Am 22. Februar 2026 bot die geschichtsträchtige Strecke „La Tourille“ in Sommières alles, was das Motocross-Herz begehrt. Unter bewölktem Himmel fanden die Fahrer beim internationalen Saisonauftakt in Südfrankreich nahezu ideale Bedingungen vor. Es war ein Tag, an dem MXGP-Stars auf hungrige Talente trafen und am Ende die Abgeklärtheit über den prestigeträchtigen Gesamtsieg entschied. Bereits in der Superpole setzte Mathis Valin ein deutliches Ausrufezeichen, indem er sich den ersten Platz vor Kay de Wolf sicherte und damit seine Ambitionen für den Tag untermauerte.

In der MX1-Klasse erlebten die Fans zwei völlig unterschiedliche Rennverläufe in den Hauptläufen. Während der Belgier Lucas Coenen auf seiner KTM den ersten Durchgang fast nach Belieben dominierte, wurde er im zweiten Lauf auf eine harte Probe gestellt. Tom Vialle nutzte für Honda HRC seine ganze Routine und fuhr im zweiten Lauf einen unwiderstehlichen Sieg ein, während Coenen nach einem mäßigen Start eine furiose Aufholjagd bis auf Rang drei startete. Auch Maxime Renaux auf Yamaha mischte an der Spitze mit und sicherte sich mit zwei zweiten Plätzen in den Hauptläufen eine hervorragende Ausgangsposition für die Tageswertung.

In der MX2-Klasse unterstrich Mathis Valin seine absolute Ausnahmestellung. Obwohl er sich im ersten Durchgang noch knapp dem Letten Janis Reisulis geschlagen geben musste, ließ Valin im zweiten Lauf keine Zweifel aufkommen und deklassierte das Feld mit einem massiven Vorsprung. Auch Francisco Garcia und Julius Mikula zeigten starke Leistungen, konnten den Gesamtsieg von Valin in der MX2-Tageswertung jedoch nicht gefährden.

Den krönenden Abschluss bildete das Superfinale, in dem die besten Piloten beider Klassen gemeinsam ans Gatter gingen. In einem regelrechten Krimi wuchs Thibault Benistant auf seiner Honda SR über sich hinaus. Er hielt dem enormen Druck der Verfolger stand und siegte mit einem hauchdünnen Vorsprung von nur 0,8 Sekunden vor Tom Vialle. Lucas Coenen folgte lediglich weitere 0,4 Sekunden dahinter auf Rang drei. Mathis Valin behauptete sich in diesem starken Feld als bester MX2-Pilot auf dem siebten Rang.

In der Endabrechnung des Tages der MX1-Klasse triumphierte Tom Vialle mit 67 Punkten denkbar knapp vor Lucas Coenen mit 65 Punkten und Maxime Renaux mit 62 Punkten. Pauls Jonass belegte den vierten Platz vor dem Superfinal-Sieger Thibault Benistant. In der MX2-Wertung sicherte sich Mathis Valin den Tagessieg mit 61 Punkten vor Janis Reisulis mit 49 Punkten und Julius Mikula mit 40 Punkten.

Besonders stark präsentierten sich auch die deutschsprachigen Akteure. Jeremy Seewer steuerte seine Ducati bei seinem diesjährigen Renndebüt auf einen hervorragenden siebten Platz in der MX1-Gesamtwertung. Der deutsche Routinier Max Nagl lieferte auf der Triumph vor allem im zweiten Lauf eine sensationelle Leistung ab und belegte am Ende den 13. Gesamtrang, nachdem er im Superfinale ohne Punkte blieb. Noah Ludwig sicherte sich für das Team KTM Sarholz den 15. Platz in der MX1-Klasse. In der MX2-Klasse lieferte der Schweizer Luca Diserens eine konstante Leistung ab und belegte den 16. Gesamtrang, während Ryan Oppliger den Tag auf dem 21. Platz beendete.

Bild: Honda HRC