Das MXGP-Trio des Kawasaki Racing Teams fuhr beim lettischen Lauf der FIM Motocross-Weltmeisterschaft in Kegums geschlossen in die Top-Sechs des Qualifyings. Romain Febvre und Mathis Valin belegten jeweils den vierten Platz in der MXGP und MX2, während Lokalmatador Pauls Jonass Sechster in der MXGP wurde.
Das Zeittraining der MXGP glich einer Lotterie, da sich die Streckenbedingungen nach heftigen nächtlichen Regenfällen ständig änderten. Febvre kam daher nicht über den elften Startplatz für das Qualifikationsrennen hinaus. Der Franzose nutzte seinen mittigen Startplatz jedoch optimal aus, zog in der ersten Kurve weit nach außen und behauptete während des gesamten Rennens einen starken vierten Platz.
Romain Febvre: „Nach dem Regen letzte Nacht war es ziemlich schwierig, die beste Abstimmung zu finden. Ich habe mich heute Morgen nicht wohlgefühlt und wir mussten viel ausprobieren, aber wir haben Lösungen gefunden. Der gute Start im Qualifying hat natürlich auch geholfen. Das Tempo war in Ordnung und ich konnte mit den Jungs an der Spitze mithalten. Heute Abend werden wir über weitere Anpassungen für morgen nachdenken.“
KRT-Teamkollege Pauls Jonass, der zum ersten Mal seit 2022 wieder bei seinem Heim-GP antrat, feierte im Zeittraining die fünftschnellste Zeit – in derselben Sekunde wie der Polesetter. Im Qualifying wählte er eine enge Linie in Kurve eins, kam als Sechster heraus und hielt diese Position bis zum Schluss. Die fünf eingefahrenen Punkte hieven den Letten in die Top Ten der WM-Wertung.
Pauls Jonass: „Es ist so schön, hier in Kegums bei meinem Heim-GP zu sein; es ist schon eine Weile her. Manchmal kann ein Heim-GP mental hart sein, weil der Erwartungsdruck hoch ist, aber er kann auch positive Energie freisetzen. Die Fans waren den ganzen Tag über fantastisch; ich habe nicht mit so viel Unterstützung gerechnet. Das hat mich umso glücklicher gemacht, ihnen heute ein gutes Ergebnis geliefert zu haben. Jetzt hoffe ich, dass ich sie morgen mit zwei weiteren guten Ergebnissen belohnen kann.“
Mathis Valin vom Kawasaki Racing Team MX2 belegte den vierten Platz im Qualifying der FIM MX2-Motocross-Weltmeisterschaft. Der französische Teenager, der erst eine Woche zuvor in Deutschland seinen ersten GP-Sieg gefeiert hatte, zog von einem mittleren Startplatz in der ersten Kurve weit nach außen und sicherte sich sofort Rang vier. Er setzte den amtierenden Weltmeister mehrere Runden lang unter Druck, allerdings gab es auf dem schnellen Untergrund kaum Überholmöglichkeiten. Da es im Qualifying ohnehin nur um einen einzigen potenziellen Zusatzpunkt ging, begnügte er sich schließlich mit einem risikofreien vierten Platz, der ihm eine gute Startposition für die lukrativeren GP-Läufe morgen sichert.
Mathis Valin: „Im Zeittraining habe ich mich auf der Strecke nicht besonders wohlgefühlt, weshalb ich im Qualifying ziemlich weit außen am Startgatter stand. Ich konnte jedoch einen guten Start hinlegen. Mein Rhythmus wurde immer besser, je mehr die Strecke von Session zu Session abtrocknete und sich neue Spuren öffneten.“
Kay Karssemakers von DRT Kawasaki brauchte im morgendlichen Training etwas Zeit, um seinen Rhythmus zu finden. Im Qualifying fuhr er jedoch eine entschlossene erste Runde, verbesserte sich von Platz elf auf acht und hielt diese Position drei Runden lang. Er musste zwar noch einen Platz an einen stark heranstürmenden GP-Sieger der aktuellen Saison abgeben, verbuchte aber mit einem soliden neunten Platz zwei weitere WM-Punkte auf seinem Konto. Damit liegt er in der Gesamtwertung nun bis auf sechs Punkte an den Top Ten dran.
Kay Karssemakers: „Der Untergrund der Strecke ist etwas härter als auf den Sandstrecken in den Niederlanden, weshalb ich mich im Training nicht ganz so gut gefühlt habe. Das Qualifying lief dann aber viel besser. Ich bin zwar noch etwas zu verkrampft gefahren und habe leichte dicke Unterarme bekommen, aber ich habe zwei weitere Punkte geholt und strebe für morgen zwei Top-Ten-Platzierungen an.“
Francisco Garcia von Venum Bud Racing Kawasaki baute seine Führung in der europäischen EMX250-Motocross-Meisterschaft mit einem hart erarbeiteten Laufsieg – seinem achten in dieser Saison – im ersten Rennen des Wochenendes weiter aus. Der spanische Teenager überstand die erste Kurve schadlos, kam als Vierter heraus und setzte sich zunächst sicher auf dem dritten Rang hinter zwei schnell gestarteten skandinavischen Wildcard-Fahrern fest. Nach einigen Runden zog er das Tempo an, fuhr die schnellsten Runden des Rennens und ging in den Runden drei und sechs mit entscheidenden Überholmanövern in Führung. Sofort erarbeitete er sich einen komfortablen Vorsprung auf seine Verfolger und fuhr letztlich mit fünf Sekunden Vorsprung auf den Zweitplatzierten ins Ziel. Da sein Bud-Teamkollege Jake Cannon trotz einer starken Aufholjagd von Startplatz fünfzehn nicht über Rang acht hinauskaum, führt Garcia die Meisterschaft nun mit 42 Punkten Vorsprung an, während Cannon weitere zwölf Punkte vor dem Drittplatzierten liegt. Kawasakis Führung in der Markenweltmeisterschaft wurde damit auf 41 Punkte ausgebaut.
Francisco Garcia: „Das Team hat gut an den Starts gearbeitet, wir sind jetzt wirklich konstant. Die beiden skandinavischen Jungs, die den Holeshot geholt haben, sind anfangs etwas wild gefahren. Deshalb habe ich mich in den ersten Runden zurückgehalten, bevor ich die Führung attackiert habe. Die Strecke fühlte sich für mich etwas ungewohnt an, da wir in meiner Heimat Spanien nichts Vergleichbares haben. Es war unheimlich wichtig, heute wieder zu gewinnen. Jetzt heißt es, sich gut auszuruhen, um morgen einen weiteren Doppelsieg einzufahren.“
Jake Cannon: „Ich habe im ganzen Rennen nie richtig meinen Rhythmus gefunden. Ich hoffe, dass ich morgen ein besseres Gefühl habe.“
Text/Bild: Kawasaki Racing Team