Romain Febvre vom Kawasaki Racing Team MXGP fuhr bei der schwedischen Runde der FIM MXGP-Motocross-Weltmeisterschaft in Uddevalla auf sein achtes Podium der Saison. Damit verfestigte er seinen zweiten Platz in der Gesamtwertung vier verbleibende GPs vor Schluss weiter. KRT-Teamkollege Pauls Jonass raste bei seiner Rückkehr in das GP-Geschehen im ersten Lauf auf einen beeindruckenden zweiten Platz.
Der Franzose kam im ersten Lauf als Fünfter aus der ersten Kurve und rückte in Runde drei auf Platz fünf vor. Danach entwickelte sich ein frustrierendes Rennen um Platz vier auf einer Hartbodenstrecke, auf der Überholen für alle extrem schwierig war. Immer wieder schob er sich daneben, ehe ihm der Platz ausging. Zwei Runden vor Schluss gelang ihm im vierten Versuch innerhalb von vier Kurven schließlich das entscheidende Manöver für den verdienten dritten Platz. Im zweiten Lauf powerte er spektakulär durch die lange, weite erste Kurve, schob sich unter den Holeshot-Fahrer und hielt die Führung für eine halbe Runde, ehe der dominierende Fahrer der letzten Wochen vorbeizog. Nachdem er dem Druck von hinten in den ersten Runden standhielt, sicherte er den zweiten Platz ab und fuhr diesen ins Ziel. Das Rennen wurde nach einer halben Stunde aus Sicherheitsgründen abgebrochen, da zwei Fahrer auf der Strecke medizinisch versorgt werden mussten. Da eine ausreichende Distanz absolviert war, wurde das Rennen gewertet. Febvres 4-2-Tagesergebnis sicherte ihm den zweiten Gesamtrang. Seinen zweiten Platz in der Meisterschaftstabelle baute er mit einem Vorsprung von 44 Punkten auf den Drittplatzierten weiter aus.
Romain Febvre: „Ich hatte das ganze Wochenende über einen guten Speed, aber in der ersten Kurve von Lauf eins habe ich mich mit einem anderen Fahrer berührt, was meinen Start ruiniert hat. Ich lag das ganze Rennen direkt hinter Adamo, fand aber bis zwei Runden vor Schluss keine Stelle zum Überholen. Ich war froh, als ich im zweiten Lauf fast den Holeshot holte und die Führung übernehmen konnte, aber in der ersten Runde bin ich etwas zu vorsichtig gefahren und Jeffrey konnte vorbeiziehen. Tim war mir in den ersten Runden dicht auf den Fersen, aber ich konnte einen Vorsprung auf ihn herausfahren und versuchte, an Jeffrey dranzubleiben. Ich konnte mein eigenes Tempo fahren und lag nur wenige Sekunden hinter ihm, als die rote Flagge gezeigt wurde.“
KRT-Teamkollege Pauls Jonass erlebte zwei sehr unterschiedliche Rennen und verpasste bei seiner Rückkehr in den GP-Zirkus nach einer Gehirnerschütterung im vergangenen Monat in England das Podium nur knapp. Der Lettländer zeigte im ersten Lauf nach einem aggressiven Überholmanöver für Platz zwei in der dritten Kurve eine tadellose Leistung. Er setzte den Führenden für einige Runden unter Druck, ehe er einen soliden Rhythmus fand, das Verfolgerfeld auf Distanz hielt und als Zweiter über die Ziellinie fuhr – sein erstes Lauf-Podium seit mehr als zwei Jahren. Ein weiterer guter Start in Lauf zwei brachte ihn nach wenigen Kurven auf Rang vier. Er fand jedoch nie den Rhythmus aus dem ersten Lauf und fiel bis zum Ziel auf Rang neun zurück, womit er das Podium als Gesamtvierter knapp verpasste. In der Meisterschaftswertung festigte er seinen zehnten Platz.
Pauls Jonass: „Ich muss mit meinem ersten Lauf heute zufrieden sein; es war gut nach meiner Verletzung zu zeigen, dass ich immer noch an meine Fähigkeit glaube, an der Spitze mitzufahren. Ich habe nicht das Gefühl, im ersten Rennen zu viel Energie verbraucht zu haben – es ist tatsächlich einfacher auf Platz zwei zu fahren als um Platz sieben zu kämpfen –, aber im zweiten Lauf fehlte mir einfach die Intensität. Ich war zu vorsichtig; als man auf so einer Strecke nicht pusht, spürt das Motorrad jede Welle und schlägt überall aus. Trotzdem ist der vierte Gesamtrang mein bestes Saisonergebnis. Es war schade, dass der Sturz in Foxhills passierte, als ich mich so stark fühlte. Ich bin offensichtlich noch nicht wieder auf diesem Niveau und muss aufpassen, es im Training nicht zu übertreiben, aber ich blicke zuversichtlich nach vorne, um diesen Aufwärtstrend in den nächsten Rennen fortzusetzen.“
Kay Karssemakers von DRT Kawasaki hätte in der FIM MX2-Weltmeisterschaft einen besseren Lohn verdient gehabt, hatte jedoch in beiden Läufen Pech, nachdem er enormen Speed und Einsatz gezeigt hatte. Der niederländische Nachwuchsfahrer erwischte eine überragende Linie in den ersten drei Kurven und schob sich auf Platz fünf vor. Er hielt das Tempo mit soliden 1:54er-Runden und widersetzte sich 15 Minuten lang dem amtierenden Weltmeister. Zwei Runden später musste er sich dem aktuellen Tabellenführer beugen, lag als Siebter aber weiterhin gut im Rennen, ehe ein Fehler zehn Minuten vor Schluss zwei weitere Plätze kostete (Platz neun im Ziel). Mit vollem Einsatz in den ersten beiden Kurven des zweiten Laufs lag er rasch wieder auf Platz fünf. Vor Selbstvertrauen strotzend suchte er den Weg weiter nach vorne und setzte sich neben den GP-Sieger des Vorwochenendes. Das Manöver erwies sich jedoch als zu optimistisch: Die beiden Fahrer berührten sich und die Kawasaki stürzte schwer. Karssemakers war schnell wieder auf den Beinen, konnte das Rennen jedoch nicht wieder aufnehmen, da der Kupplungshebel beim Unfall abgebrochen war. Er bleibt Elfter in der Meisterschaftstabelle und hofft auf mehr Glück am kommenden Wochenende bei seinem Heim-GP in Arnhem.
Kay Karssemakers: „Als Niederländer bin ich auf Sand aufgewachsen, aber die Strecke dieses Wochenende hat mir wirklich Spaß gemacht; sie hat einen tollen Fluss und ich habe einen guten Rhythmus gefunden. Die Ergebnisse waren natürlich nicht das, was ich mir erhofft hatte, aber ich habe gezeigt, dass ich den Speed habe und den Top 5 näher komme. Vielleicht klappt es nächste Woche bei meinem Heim-GP!“
Francisco Garcia von Venum Bud Racing Kawasaki machte einen weiteren Schritt Richtung Titel in der EMX250-Europameisterschaft. Mit einem weiteren Doppelsieg feierte er seinen sechsten Gesamtsieg der Saison und baute seinen Vorsprung in der Tabelle bei noch zwei verbleibenden Runden auf 87 Punkte aus.
Der spanische Teenie folgte seinem Teamkollegen Jake Cannon durch die erste Kurve zu einer Bud-Doppelführung und brauchte nur wenige Kurven, um die Spitze zu übernehmen und davonzuziehen. Schnell herausgefahren war ein komfortabler Vorsprung von sechs Sekunden, sodass er sich darauf konzentrieren konnte, das Rennen bei seiner Rückkehr nach dreiwöchiger Pause (aufgrund einer Knieverletzung aus dem Training) zu verwalten. Er kann dem Titelgewinn am kommenden Wochenende in den Niederlanden gelassen entgegenblicken, da ihm aus den verbleibenden vier Läufen ein einziger achter Platz reicht. Auch Kawasaki hält eine sichere Führung von 54 Punkten in der Konstrukteurswertung.
Francisco Garcia: „Dieses Wochenende war nicht so einfach. Ich konnte drei Wochen lang nicht fahren und hatte daher keine Erwartungen. Ich bin hergekommen, um Punkte zu sammeln, aber ich hatte zwei so gute Starts und bin nach der Führung in der ersten Runde beider Läufe einfach mein eigenes Rennen gefahren. Es war schwierig, über die gesamte Distanz voll fokussiert zu bleiben, aber heute war es etwas besser als gestern. Ich werde mich mit meinem Trainer besprechen, aber ich denke, ich mache diese Woche eine Pause, damit sich mein Körper erholen kann. Wir fahren mit einem guten Vorsprung nach Arnhem, also werde ich versuchen, den Titel nächstes Wochenende einzufahren.“
Jake Cannon hakte die Enttäuschung eines Sturzes in der ersten Runde des Samstagsrennens ab und holte im zweiten Lauf einen klaren Holeshot. Er überließ die Führung rasch Teamkollege Garcia und fiel in Runde zwei auf Rang drei zurück, blieb jedoch geduldig und eroberte drei Runden vor Schluss mit einem entscheidenden Manöver den zweiten Platz zurück. Aufgrund seines 13. Platzes im ersten Lauf blieb ihm der sechste Gesamtrang am Wochenende. In der Meisterschaftstabelle liegt er weiterhin solide auf Rang drei – 27 Punkte hinter Platz zwei und 50 Punkte vor dem Viertplatzierten.
Jake Cannon: „Ich konnte das Steuer heute herumreißen, bin aber immer noch etwas frustriert über mich selbst, weil ich in den letzten Runden viele Fehler gemacht habe und mich das wurmt. Ich habe in den letzten Wochen viel an meinen Starts gearbeitet, was sich heute ausgezahlt hat. Darüber bin ich sehr glücklich, aber meine ersten Runden waren wieder nicht die besten. Später im Rennen habe ich meinen Rhythmus wiedergefunden und mich auf Platz zwei vorgekämpft – hoffentlich kann ich das ins nächste Wochenende mitnehmen.“
Text/Bild: Kawasaki Racing Team