Das SuperEnduro in Riesa hat sich über das letzte Jahrzehnt fest als das „Wohnzimmer“ des extremen Endurosports etabliert und wird auch am 3. Januar 2026 wieder die SACHSENarena zum Kochen bringen. Wenn die Fahrer am ersten Januar-Wochenende in die Arena einlaufen, blickt die Motorsportwelt vor allem auf einen Mann: den Briten Billy Bolt. Der Husqvarna-Pilot dominiert die Serie seit Jahren fast nach Belieben und gilt auch dieses Mal als der absolute Top-Favorit. Mit seiner einzigartigen Mischung aus Trial-Präzision und schierer Kraft hat er in Riesa schon mehrfach fast perfekte Rennabende abgeliefert. Doch die Konkurrenz ist in dieser Saison so hungrig wie lange nicht mehr. Vor allem der Pole Dominik Olszowy hat sich als ernsthafter Rivale herauskristallisiert und konnte Bolt bereits beim Saisonauftakt in Polen gefährlich nahekommen. Ebenfalls im Fokus steht der erfahrene Jonny Walker, der auf seiner neuen Triumph für Furore sorgt, sowie Eddie Karlsson, der mit der elektrisch angetriebenen Stark Varg eine völlig neue technische Facette in den engen Parcours bringt.
Aus deutscher Sicht sind die Augen vor allem auf die Lokalmatadore gerichtet. Während Manuel Lettenbichler und Tim Apolle in der Prestige-Klasse versuchen werden, durch Beständigkeit und Technik in die Top-Ränge vorzustoßen, liegt in den anderen Klassen noch mehr Potenzial für deutsche Podestplätze. In der Junioren-WM ist Milan Schmüser nach seinen starken Leistungen der letzten Jahre immer ein Kandidat für das Treppchen, sofern er verletzungsfrei durch die kniffligen Sektionen kommt. Im Europa-Cup hingegen haben Fahrer wie Edward Hübner gute Chancen, den Heimvorteil zu nutzen und vor den knapp 6.000 frenetischen Fans ganz vorne mitzumischen. Das Publikum in Riesa ist bekannt dafür, besonders die deutschen Starter über die Hindernisse zu „tragen“, was in der Vergangenheit oft für Überraschungen gesorgt hat.
Ein Blick zurück zeigt, warum das Event in Sachsen so legendär ist. Seit der Premiere im Jahr 2015 hat Riesa einige der packendsten Duelle der SuperEnduro-Geschichte erlebt. Unvergessen sind die Schlachten zwischen der polnischen Legende Taddy Blazusiak und dem aufstrebenden Billy Bolt. In den Jahren 2024 und 2025 festigte Bolt seinen Status als „König von Riesa“, auch wenn Fahrer wie Manuel Lettenbichler bei ihren Gastauftritten für absolute Ekstase auf den Rängen sorgten. Die Strecke in der SACHSENarena gilt technisch als eine der anspruchsvollsten im gesamten WM-Kalender. Die berüchtigte Matrix aus Baumstämmen, das tückische Steinfeld und die spektakuläre Brücke fordern den Fahrern alles ab und bestrafen den kleinsten Konzentrationsfehler sofort. Für den Januar 2026 ist somit alles angerichtet für ein weiteres Kapitel Renngeschichte, bei dem die Frage im Raum steht: Kann jemand die Siegesserie von Billy Bolt in seinem Wohnzimmer stoppen?
In Riesa wird die deutsche Flagge in allen Klassen prominent vertreten sein. Besonders in der Top-Klasse und bei den Junioren gibt es berechtigte Hoffnungen auf Spitzenplatzierungen.
Hier die Übersicht der deutschen Starter für den 3. Januar 2026:
Prestige-Klasse (WM)
In der Königsklasse ruhen die Hoffnungen auf zwei etablierten Namen, die das Publikum in Riesa regelmäßig zu Begeisterungsstürmen hinreißen:
- Manuel Lettenbichler (#304): Der amtierende Hard-Enduro-Weltmeister auf seiner KTM. In Riesa ist er der absolute Publikumsliebling und immer für einen Podestplatz gut.
- Tim Apolle (#96): Der Beta-Pilot ist der beständigste deutsche SuperEnduro-Spezialist und will in seinem „Heimrennen“ die Top-Ränge angreifen.
Junioren-Klasse (Junior WM)
Diese Klasse ist aus deutscher Sicht besonders spannend, da wir hier einen der absoluten Titelfavoriten stellen:
- Milan Schmüser (#5): Er hat den Saisonauftakt in Polen gewonnen und kommt als WM-Führender nach Riesa.
- Felix Bähker (#15): Ein junges Talent, das sich in der Weltspitze der Junioren festbeißt.
- Fynn Hannemann (#104): Der amtierende Europa-Cup-Champion ist in die Junioren-WM aufgestiegen und gehört zum erweiterten Favoritenkreis.
- Maximilian Spies (#7): Eigentlich im Motocross zu Hause, beweist er auf der KTM immer wieder seine Vielseitigkeit.
- Henry Strauss (#39): Ein weiterer Nachwuchsfahrer, der wertvolle WM-Erfahrung sammeln möchte.
Europa-Cup (FIM Europe Cup)
Im Europa-Cup ist das deutsche Feld traditionell am größten. Viele dieser Fahrer nutzen Riesa als Bühne vor heimischer Kulisse:
- Edward Hübner (#48)
- Florian Görner (#267)
- Marius Martin (#314)
- Kenny Riedel (#285)
- Hannes Lehmann (#43)
- Felix Strauss (#528)
- Sandro Krüger (#98)
- Eddie Findling (#199)
Der Renntag am 3. Januar 2026 in der WT Energiesysteme Arena (ehemals SACHSENarena) folgt einem straffen Zeitplan, der bereits am Vormittag beginnt. Für Inhaber von VIP- oder Fan-Tickets öffnen sich die Türen bereits um 10:00 Uhr, gefolgt von den freien Trainings, Zeittrainings und ersten Qualifikationsrennen, die von etwa 10:30 Uhr bis 16:00 Uhr den sportlichen Grundstein für den Abend legen.
Der Einlass für alle Inhaber regulärer Race-Tickets startet um 16:00 Uhr. Wer seinen Idolen ganz nah kommen möchte, sollte pünktlich sein, denn zwischen 16:30 Uhr und 17:00 Uhr findet die offizielle Autogrammstunde statt. Das eigentliche Highlight, das Hauptprogramm mit der großen SuperEnduro-Show und den Finalläufen der Klassen Prestige, Junioren und Europa-Cup, beginnt um 18:00 Uhr. Die packenden Rad-an-Rad-Duelle und spektakulären Sprünge ziehen sich durch den Abend, bis gegen 21:30 Uhr (bzw. ca. 22:00 Uhr) die Sieger auf dem Podium gefeiert werden. Falls du kein Ticket ergattert hast – das Event ist laut Veranstalter bereits ausverkauft – wird die gesamte Action ab 18:00 Uhr auch live im Stream übertragen.