Die FIM hat das aktualisierte Reglement für die Motocross-Weltmeisterschaft vorgestellt und dabei eine besonders interessante Neuerung präsentiert: Um die technische Konformität und die sportliche Fairness weiter zu stärken, wird für die Spitzenklassen MXGP und MX2 ein obligatorisches elektronisches Überwachungssystem eingeführt. Diese Regelung verpflichtet alle permanenten Teams (OATs), ihre Motorräder während aller offiziellen Sessions – einschließlich sämtlicher Trainings und Rennen – mit einem offiziellen GPS- und RPM-System des Promoters bzw. der FIM auszustatten.

Technische Anforderungen und Betriebspflicht

Das System ist als eine technische Einheit zu verstehen und besteht aus einem GPS-Transponder, GPS- und RF-Antennen, einem Drehzahlsensor (RPM) sowie dem zugehörigen Kabelbaum. Die Teams der MXGP und MX2 sind dafür verantwortlich, dass alle Komponenten gemäß den technischen Anweisungen der FIM korrekt installiert, dauerhaft mit Strom versorgt und zu jedem Zeitpunkt voll funktionsfähig betrieben werden.

Zweck der Datenerhebung

Ein zentraler Aspekt dieser Maßnahme ist die Kopplung der Sensordaten mit der Geräuschpegelkontrolle. Durch den Abgleich der GPS- und Drehzahldaten kann der Technische Direktor der FIM sicherstellen, dass die Lärmmessungen unter den vorgeschriebenen Lastbedingungen erfolgen und technische Manipulationen ausgeschlossen werden. Damit folgt der Motocross-Sport dem Vorbild anderer Eliteserien wie der MotoGP oder der Formel 1, in denen Telemetriedaten bereits seit längerem zur Wahrung der sportlichen Fairness herangezogen werden.

Sanktionen bei Verstößen

Das Reglement sieht bei Nichtbeachtung oder Manipulation des Systems ein dreistufiges Strafmodell vor:

  1. Erster Verstoß: Eine formelle schriftliche Verwarnung.
  2. Zweiter Verstoß: Eine Rückstufung um zwei Positionen in der jeweiligen Sitzung.
  3. Dritter Verstoß: Eine Rückstufung um fünf Positionen.

Sanktionen werden nur dann ausgesetzt, wenn nachgewiesen werden kann, dass eine Fehlfunktion auf äußere Umstände zurückzuführen ist, die außerhalb des Einflussbereichs des Teams liegen (z. B. technische Defekte durch Fremdeinwirkung).

Aktueller Status der Einführung

Obwohl die Rahmenbedingungen und das Strafmaß für die MXGP und MX2 bereits detailliert im Reglement verankert sind, befindet sich das Projekt in einer Übergangsphase. Die Einführung soll schrittweise erfolgen, um den Teams die nötige Anpassungszeit zu gewähren. Nach aktuellem Stand gibt es jedoch noch keinen verbindlichen Zeitplan für die finale und flächendeckende Umsetzung des Systems innerhalb dieser beiden Klassen.