Das diesjährige 41. ADAC Supercross Dortmund war mit insgesamt 25.000 Zuschauern an den drei tollen Tagen vom 9. bis 11. Januar das erwartete Motorsport-Fest zum Jahresbeginn 2026. Gleichzeitig war es ein gutes Pflaster für Kawasaki respektive das Team Kawasaki Motul Pfeil aus dem thüringischen Dreitzsch.
Nach dem erfolgreich verlaufenen Auftakt zur Saison 2025/2026 des ADAC SX Cup im November in Stuttgart reiste der Australier Luke Clout als Gesamtdritter der Top-Klasse SX1 in die Westfalenhalle. Am Freitagabend übernahm er mit seiner Kawasaki KX450 mit Rang vier sogar die Tabellenführung. Tags darauf musste er sich mit dem fünften Platz begnügen, sodass unterm Strich für ihn zumindest der Vize-Titel zu Buche stand. „Klar, hätte ich die Serie gern gewonnen, aber wirklich enttäuscht bin ich mit Platz zwei nicht. Es war meine erste Supercross-Saison in Deutschland. Ich bin auf der einen Seite ein bisschen traurig, aber auch sehr glücklich, weil ich viele schöne Kämpfe mit sehr starken Fahrern hatte“, so der 31-Jährige aus „Down Under“. Und weiter: „Die Fahrer, die schon länger in Deutschland fahren, hatten schon einen gewissen Erfahrungsvorsprung. Das deutsche Supercross ist sehr wohl anders als das, was ich bisher gefahren bin.“
Während wieder nur die Ergebnisse der ersten beiden Dortmunder Renntage in die Cup-Wertung einflossen, ging es zusammen mit dem dritten um die Gesamtwertung „König von Dortmund“. Erneut wurde der Abschlusstag im Triple-Crown-Format ausgetragen, sprich die besten zwölf der Vorqualifikation bestritten drei Heats, die zusammen eine Tageswertung ergaben. Und hierbei trumpfte Luke Clout ganz groß auf. Nach seinem vierten Platz im ersten Heat sprang er zwei Mal als Erster über den Zielhügel und sicherte sich so beim Saison-Showdown seinen ersten Tagessieg in einem deutschen SX-Tempel. Natürlich war er davon hellauf begeistert und sagte anschließend: „Es ist natürlich ein Traum, bei meinem ersten Gastspiel in Deutschland noch einen Tagessieg zu holen. Ich konnte mich von Tag zu Tag besser auf die Bedingungen hier einstellen und hoffe nun, im nächsten Winter wiederzukommen und noch den einen Schritt nach ganz oben machen zu können.“
Sein Landsmann und Stallgefährte beim Team Kawasaki Motul Pfeil, der seit dem 6. Januar 38-jährige Matt Moss, schaffte es bei seinem Deutschland-Comeback an den ersten beiden Abenden unter 27 Teilnehmern jeweils ins Finale der besten zwölf, sah aber nur am Freitag als Zehnter die Zielflagge. Noch schlimmer erwischte es „Mossi“ am Sonntag, als er im Training stürzte und mit starken Prellungen aufgeben musste.
In der „kleinen“ Supercross-Klasse SX2 trat das Team Kawasaki Motul Pfeil nach verletzungsbedingten Absagen mit zwei neuen Piloten an. Während für den erst 17-jährigen Franzosen Basile Pigois die Trauben noch zu hoch hingen, kam der fünf Jahre ältere US-Amerikaner Gage Linville von Tag zu Tag besser in Schwung. Am ersten Abend verpasste er noch den Einzug ins Finale, doch am Samstag, der „Nacht der Fans“, stürmte er trotz suboptimaler Ausgangslage mit der ihm anvertrauten Kawasaki KX250 auf Rang drei und stand somit anschließend auf dem Podest. Am Finaltag musste er den Umweg über den Last-Chance-Heat nehmen. In Heat eins des erstmals auch in der SX2 ausgetragenen Triple-Crown preschte der Rider aus dem US-Bundesstaat Georgia von der wieder ungünstigen äußeren Startposition auf Platz vier nach vorn und belegte danach die Plätze sechs und fünf. Das bedeutete in der Tageswertung Rang fünf, womit auch er sich bei seinem Deutschland-Debüt teuer verkauft hatte.
Am Ende der kurzen, aber intensiven deutschen Supercross-Saison zog der Teamchef Harald Pfeil folgendes Fazit: „Mit dem Vize-Titel von Luke Clout im SX-Cup müssen wir uns nicht verstecken. Dazu am Sonntag in Dortmund, beim wichtigsten Event, einen Tagessieg zu holen, war ein runder Abschluss und hat uns auf jeden Fall sehr gefreut. Das gibt uns Kraft für den nächsten Winter, dann greifen wir wieder an.“
Konkret als Dortmund-Analyse ergänzte dazu Harald Pfeils Sohn und Junior-Teamchef Tobias: „Dadurch, dass wir gegenüber Stuttgart ein neues Line-up, außer Luke, hatten, mussten wir erst einmal alles in die richtige Richtung bringen, was uns letztendlich gelungen ist. In der kleinen Klasse fuhren unsere Fahrer zudem zuvor andere Motorräder und hatten dadurch erst einmal eine Findungsphase. Die Strecke war auch nicht ohne. Wir hatten uns die ersten beiden Tage mehr erhofft, aber es lief einfach nicht so, wie wir es wollten. Da war der Sieg von Luke am Sonntag sehr wichtig für das gesamte Team und unsere Sponsoren.“
In der neuen Kategorie SX Next (Generation) für junge aufstrebende deutsche Supercross-Fahrer kam der Doppelsieger von Stuttgart, der 20-jährige Leo Filip Paukovic aus dem baden-württembergischen Öhringen, in Dortmund etwas schwer in Schwung, schenkte sich, seinem Team Zweiradcenter Umbach sowie Kawasaki jedoch zum Abschluss ebenfalls noch einen Tagessieg.
Mehr Infos unter: www.kawasaki.de.
Text/Bild: Thorsten Horn/Steve Bauerschmidt, Kawasaki Deutschland