Die diesjährige Rallye Dakar in Saudi-Arabien war für die deutschsprachigen Motorrad-Teilnehmer eine extrem harte Herausforderung, die von frühen Rückschlägen der Werksspitze, aber auch von beeindruckenden Erfolgen der Privatfahrer geprägt war. Während das österreichische KTM-Werksteam durch Luciano Benavides den Gesamtsieg feierte, mussten die bekanntesten Hoffnungsträger der Region teils schwere Verletzungen hinnehmen. Der Österreicher Tobias Ebster, der nach seinen starken Vorleistungen in das Hero-Werksteam aufgestiegen war, galt als einer der großen Favoriten. Nach einem vielversprechenden Start und einem starken 24. Platz im Gesamtfeld auf der zweiten Etappe endete seine Rallye jedoch jäh: Auf der 3. Etappe stürzte er bei geringer Geschwindigkeit unglücklich und brach sich das Kahnbein, was sein sofortiges Ausscheiden bedeutete. Fast zeitgleich traf es den deutschen Top-Piloten Sebastian Bühler (ebenfalls Hero). Der Duisburger trat in der Elite-Klasse RallyGP an, kam jedoch bereits auf der 1. Etappe zu Fall und musste das Rennen verletzungsbedingt aufgeben, nachdem er im Prolog mit einem 12. Platz noch seine Konkurrenzfähigkeit unterstrichen hatte.
Im Gegensatz zu den Werksfahrern überzeugten die deutschen Debütanten durch enorme Ausdauer. Als bester Deutscher beendete Maxi Schek das Rennen auf einem hervorragenden 31. Gesamtrang. Er startete in der Wertung „Original by Motul“, der härtesten Kategorie der Dakar, in der die Fahrer ohne jegliche Mechaniker-Unterstützung auskommen müssen. In dieser Spezialwertung für die „echten Abenteurer“ sicherte er sich den beeindruckenden 6. Platz und krönte sein Debüt mit einer außergewöhnlichen Leistung unter schwierigsten Bedingungen. Auch Markus Hertlein erfüllte sich bei seiner ersten Teilnahme den Traum der Zielankunft. Er bewies trotz der Strapazen große Beständigkeit und belegte im finalen Klassement den 68. Gesamtrang. Der einzige Schweizer Motorradpilot im Feld, Dennis Mildenberger, erreichte das Ziel in Yanbu ebenfalls sicher und belegte nach 13 Etappen den 74. Gesamtrang.
Ein Großteil dieser deutschsprachigen Starter trat dabei in der Rally2-Klasse an. Diese Kategorie bildet das sportliche Fundament der Dakar und ist für Privatfahrer sowie semiprofessionelle Teilnehmer reserviert. Im Gegensatz zur RallyGP-Klasse, in der ausschließlich die absoluten Top-Profis der Werksteams gelistet sind, unterliegen Rally2-Fahrer einem Geschwindigkeitslimit von 160 km/h. Die Klasse dient zudem als Sprungbrett für Talente. In dieser Wertung konnten sich die deutschsprachigen Finisher erfolgreich behaupten: Markus Hertlein beendete die Dakar auf dem 42. Platz der Rally2-Wertung, während Dennis Mildenberger den 48. Platz in dieser Klasse belegte. Abgerundet wurde die Rallye durch das historische Finale an der Weltspitze, bei dem Luciano Benavides dem österreichischen Hersteller KTM den Gesamtsieg mit dem Rekordvorsprung von lediglich 2 Sekunden vor Ricky Brabec (Honda) sicherte.
Die finalen Platzierungen im Überblick
| Fahrer | Nation | Klasse | Gesamtrang | Klassenplatzierung |
| Maxi Schek | DE | Original by Motul | 31. Platz | 6. Platz (Original) |
| Markus Hertlein | DE | Rally2 | 68. Platz | 42. Platz (Rally2) |
| Dennis Mildenberger | CH | Rally2 | 74. Platz | 48. Platz (Rally2) |
| Tobias Ebster | AT | Rally2 (Werk) | DNF (E3) | – |
| Sebastian Bühler | DE | RallyGP (Werk) | DNF (E1) | – |
Bild: HERO Motosports