Sechs von zehn Enduro-Europameister stehen bereits nach dem ersten Fahrtag des 48. Novemberpokal fest
Zum vierten Mal ist an diesem Wochenende im Rahmen des traditionsreichen „Novemberpokal“ des MC Woltersdorf die Enduro-Europameisterschaft zu Gast. Wie 2015, 2022 und 2024 trägt diese dabei ihr Finale aus, und erneut stehen mit dem Samstag und Sonntag, dem 31. Oktober und 1. November 2026, zwei Fahrtage auf dem Programm. Nach den ersten drei Doppelveranstaltungen zur diesjährigen EM-Serie waren in allen neun Solo-Klassen plus der alle Alters- und Hubraumklassen vereinenden Overall-Kategorie die Europameister 2026 noch vakant. Am Ende des ersten actionreichen Tages am östlichen Stadtrand von Berlin wurden allerdings sechs Kontinental-Champions bereits gekürt.
Drei ca. 60 Kilometer lange und mit drei Sonderprüfungen gespickte Runden stehen für die knapp 100 Enduro-Europameisterschafts-Teilnehmer und -Teilnehmerinnen auf dem Programm. Als Top-Favorit gilt fürs EM-Finale der Chemnitzer Jeremy Sydow, der beim letzten EM-Lauf in Woltersdorf im Jahr 2024 triumphiert hatte. Inzwischen ist der 26-jährige Sachse Triumph-Werksfahrer in der Enduro-Weltmeisterschaft und zudem nach wie vor Deutschlands aktuell Bester auf diesem Gebiet.
Seiner Favoritenrolle wurde er gleich am ersten der beiden gleichwertigen Fahrtage vollauf gerecht. Nach einer Gesamtfahrzeit für die komplette Geländefahrt über Stock und Stein von knapp sechs Stunden und mit seiner kumulierten Sonderprüfungszeit für die drei Mal drei Tests von 47:32,82 Minuten hatte er im Ziel 57,32 Sekunden Vorsprung auf den Gesamtzweitplatzierten. Klar, dass er damit auch der Tagesschnellste der hubraumschwächsten Klasse E1 war. Anschließend sagte er: „Mein Ziel war und ist, den Novemberpokal wieder zu gewinnen. Dazu lief der erste Tag schon echt gut. Ich konnte eine knappe Minute Vorsprung rausfahren, und die letzte Runde war noch einmal echt gut. Bis auf einen kleinen Sturz im Steinfeld des Extrem-Tests, war es ein sehr positiver Tag. Ich hoffe, dass ich am Sonntag so beginnen kann, wie die letzte Runde am Samstag aufgehört hat.“
Zur Strecke fügte er an: „Das ist eine echt anspruchsvolle Veranstaltung. Dass der Extrem-Test wirklich extrem ist, war von vornherein klar. Der Enduro-Test hat eine ordentliche Länge und der Cross-Test ist auch mega schnell. Das ist alles WM-würdig, würde ich sagen.“
Gesamtrang zwei ging an Luca Fischeder aus Geringswalde, ebenfalls im Freistaat Sachsen. Als gleichzeitig Erster der in diesem Jahr regelmäßigen EM-Piloten hatte er damit den Titel in der Overall-Gesamtwertung leicht vorzeitig in trockene Tücher bringen können. Doch auch damit nicht genug, denn mit seinem siebenten von sieben möglichen Klassensiegen in der Klasse E3 der hubraumstärksten Motorräder durfte sich der 27-Jährige gleichzeitig auch über den Klassen-EM-Titel freuen.
Ebenfalls mit Klassensiegen machten außer ihm auch der Brite Daniel Mundell, wie schon 2024 an gleicher Stelle, in der „Mittelklasse“ E2, der Slovake Martin Gottvald in der Senior 50 und die Schwedin Matilda Ahlström bei den „Women“ am ersten Tag den Deckel drauf.
In der 125-ccm-Zweitaktklasse Youth U21 steht mit Leo Lavesvre der Europameister 2026 ebenfalls nach dem ersten Fahrtag fest. Dabei musste der Franzose nach der ersten Schleife bereits aufstecken, profitierte aber von seiner guten Vorarbeit bei den vorangegangenen Läufen (vier Klassensiege) sowie den Tagesrängen sechs und vier seiner Verfolger in der Tabelle, Raphael Raynaud, ebenfalls aus Frankreich, und Davide Cabass aus Italien.
In der Klasse E1 muss am Finaltag Sonntag die Entscheidung in Sachen EM-Titel zwischen Lorenzo Macoritto und Davide Soreca fallen. Die Italiener trennen bei noch einmal 20 zu vergebenden Punkten nur deren zehn.
In der Juniorenklasse J1 liegen der weitere Italiener Nico Guastini und der Ungar Roland Liszka (am Samstag Klassensieger sowie Gesamtdritter) nun punktgleich an der Spitze des Klassements. Theoretische Titel-Hoffnungen darf sich hier auch noch der 15 Zähler zurückliegende Slowene Gal Hauptman machen.
In der J2 führt der ebenfalls aus der Deutschen Enduro Meisterschaft bekannte Tscheche Matyas Chlum die Tabelle mit 14 Punkten Vorsprung vorm weiteren Italiener Nicolo Paolucci an.
Bei den über 40 Jahre alten Senioren (Senior 40) trennen den Polen Dawid Hankus und Nico Rambow aus Panketal gerade einmal 3 Pünktchen.
Nur am Samstag waren die Akteure der sogenannten nationalen Klasse im Einsatz. Dieses offene Rennen gewann der diesjährige Deutsche J2-Juniorenmeister Max Stradtner aus Dietenhofen vor dem Ex-DM-Piloten Björn Feldt aus Roduchelstorf und Daniel Mörbe aus Hörlitz.
Der Start zum letzten EM-Fahrtag 2026 erfolgt am Sonntag 8:00 Uhr auf dem Rathausvorplatz Woltersdorf. Nachdem die Fahrerinnen und Fahrer erneut die drei Sonderprüfungen Cross-Test „Powered by BVO“ bei Herzfelde, Extrem-Test „Härtetest der Bundeswehr“ und Enduro-Test „Powered by Möbel Höffner“ (beide im Motodrom am Kesselsee Rüdersdorf) je drei Mal gemeistert haben, werden sie ca. 14:30 Uhr zur Zielankunft wiederum auf dem Rathausvorplatz Woltersdorf erwartet. Im Anschluss finden dort auch die Siegerehrungen für den 48. Novemberpokal sowie die Europameisterschaft 2026 statt.
Weitere Infos unter: www.enduro-mcwoltersdorf.de.
Text/Bild: Thorsten Horn