Die neunte Runde der EMX250-Europameisterschaft ging dieses Wochenende in Lommel zu Ende. Die Klasse lieferte auf dem Sand des Stedelijk Motorcrossterrein im Rahmen des MXGP von Flandern zwei hart umkämpfte Rennen.

Nicolai Skovbjerg vom Team SixtySeven Racing sicherte sich den Gesamtsieg der Runde, nachdem er auf seinen Sieg im ersten Lauf eine Aufholjagd auf Platz zwei im zweiten Lauf folgen ließ. William Askew von Dirt Store Triumph Racing holte im zweiten Lauf seinen ersten EMX250-Laufsieg überhaupt, sicherte sich damit Gesamtrang zwei und sein allererstes EMX250-Podium. Francesco Bellei von Cat Moto Bauerschmidt KTM komplettierte das Podest mit einem dritten Platz im ersten und einem sechsten Platz im zweiten Lauf und holte sich damit ebenfalls seine erste Trophäe in diesem Jahr.

EMX250

Francesco Bellei sicherte sich den Holeshot und setzte sich sofort etwas ab, während ihm Dean Gregoire von Motovation Motosport Husqvarna beim Start auf Platz zwei folgte. Gregoires Rennen nahm jedoch fast genauso schnell eine unglückliche Wende, wie es begonnen hatte: Der Niederländer stürzte noch vor Ende der ersten Runde aus den vorderen Rängen heraus, wodurch Mads Fredsoe von Cat Moto Bauerschmidt KTM auf Rang zwei vorrückte. Saku Mansikkamäki von Schmicker Racing lag in den Anfangsrunden auf Platz drei und Askew auf vier, doch in Runde vier fand Askew einen Weg am Finnen vorbei. Gleichzeitig arbeiteten sich Gyan Doensen von GABRIEL SS24 KTM FACTORY JUNIORS und Dani Heitink von Motovation Motosport Husqvarna aus dem hinteren Feld nach vorne.

Weiter hinten kämpfte sich Skovbjerg durch den Verkehr, nachdem ihn ein schlechter Start am Ende der ersten Runde nur auf Rang 11 wiederzufinden ließ. In Runde zwei lag er bereits auf Platz acht, in Runde fünf auf Platz sechs und in Runde sieben schob er sich an Mansikkamäki vorbei auf Rang drei – in derselben Runde, in der Fredsoe den nachlassenden Bellei überholte und die Führung übernahm. Skovbjerg verlor keine Zeit, schloss die Lücke, jagte Fredsoe und übernahm in Runde neun die Spitze – eine Position, die er bis zum Ziel nicht mehr abgab.

Hinter den Führenden zeigte Doensen das Rennen des Tages: Er kämpfte sich von Rang sieben bis auf Platz zwei in Runde 12 nach vorne, nur um mit dem Ziel vor Augen in einer Rechtskurve zu stürzen. Der Fehler warf ihn auf den fünften Platz im Ziel zurück und bescherte Fredsoe und Bellei wieder die verbleibenden beiden Podestplätze. Heitink arbeitete sich stetig auf Platz vier vor, während Askew den sechsten Rang vor Mansikkamäki verteidigte. Titelanwärter Jake Cannon von Venum BUD RACING Kawasaki stürzte in der ersten Runde, fuhr weiter, wurde dann jedoch in einen zweiten Zwischenfall mit einem vorbeifahrenden Fahrer verwickelt und musste das Rennen einige Runden später aufgeben.

Jarne Bervoets vom Team VHR Yamaha Official sicherte sich den Holeshot im zweiten Lauf und führte die ersten vier Runden an, wobei Bellei zu Beginn auf Rang zwei und Joe Brookes auf drei lagen. Fredsoe pflügte durch das Feld an die Spitze und nahm Bervoets in Runde fünf die Führung ab. Askew hing jedoch direkt an seinen Fersen, und das Duo setzte sich gemeinsam ab, ehe Askew in Runde sieben einen Weg an Fredsoe vorbei auf Platz eins fand. Eine Runde später nahm Fredsoes Aufholjagd ein abruptes Ende: Was wie ein Problem am Hinterrad aussah, warf ihn innerhalb einer einzigen Runde von Platz zwei auf Rang 11 zurück, woraufhin er das Rennen wenige Runden später aufgab.

Weiter hinten arbeitete sich Skovbjerg nach der ersten Runde von Rang 15 nach vorne – eine Aufholjagd, die ihn bis Runde fünf auf Platz neun, in Runde sieben auf Platz fünf und in Runde zehn auf Kosten von Bervoets auf Rang drei brachte. In Runde 11 schnappte er sich Tom Brunet vom Team VHR Racing für den zweiten Platz und fuhr bis auf vier oder fünf Sekunden an Askew heran, bevor der Führende sein Tempo kontrolliert ins Ziel verwaltete. Askew hielt durch und feierte seinen ersten EMX250-Laufsieg, Skovbjerg wurde Zweiter und Brunet komplettierte die Top 3.

Dani Heitink kämpfte sich nach einem schlechten Start noch auf Platz fünf vor, Bellei wurde Sechster und Doensen nach einem wechselhaften Rennen Siebter. Der Tabellenführer Francisco Garcia von Venum BUD RACING Kawasaki musste die Runde nach einem leichten Trainingssturz unter der Woche auslassen. Da sein Teamkollege und engster Titelrivale Jake Cannon nur den 11. Gesamtrang erreichte, war es Skovbjergs starkes Wochenende in Lommel, das in der Wertung den größten Schaden anrichtete: Er verkürzte Garcias Vorsprung in der Meisterschaft bei noch drei verbleibenden Runden von 104 auf 74 Punkte.

Nicolai Skovbjerg: „Wir wissen nie, wie lange Garcia ausfällt, und natürlich ist es schade für ihn, dass er nicht dabei ist, aber ich muss daraus meinen Vorteil ziehen. 74 Punkte sind immer noch viel, aber wie man sieht, kann alles passieren. Er ist jetzt verletzt, also wissen wir nie, für wie lange.“

William Askew: „Es ist cool, das hier zu schaffen, denn ich bin zum allerersten Mal überhaupt auf dieser Strecke gefahren. Dass das Tempo und das Gefühl hier gleich so gepasst haben, war wirklich genial. Das Bike hat sich das ganze Wochenende fantastisch angefühlt, danke an mein Team. Im ersten Lauf habe ich etwas meinen Rhythmus verloren, weil die Strecke extrem brutal ist. Die ersten 15 Minuten habe ich mich großartig gefühlt, aber dann stand ich etwas zu viel auf der Bremse und habe angefangen, Fehler zu machen, wodurch ich ein paar Plätze verloren habe.“

Francesco Bellei: „Es fühlt sich fast schon seltsam an, mein erstes Podium ausgerechnet hier im Sand zu holen. Ich hatte einen wirklich guten Start im ersten Lauf und lag in Führung. Dann habe ich etwas den Fluss verloren und war extrem müde, aber ich konnte Platz drei ins Ziel retten – was gleichzeitig mein bestes Tagesergebnis in diesem Jahr war. Im zweiten Lauf habe ich mich etwas schwerer getan. Ich bin als Zweiter gestartet, war aber noch müde vom Vortag und bin am Ende etwa Vierter [Anm.: Sechster] geworden, ich weiß es gar nicht mehr genau. Ich bin einfach super glücklich, mein erstes Podium hier, mir fehlen fast die Worte.“

EMX250 – Race 1 – Top 10 Classification: 1. Nicolai Skovbjerg (DEN, Husqvarna), 30:32.039; 2. Mads Fredsoe (DEN, KTM), +0:13.596; 3. Francesco Bellei (ITA, KTM), +0:14.826; 4. Dani Heitink (NED, Husqvarna), +0:17.793; 5. Gyan Doensen (NED, KTM), +0:25.369; 6. William Askew (GBR, Triumph), +0:26.950; 7. Saku Mansikkamäki (FIN, KTM), +0:27.914; 8. Jarne Bervoets (BEL, Yamaha), +0:29.565; 9. Jekabs Kubulins (LAT, Yamaha), +0:32.810; 10. Tom Brunet (FRA, Yamaha), +0:42.017

EMX250 – Race 2 – Top 10 Classification: 1. William Askew (GBR, Triumph), 31:16.134; 2. Nicolai Skovbjerg (DEN, Husqvarna), +0:04.329; 3. Tom Brunet (FRA, Yamaha), +0:09.477; 4. Jarne Bervoets (BEL, Yamaha), +0:11.354; 5. Dani Heitink (NED, Husqvarna), +0:25.994; 6. Francesco Bellei (ITA, KTM), +0:32.170; 7. Gyan Doensen (NED, KTM), +0:44.028; 8. Douwe Van Mechgelen (BEL, KTM), +0:48.592; 9. Nicolò Alvisi (ITA, Honda), +0:52.864; 10. Jekabs Kubulins (LAT, Yamaha), +0:59.092

EMX250 Overall – Top 10: 1. Nicolai Skovbjerg (DEN, HUS), 47 points; 2. William Askew (GBR, TRI), 40 p.; 3. Francesco Bellei (ITA, KTM), 35 p.; 4. Dani Heitink (NED, HUS), 34 p.; 5. Tom Brunet (FRA, YAM), 31 p.; 6. Jarne Bervoets (BEL, YAM), 31 p.; 7. Gyan Doensen (NED, KTM), 30 p.; 8. Jekabs Kubulins (LAT, YAM), 23 p.; 9. Mads Fredsoe (DEN, KTM), 22 p.; 10. Douwe Van Mechgelen (BEL, KTM), 19 p.

EMX250 Championship – Top 10 Classification: 1. Francisco Garcia (ESP, KAW), 352 points; 2. Nicolai Skovbjerg (DEN, HUS), 278 p.; 3. Jake Cannon (AUS, KAW), 258 p.; 4. Gyan Doensen (NED, KTM), 233 p.; 5. Mads Fredsoe (DEN, KTM), 205 p.; 6. Nicolò Alvisi (ITA, HON), 179 p.; 7. Liam Owens (AUS, KTM), 152 p.; 8. Tom Brunet (FRA, YAM), 151 p.; 9. Bernardo Tiburcio (BRA, YAM), 142 p.; 10. Jekabs Kubulins (LAT, YAM), 140 p.

EMX250 Manufacturers – Top 10 Classification: 1. Kawasaki, 393 points; 2. KTM, 351 p.; 3. Husqvarna, 284 p.; 4. Yamaha, 259 p.; 5. Honda, 208 p.; 6. Triumph, 158 p.; 7. Beta, 128 p.; 8. Ducati, 121 p.; 9. GASGAS, 118 p.; 10. Fantic, 11 p.

Text/Bild: Infront moto