Die MXGP-Saison 2026 schickt sich an, eine der packendsten Meisterschaften der jüngeren Geschichte zu werden. Die nun veröffentlichte Liste der offiziell zugelassenen Teams (OAT) strotzt nur so vor Talenten, die um den Titel der FIM Motocross-Weltmeisterschaft kämpfen werden. Allein in der MXGP-Klasse sind 15 Grand-Prix-Sieger gemeldet, die zusammen die Erfahrung von fast 17 vollen Saisons an GP-Siegen auf sich vereinen. Angeführt wird dieses beeindruckende Feld von acht Weltmeistern, die es gemeinsam auf stolze 18 Titel bringen. Der amtierende Champion Romain Febvre kehrt zurück, um seine hart erarbeitete Startnummer #1 für das Kawasaki Racing Team MXGP zu verteidigen, während der MXGP-Vizemeister von 2025, Lucas Coenen, für Red Bull KTM Factory Racing antritt – fest entschlossen, der neunte Titelträger im hochkarätigen Line-up von 2026 zu werden.
Die Schlagzeilen zu Beginn des Jahres dominierten jedoch die Wechsel der beiden „fünffachen Weltmeister-Giganten“: Jeffrey Herlings hat bei Honda HRC unterschrieben, während Tim Gajser zum Team Monster Energy Yamaha Factory MXGP gewechselt ist. Da beide Fahrer zum ersten Mal in ihrer Grand-Prix-Karriere das Team gewechselt haben und zusammen auf gewaltige 164 GP-Siege kommen, arbeiten sie nun unter Hochdruck daran, sich rechtzeitig zum Saisonauftakt in Argentinien auf ihre neuen Maschinen einzustellen. Neben Febvre kehrt 2026 auch sein französischer Landsmann und zweifacher MX2-Weltmeister Tom Vialle zurück, der an der Seite von Herlings und dem im Team verbliebenen Ruben Fernandez bei Honda HRC sein Debüt in der MXGP-Klasse geben wird. Maxime Renaux ist ein weiterer ehemaliger französischer Weltmeister im Feld; er bleibt dem Monster Energy Yamaha Team treu, mit dem er bereits 2021 seinen MX2-Titel feierte.
Vervollständigt wird die Riege der acht Weltmeister durch Kay de Wolf, Andrea Adamo und Pauls Jonass, die für Nestaan Husqvarna Factory Racing, Red Bull KTM Factory Racing und das Kawasaki Racing Team MXGP an den Start gehen. De Wolf und Adamo geben dabei ihr lang erwartetes MXGP-Debüt, nachdem sie die letztjährige MX2-Weltmeisterschaft als Zweiter und Dritter abgeschlossen haben. Der Mann, der ihnen damals den Titel verwehrte, Simon Längenfelder, kehrt nun zurück, um seine Krone mit der Startnummer #1 für Red Bull KTM Factory Racing zu verteidigen. Er wechselt allerdings intern zum KTM-Werksteam nach Österreich und verlässt damit die italienische De-Carli-Truppe. Er wird sich gegen starke Konkurrenten wie Liam Everts und Sacha Coenen behaupten müssen, die beide bei ihren bewährten Werksteams von Husqvarna und KTM verbleiben.
Auch bei den anderen Teams gibt es bedeutende Bewegungen: Calvin Vlaanderen und Andrea Bonacorsi schließen sich Jeremy Seewer bei Ducati Factory Racing MXGP an, das nun unter der Leitung von Louis Vosters steht. Das Fantic Factory Racing Team wird künftig von Jacky Martens geführt und schickt Brent van Doninck sowie Alberto Forato ins Rennen. Ein dritter italienischer Hersteller, Beta, setzt im MRT Racing Team auf Jago Geerts und den MXGP-Rookie Rick Elzinga. Ein weiterer prominenter Aufsteiger in die Königsklasse ist Thibault Benistant, der im Team Honda Motoblouz SR Motul Teamkollege von Kevin Horgmo wird. Auch Oriol Oliver steigt mit Gabriel SS24 KTM auf, während Mattia Guadagnini zum Van Venrooy KTM Racing Team wechselt.
In der MX2-Klasse bleibt das französische Toptalent Mathis Valin bei Kawasaki, während sein Nachfolger als EMX250-Champion, Janis Reisulis, gemeinsam mit seinem Bruder Karlis für das Monster Energy Yamaha Factory MX2 Team antritt. Sein Rivale aus dem Vorjahr, der ehemalige EMX125-Champion Noel Zanocz, gibt sein GP-Debüt für Van Venrooy KTM. Das Triumph Factory Racing Team setzt weiterhin auf Camden McLellan und Guillem Farres, die nach ihren Laufsiegen im letzten Jahr nun den ersten Gesamtsieg für die Marke anstreben. Zudem wird Ferruccio Zanchi ein spannendes Debüt auf der 250cc-Ducati für das Beddini Racing Team geben, was einen achten Hersteller in die MX2-Klasse bringt. Zu den weiteren Wechseln gehören Cas Valk bei TM Moto CRD Motosport und Marc-Antoine Rossi, der für das neue Maddii Racing Honda ABF Italia Team startet. Valerio Lata bleibt als einziger MX2-Fahrer bei Honda HRC. Schließlich kehrt der Niederländer Scott Smulders mit dem SixtySeven Racing Team auf die OAT-Liste zurück, während Kay Karssemakers sein erstes volles Jahr bei DRT Kawasaki bestreitet. Das tschechische Osicka MX Team wird ebenfalls mit Julius Mikula in der MX2 vertreten sein.
Es ist beeindruckend zu sehen, dass im Jahr 2026 erneut zehn Hersteller mit Werkseinsätzen in beiden Klassen konkurrieren. Es verspricht eine fantastische Saison zu werden, in der die Sieger kaum vorhersehbar sein werden – ein Jahr, das man als Fan keinesfalls verpassen darf.

Bild: Infront Moto Racing