Romain Febvre vom Kawasaki Racing Team MXGP schloss seine Vorbereitung auf die Verteidigung seines FIM MXGP-Weltmeistertitels ab, indem er sich bei den internationalen niederländischen Meisterschaften auf der anspruchsvollen Sandstrecke von Lierop die ersten beiden Plätze in beiden Läufen mit einem weiteren mehrfachen Weltmeister teilte.

Der Franzose arbeitete sich im ersten Lauf schnell nach vorne, übernahm nach wenigen Runden die Führung und legte ein enormes Tempo vor, um einen Vorsprung von sieben Sekunden herauszufahren. Er behauptete seine Spitzenposition bis zur Zielflagge vor dem „King of Sand“, Jeffrey Herlings. Im zweiten Rennen setzten sich die beiden sofort an die Spitze und begeisterten das Publikum mit einem packenden Duell; Febvre überholte seinen Rivalen zwischenzeitlich und führte mehrere Runden lang, bevor sich der Lokalmatador im Überrundungsverkehr erneut an die Spitze setzte und diese bis ins Ziel verteidigte. Die WM-Rivalen beendeten den Tag punktgleich, wobei sich das Kawasaki-Ass aufgrund der Wertung des zweiten Laufs mit dem zweiten Gesamtrang begnügen musste. Doch ihre Duelle schüren die Erwartungen an eine fesselnde MXGP-Saison, deren erste von neunzehn Runden am kommenden Wochenende in Argentinien stattfindet.  

Romain Febvre: „Ich bin zufrieden mit meinem Speed heute, da ich seit Pernes vor drei Wochen kein Rennen mehr bestritten habe; man weiß nie, ob man einen guten Rennrhythmus hat, bis man zusammen mit seinen Rivalen auf der Strecke ist. Mein Start im ersten Lauf war nicht so toll, aber ich habe alle überholt und gewonnen, auch wenn ich noch etwas verkrampft gefahren bin. Beim zweiten Start lag ich auf der Geraden in Führung, kam aber in der ersten Kurve zu weit nach außen, sodass sowohl Herlings als auch Nagl innen an mir vorbeizogen. Ich ging sofort wieder an Nagl vorbei und überholte dann auch Jeffrey, um das Rennen anzuführen. Aber es war so viel Verkehr, dass ich Zeit verlor, als mir ein zu Überrundender in den Weg kam. Jeffrey übernahm wieder die Führung und ich verlor noch mehr Zeit mit Überrundungen, aber ich bin zufrieden mit den Ergebnissen und bereit für Argentinien.“  

KRT-Kollege Pauls Jonass war beeindruckend in den Tag gestartet, indem er im Qualifying die zweitschnellste Zeit fuhr, doch Stürze in der Anfangsphase beider Läufe warfen den Letten in den beiden Rennen auf die Plätze zehn und neun zurück.  

Pauls Jonass: „Es war ein ziemlich herausfordernder Tag. Ich war im Qualifying schnell, habe aber in der Anfangsphase beider Läufe dämliche Fehler gemacht. Im ersten Rennen kam ich von fast ganz hinten auf den zehnten Platz vor, aber es war schwierig, beim Durchpflügen des Feldes meinen Rhythmus zu finden. Im zweiten Lauf stürzte ich in der ersten Runde erneut über einen Sprung und musste warten, bis das gesamte Feld vorbeigezogen war, bevor ich das Rennen wieder aufnehmen konnte. Ich hielt zudem kurz in der Boxengasse an, um die Hebel geradezurücken, bevor ich als Neunter zurückkam. Natürlich bin ich von den heutigen Ergebnissen enttäuscht, aber jetzt freue ich mich auf Argentinien am nächsten Wochenende.“  

Mathis Valin vom Kawasaki Racing Team MX2 startete beeindruckend in den Tag, indem er sich bei seinem ersten Besuch auf dieser Strecke als Zweiter in der MX2 qualifizierte. Diese Position hielt er im ersten Rennen bis zu einem schweren Sturz inne. Er blieb unverletzt, stieg wieder auf und belegte den sechsten Platz. Der französische Teenager musste im zweiten Lauf hart kämpfen, um nach einem schlechten Start noch auf den fünften Platz vorzufahren, was ihm auch den fünften Gesamtrang einbrachte.  

Mathis Valin: „Dies ist eine ziemlich spezielle Strecke; es war eine neue Erfahrung für mich, und ich hatte heute Morgen nur ein kurzes Training, um sie kennenzulernen. Mein Start im ersten Rennen war okay, aber es ist hier schwierig zu überholen, und als ich Zweiter war, hatte ich einen Sturz. Er war spektakulär, aber ich habe mich nicht verletzt und das Motorrad nicht beschädigt. Im zweiten Lauf bin ich nicht so gut gestartet und habe kein gutes Gefühl für die Strecke gefunden, also bin ich kein Risiko eingegangen und habe es einfach als neue Erfahrung verbucht.“  

Kay Karssemakers von DRT Kawasaki gelang ein solider Saisonstart: Mit den Plätzen drei und sechs in den Läufen beendete er den Tag als Gesamtdritter auf dem Podium.

Text/Bild: Kawasaki Racing Team