Der Countdown zur 15. Runde der FIM Motocross-Weltmeisterschaft begann am Freitag abseits des Glimminge Motorstadions, als die Stars der MXGP und MX2 im Torp Köpcentrum zur traditionellen Autogrammstunde vor dem Event auf die schwedische Öffentlichkeit trafen.
Das Treffen im Torp Shopping Center, das mittlerweile fest zum Uddevalla-Wochenende gehört, hat sich von Jahr zu Jahr zur Auftaktveranstaltung des MXGP von Schweden entwickelt. Die diesjährige Ausgabe bildete keine Ausnahme: Der Eingang des Einkaufszentrums war bereits lange vor dem Start am Spätnachmittag dicht gedrängt.
Für das Aufwärmprogramm sorgte eine Freestyle-Motocross-Demonstration, bei der das Dröhnen der Zweitakter und eine Reihe spektakulärer Big-Air-Tricks den Ton angaben und Käufer aus dem gesamten Zentrum anlockten. Als die Fahrer vorgestellt wurden, war die Menge bereit.
Angeführt wurde das Aufgebot von Jeffrey Herlings (Honda HRC Petronas), zusammen mit seinem Teamkollegen Tom Vialle. Monster Energy Yamaha Factory MXGP brachte Tim Gajser und Maxime Renaux mit, während das Kawasaki Racing Team MXGP durch Pauls Jonass vertreten war. Red Bull KTM Factory Racing reiste mit Andrea Adamo sowie dem MX2-Duo Simon Längenfelder und Sacha Coenen an. Kevin Horgmo vom Team Honda Motoblouz SR Motul, der Norweger, der diese Ecke Skandinaviens besser kennt als die meisten anderen, wurde von Kevin Brumann aus der Schweiz und Schwedens eigenem Leopold Ambjörnsson begleitet. Sie wurden zudem von vielen lokalen schwedischen Fahrern aus den Klassen MXGP, MX2 und EMX begleitet.
Und dann war da noch Isak Gifting. Der JK Racing Yamaha-Fahrer war der Name, wegen dem die Menge gekommen war, und der Empfang, den er erhielt, machte das vom ersten Schritt an deutlich. Wikingerhelme und selbstgemachte Flaggen füllten die vorderen Reihen.
Nach einem Familienfoto mit der gesamten Aufstellung gab es eine Überraschung: Der schwedische Verband SVEMO betrat die Bühne, um Isak Gifting und Alve Callemo für das schwedische MXoN-Team vorzustellen. Der dritte Fahrer im Team ist Alvin Östlund. Alvin Östlund konnte zwar nicht an der Veranstaltung teilnehmen, seine Nominierung für das Team wurde jedoch bestätigt.
Unterdessen machten es sich die Fahrer hinter den Tischen gemütlich, um Poster, Kappen, Flaggen, Renntrikots und alles andere zu signieren, was die Fans hochhielten. Die Schlange war riesig, was einmal mehr die Leidenschaft zeigt, die schwedische Fans für Motocross hegen.
Gifting blieb weit über das geplante Ende der Autogrammstunde hinaus vor Ort, arbeitete sich durch jeden verbleibenden Fan und stellte sicher, dass kein Kind ohne Unterschrift, Foto und einen kurzen gemeinsamen Moment nach Hause ging. Es ist die Art von Geste, die einen Heim-Grand-Prix zu etwas Mehrem als nur einem Rennwochenende macht.
Der Abend gehörte dann den vergangenen Generationen. Ein Holeshot-Wettbewerb brachte die Legenden des Sports zurück an das Startgatter: Der fünfmalige Weltmeister Joel Smets und der MX2-Weltmeister von 2004, Ben Townley, traten zusammen mit Rasmus Jørgensen, Jörgen Nilsson, Mats „Lappen“ Nilsson, Anders Eriksson, Brian Jørgensen, Kenneth Gundersen, Filip Thuresson und Joakim Ljunggren an.
So viele Fahrer folgten dem Ruf, dass die Startgerade komplett gefüllt war. Die Atmosphäre, die sie schufen – teils Wiedersehenstreffen, teils Rennen –, wurde nur noch durch den Austausch mit den Fans getoppt, die geblieben waren, um zuzuschauen.
Die Fans waren nicht das einzige Publikum. Ein großer Teil des aktuellen MXGP- und MX2-Fahrerfeldes blieb für die Show vor Ort, und die Reaktion der jüngeren Generation aus dem Fahrerlager sprach Bände: Die Reflexe, die Aggressivität und der schiere Einsatz beim Start waren keineswegs verloren gegangen.
Als das Gatter das letzte Mal fiel, wurde Rasmus Jørgensen zum Sieger erklärt; der Teammanager von Nestaan Husqvarna Factory Racing nahm die Trophäe mit nach Hause. Vom Seitenrand aus schauten seine eigenen Fahrer Liam Everts und Kay de Wolf zu, die gekommen waren, um anzufeuern und vorher vielleicht noch den einen oder anderen Tipp zu geben.
Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf das Glimminge Motorstadion, wo am Samstag und Sonntag der MXGP von Schweden 2026 ausgetragen wird.
Text/Bild: Infront moto