gundermann aus Straufhain sowie in der E3 Florian Görner aus Gornau/Dittmannsdorf und Toni Hoffmann aus Wismar.
Die Junioren-Klasse J1 gewann Pascal Sadecki aus Zschopau vor dem Schweden William Berg und Leonhard Koch aus Massenbachhausen. Die Junior 2 entschied der Lossataler Erik Schmidt für sich, wobei er Collin Lang aus Reichenbach und Sky Maddox Dombrowski aus Marienberg auf die Plätze verwies.
Und noch ein Klassensieg für den Gastgeber
Von den weiteren Clubfahrern des gastgebenden MSC Dahlen e. V. schnitt Paul Hempel aus Niederfrohna am besten ab. Er gewann die DMSB-Enduro-Cup-Klasse E3B. Jonas Felten aus Ochsensaal wurde hier Elfter und Steven Knedel aus Oschatz 18. In der gleichen DEM-Klasse (E3) wurde der Dahlener Thomas Decker Siebenter.
Blick in die Enduro-Historie mit Harald Sturm
Am Vorabend der diesjährigen Dahlener Geländefahrt hatte sich der Gastgeber-Verein zusammen mit dem Torgauer Ronald Preuß und dessen Helfer, passend zum runden Geburtstag, einen schönen Blick in die Historie einfallen lassen. In der Werkhalle der Firma Abbundzentrum Dahlen hatte man eine schöne Veranstaltung mit dem Themenschwerpunkt Harald Sturm und seine Erfolge organisiert. Bei dieser zitierte Ronald Preuß etliche Passagen aus dem 2017 erschienenen aber längst vergriffenen Buch „Ein Leben auf zwei Rädern – Die MZ-Legende Harald Sturm“ und der Stargast gab dazu so manche Episode ergänzend preis. Schon ober der rund 500 wegen ihm anwesenden Fans war „Harry“ ziemlich überrascht. Geradezu überwältigt war er, als der Dahlener Bürgermeister Matthias Löwe ihn um einen Eintrag ins Goldene Buch der Stadt bat. Garniert war die Geschichtskunde mit einer absolut sehenswerten Ausstellung mit 23 echten Raritäten als Enduro-Technik-Zeitzeugen (11 MZ und 12 Simson) aus den 1960er-, 1970er- und 1980er-Jahren. Die meisten waren Ex-Werks-Geländemaschinen und ließen die Herzen schon am Nachmittag ebenso höher schlagen, als der unterhaltsame Abend mit Harald Sturm.
Das Fazit des Clubchefs
Am Ende einer wiederum anspruchsvollen Geländefahrt und rundum gelungen Veranstaltung zog der Vorsitzende des MSC Dahlen, Lars Scholz, folgendes positives Fazit: „Wir bedanken uns bei allen, die mitgeholfen haben, auch in diesem Jahr solch eine tolle Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Sprich, bei unseren Vereinsmitgliedern und allen freiwilligen Helfern, den Sponsoren und Behörden. Ohne sie ist es schlichtweg nicht möglich, so eine Veranstaltung durchzuführen. Von den Zuschauern her, waren wieder Massen unterwegs. Es war bei bestem Rennwetter eine gute Stimmung. Ich behaupte, es war ein perfektes Renn-Wochenende, auch durch die Veranstaltung am Samstag. Das Feedback von Fahrern und den Serien-Verantwortlichen und Offiziellen der DEM war durchweg positiv. Der Grund-Tenor war, dass man immer wieder gern nach Dahlen kommt.“
Weitere Infos zu Rund um Dahlen 2026 sowie zum Verein gibt es unter www.msc-dahlen.de.
Text/Bild: Thorsten Horn