Das Ténéré Yamaha Rally Team, in Partnerschaft mit Riders for Health (unterstützt von Two Wheels for Life), erlebte eine weitere hervorragende Etappe beim Africa Eco Race 2026. Die Fahrer der Ténéré Spirit Experience, Kevin Gallas und António Maio, sicherten sich die Plätze zwei und drei. Damit liegt Gallas nun auf dem zweiten Gesamtrang. Alessandro Botturi beendete die Etappe als Vierter, während Gautier Paulin nach einem sechsten Platz in der Wertungsprüfung auf den dritten Rang der Gesamtwertung vorrückte.
Etappe 9 des Africa Eco Race (AER) führte die Teilnehmer vom Biwak in Aidzidine nach Ouad Naga. Auf sie warteten 65 km Verbindungsetappe und eine 426 km lange Wertungsprüfung mit viel weichem Sand und Dünen. Bei Temperaturen von über 40°C in der Wüste stieg der Schwierigkeitsgrad für die Fahrer deutlich an, während die Rallye ihrem Ziel in Dakar immer näher rückt.
Wieder einmal war es Kevin Gallas, Fahrer der Ténéré Spirit Experience (TSE), der unter der Wüstensonne am hellsten strahlte. Der Deutsche – ein ehemaliger Junior-Super-Enduro-Weltmeister, der erst seine dritte Rallye Raid bestreitet – pflügte mit seiner Ténéré 700 Rally durch die Dünen. Er sicherte sich mit einer Zeit von vier Stunden, 22 Minuten und 30 Sekunden sein fünftes Podium dieser Rallye (darunter zwei Etappensiege) und belegte den zweiten Platz. Damit schob er sich in der Gesamtwertung auf Rang zwei vor, 18 Minuten und 49 Sekunden hinter dem Führenden, bei noch drei ausstehenden Etappen.
Begleitet wurde er auf dem Podium – dem 13. für eine Ténéré bei der diesjährigen Ausgabe des AER – vom Portugiesen Maio. Dieser kam nur sechs Minuten und 13 Sekunden hinter seinem TSE-Kollegen Gallas ins Ziel und setzte seine starke Rallye fort. Der sechsmalige Dakar-Finisher verbesserte sich dadurch auf den sechsten Platz der Gesamtwertung.
Botturi zeigte eine Klasseleistung und sicherte sich den vierten Platz. Der erfahrene Italiener, der auf Etappe 4 aufgrund eines technischen Problems über eine Stunde verloren hatte, bewies seine „Never-give-up“-Einstellung. Mit gewohnter Stärke und Geschick in den Dünen machte er Zeit gut und kletterte auf den siebten Gesamtrang.
Botturis Teamkollege Paulin musste die Etappe eröffnen, lieferte aber trotz dieses Nachteils eine fantastische Fahrt ab. Bei seinem ersten AER in der Motorradklasse pushte der zweifache Etappensieger hart, hatte aber auch die entscheidende 10. Etappe im Blick, auf der die Rallye gewonnen oder verloren werden kann. Er entschied sich, gegen Ende das Tempo etwas drosseln, um eine ideale Startposition für den nächsten Tag sicherzustellen. Der 35-Jährige beendete die Etappe als Sechster und rückte damit auf den dritten Podiumsplatz der Gesamtwertung vor (32 Minuten und neun Sekunden hinter dem Führenden) – noch ist alles offen.
TSE-Fahrer Mike Wiedemann genoss ebenfalls einen guten Tag und beendete die Etappe auf Rang sieben. Damit platzierten sich fünf Ténérés unter den Top Sieben und sorgten für eine geschlossene Top-Fünf-Belegung der Ténéré in der Klasse über 650 ccm. In der Gesamtwertung rückte er auf Platz vier vor. Das bedeutet, dass Yamaha nicht nur fünf der ersten sieben Plätze im Gesamtklassement belegt, sondern auch die ersten drei Positionen in der Klasse über 650 ccm hält.
Als Nächstes steht Etappe 10 an, einer der Schlüsseltage der Rallye. Die Wertungsprüfung ist ein Rundkurs, der am Biwak in Ouad Naga beginnt und endet. Er umfasst 25 km Verbindungsetappe und eine anspruchsvolle 445 km lange Zeitprüfung mit zahlreichen Dünenüberquerungen und extrem schwieriger Navigation. Die zehnte Etappe ist entscheidend, da sie das letzte Teilstück in voller Länge ist, bevor die kürzere 131 km lange Prüfung auf Etappe 11 und das traditionelle Rennen am Strand auf der 12. Etappe folgen. Letzteres zählt nicht mehr für die Gesamtwertung, weshalb Etappe 10 die perfekte Chance für die Fahrer bietet, anzugreifen und den Sieg anzupeilen.
Ergebnisse Etappe 9
Gesamtwertung nach Etappe 9
Kevin Gallas – P2 Gesamt – 33h10m09s Ténéré Spirit Experience „Das war eine weitere spaßige Etappe. Ich genieße die Dünen auf meiner Ténéré sehr, und meine Navigation war gut, obwohl ich zum ersten Mal in Mauretanien fahre. Die Temperaturen machten es heute zu einer körperlich harten Prüfung für Fahrer und Maschinen, aber wir sind ohne Probleme durchgekommen, und ich freue mich über ein weiteres Podium. Jetzt ist es Zeit für die wichtige 10. Etappe, auf der die Rallye in der Vergangenheit schon gewonnen und verloren wurde. Mein Ziel ist es, so hart wie möglich zu pushen, um die Lücke zum Führenden zu schließen. Das wird nicht einfach, da ich als Zweiter starte und nicht vielen Spuren folgen kann. Aber das ist okay für mich – so kann ich mich voll fokussieren und mein eigenes Tempo fahren.“
Gautier Paulin – P3 Gesamt – 33h23m29s Ténéré Yamaha Rally Team „Ein weiterer fantastischer Tag. Ich kann das Gefühl nicht beschreiben, das man hat, wenn man mit diesem großartigen Bike durch die Wüste fährt. Es ist mit nichts zu vergleichen, was ich bisher erlebt habe, und ich bin sehr dankbar dafür. In den Dünen von Mauretanien zu fahren, ist so hart wie es nur geht, aber heute konnte ich hart pushen und Zeit gutmachen, obwohl ich die Etappe eröffnen musste. Wir haben uns jedoch vorher taktisch dazu entschieden, die Etappe nicht auf einer zu hohen Position zu beenden, damit ich eine bessere Startposition für die alles entscheidende 10. Etappe habe. Die Taktik ging auf: Ich werde als Sechster starten und die Fahrer vor mir als Orientierungspunkte nutzen, um richtig anzugreifen. Es ist noch ein weiter Weg bis Dakar, aber in den Podiumsrängen der Gesamtwertung zu stehen, ist großartig.“
Alessandro Botturi – P7 Gesamt – 34h59m35s Ténéré Yamaha Rally Team „Es war eine gute Etappe. Hart, heiß und fordernd, aber auch sehr spaßig. Natürlich bin ich nach meinem technischen Defekt auf Etappe 4 nicht mehr im Kampf um den Gesamtsieg dabei, aber ich pushe so hart ich kann. Tag für Tag machen wir Zeit und Plätze im Gesamtklassement gut. Etappe 10 wird, wie immer, der Schlüssel für die gesamte Rallye sein. Wir sind bereit, als Team zusammenzuarbeiten, um das bestmögliche Ergebnis nach Hause zu bringen.“
Marc Bourgeois Ténéré Yamaha Rally Team – Team Manager „Was soll ich sagen? Wieder einmal hatten wir einen großartigen Tag. Kevin und António sorgten für ein weiteres Doppel-Podium für die Ténéré, und Gautier kletterte auf den dritten Platz der Gesamtwertung. Die Dominanz der Ténéré hat sich bei dieser Rallye wirklich gezeigt, besonders gegenüber unseren Konkurrenten auf den 450-ccm-Einzylinder-Bikes. Es ist fantastisch zu sehen, dass fünf unserer Fahrer unter den Top Sieben der Gesamtwertung liegen. Ich bin stolz auf jedes einzelne Teammitglied, aber wir haben noch einen weiten Weg vor uns. Wir müssen konzentriert bleiben und zusammenarbeiten, um auf Etappe 10 ein gutes Ergebnis einzufahren.“
Text/Bild: Yamaha Racing