Romain Febvre vom Kawasaki Racing Team MXGP hat sich die FIM-Silbermedaille in der MXGP-Motocross-Weltmeisterschaft gesichert, nachdem er beim vorletzten Saisonlauf im chinesischen Shanghai mit dem zweiten Gesamtrang sein zehntes GP-Podium der Saison einfuhr. KRT-Teamkollege Pauls Jonass sorgte erneut dafür, dass zwei Kawasakis unter den Top 5 landeten.
Der Franzose benötigte im ersten Lauf nach einem Start auf Platz drei ein paar Runden, um seinen gewohnten Rhythmus zu finden. Doch als er diesen gefunden hatte, fuhr er regelmäßig schnellere Zeiten als die Führenden, lag nach 20 Minuten am Hinterrad des Zweitplatzierten und setzte sechs Runden vor Schluss das entscheidende Überholmanöver. Der Führende war zwar noch in Sichtweite, lag jedoch knapp zu weit vorne, um einen Angriff auf den Sieg zu starten, sodass Febvre an der Zielflagge schließlich einen sicheren zweiten Platz verbuchte. Im zweiten Durchgang bog er als Dritter in die erste Kurve und benötigte die Hälfte des Rennens, um sich auf den zweiten Platz vorzuarbeiten. Er hielt den Druck an der Spitze aufrecht und fuhr in den letzten beiden Runden bis an das Hinterrad des Führenden heran, ehe ihm die Zeit für einen finalen Angriff ausging. Die beiden zweiten Plätze in den Wertungsläufen sicherten ihm mit dem zweiten Gesamtrang das zehnte Podium im 18. GP. Mit nun 93 Punkten Vorsprung auf den Drittplatzierten der Gesamtwertung vor dem Saisonfinale am kommenden Wochenende in Australien ist Febvre der Vizeweltmeistertitel und die FIM-Silbermedaille in der Endabrechnung der Weltmeisterschaft nicht mehr zu nehmen.
Romain Febvre: „Ich fühle mich immer wohl, wenn es richtig warm ist, auch wenn es zumindest nicht ganz so heiß war wie im letzten Jahr. Ich war körperlich schon immer fit, verliere also keine Energie und kann selbst bei Hitze pushen. Nach dem ersten Lauf wusste ich, dass es ein Zweikampf zwischen Jeffrey und mir werden würde. Ich konnte das Überholmanöver zwar nicht ganz durchziehen, obwohl ich alles versucht habe, aber es war schön, an der Spitze endlich wieder mit ihm zu kämpfen. Zwei Runden vor Schluss war ich dran; in der letzten Runde lagen wir dicht beieinander, aber beim Sprung bin ich in eine Querrille geraten, stand quer und habe mir gesagt: OK, es passt so.“
KRT-Teamkollege Pauls Jonass wählte in der ersten Kurve des ersten Laufs eine enge Linie und belegte zunächst den sechsten Rang, während sich in den ersten Runden ein intensiver Positionskampf entwickelte. Als sich das Feld sortiert hatte, fand sich der Lette bis zur Rennmitte auf einem einsamen fünften Platz wieder. Ab diesem Zeitpunkt lebte die Action noch einmal auf, ehe der Kawasaki-Pilot seinen fünften Rang bis zur Zielflagge festigte. Eine aggressive Auftaktrunde nach einem Start aus dem Mittelfeld brachte ihn im zweiten Lauf schnell auf Platz fünf – eine Position, die er bis zum Ende verteidigte, um sich sein zweites Top-5-Gesamtergebnis in Folge zu sichern. Er hat damit einen Platz unter den Top 10 der Meisterschaftsendwertung sicher und reist nächste Woche nach Australien, wo ihm noch 29 Punkte fehlen, um von Rang zehn auf Rang neun vorzurücken.
Pauls Jonass: „Heute gab es keine Fehler, aber im ersten Lauf konnte ich einfach meinen Flow nicht finden. Im zweiten Lauf hatte ich einen guten Start, war aber vor der ersten Kurve etwas zu weit außen. In der ersten Runde konnte ich dann einige gute Manöver ansetzen. Es war wieder heiß und schwül, aber zumindest nicht ganz so extrem wie im Vorjahr. Der fünfte Platz sieht auf dem Papier nicht schlecht aus, aber es wäre schön, die Saison nächste Woche in Australien mit einem Podestplatz zu beenden.“
Text/Bild: Kawasaki Racing Team