Das 100-jährige Jubiläum des Moto Club Pernois markierte einen dramatischen Auftakt in die Saison, bei dem sich das Blatt im Laufe des Tages grundlegend wendete. In einem hochkarätig besetzten Feld, das als ultimativer Formtest für die MXGP-Saison diente, lieferten sich die Top-Stars einen packenden Dreikampf über drei Wertungsläufe. Zunächst wurde der amtierende Weltmeister Romain Febvre seiner Favoritenrolle vollends gerecht. Auf seiner Kawasaki kontrollierte er das Geschehen zu Beginn fast nach Belieben und sicherte sich sowohl im ersten als auch im zweiten Rennlauf souverän den Sieg. Während Febvre an der Spitze seine Kreise zog, erlebte der Polesetter Lucas Coenen einen Tag voller Rückschläge: Nach einer überragenden Bestzeit im Training schaffte er es im ersten Lauf nicht ins Ziel. Auch im zweiten Durchgang versuchte das belgische Talent erneut anzugreifen, musste das Rennen jedoch nach einem vorzeitigen Ausfall enttäuscht aufgeben und trat zum dritten Lauf nicht mehr an.

Mit zunehmender Dauer verwandelte sich die Strecke durch heftige Regenfälle in eine extrem anspruchsvolle Schlammlandschaft, was das Klassement im dritten und entscheidenden Lauf völlig auf den Kopf stellte. In diesem finalen Durchgang schlug die Stunde von Maxime Renaux. Der Yamaha-Pilot, der bereits in den ersten beiden Rennen mit zwei zweiten Plätzen seine enorme Konstanz unter Beweis gestellt hatte, triumphierte im letzten Lauf mit einem Vorsprung von über 20 Sekunden auf Pauls Jonass. Während Renaux mit einer Zeit von 2:02.615 Minuten die schnellste Runde des Rennens drehte, kämpfte Febvre mit den extremen Bedingungen und kam im dritten Durchgang mit einem Rückstand von über einer Minute nicht über einen sechsten Platz hinaus. Damit sicherte sich Renaux in der Endabrechnung den prestigeträchtigen Gesamtsieg beim Jubiläumsevent vor dem amtierenden Champion Febvre.

Hinter den dominierenden 450er-Maschinen sorgten die MX2-Piloten für die sportliche Sensation des Tages. Besonders Mathis Valin wuchs über sich hinaus und behauptete sich auf seiner Kawasaki gegen die stärkere Konkurrenz. Nach einem vierten Platz im ersten Lauf krönte er sein Wochenende mit einem hervorragenden fünften Rang im dritten Durchgang, was ihn zum stärksten MX2-Fahrer des gesamten Wochenendes machte. Auch Saad Soulimani überzeugte und beendete den Tag ebenfalls weit vorne im Gesamtklassement, nachdem er im dritten Lauf als einer der wenigen fahrer noch die volle Distanz von 11 Runden absolviert hatte.

Aus deutscher Sicht war das Wochenende von einer stetigen Aufwärtstendenz geprägt. Noah Ludwig avancierte zur positiven Überraschung und steigerte sich kontinuierlich: Nach Platz 11 im ersten Lauf und einem starken siebten Rang im zweiten Durchgang bewies er, dass er auch unter diesen schwierigen Verhältnissen mit der Spitze mithalten kann und belegte einen starken zehnten Platz in der Tageswertung. Routinier Max Nagl biss sich durch die widrigen Bedingungen, steigerte seine Performance im Tagesverlauf kontinuierlich und sicherte sich schlussendlich den 13. Gesamtrang. Zusammen mit dem Schweizer Arnaud Tonus, der auf dem fünften Gesamtrang landete und im dritten Lauf mit einem vierten Platz sein bestes Tagesergebnis erzielte, demonstrierten die erfahrenen Piloten, dass im tiefen Boden von Pernes vor allem physische Härte und Routine zählten.

Gesamtergebnis MX INTER – Pernes-les-Fontaines

PlatzNameMotorradKlassePunkteLauf 1Lauf 2Lauf 3
1Maxime RenauxYamahaMX169222225
2Romain FebvreKawasakiMX165252515
3Pauls JonassKawasakiMX160201822
4Thibault BenistantHondaMX158182020
5Arnaud TonusYamahaMX144141218
6Jimmy ClochetHondaMX139121314
7Mathis ValinKawasakiMX23115016
8Saad SoulimaniTMMX23181013
9Kevin HorgmoHondaMX13116150
10Noah LudwigKTMMX12511140
11Mathis BarthezYamahaMX2233812
12Cedric SoubeyrasHondaMX1221390
13Max NaglTriumphMX1209110
14Gregory ArandaMX1160160
15Kiliann PollKTMMX2130211

Bild: Yamaha Racing