Das 51. Frankenbacher ADAC Winter-Motocross am 8. März 2026 markierte einen Saisonauftakt wie aus dem Bilderbuch. Bei strahlendem Sonnenschein, frühlingshaften Temperaturen und einer Rekordkulisse fanden die Fahrer eine perfekt präparierte, 1750 Meter lange Strecke vor, die ideale Bedingungen bot. In allen Klassen schenkten sich die internationalen Top-Piloten und die deutsche Elite keinen Zentimeter Boden.
MX1: Das Duell der Giganten und der „Start-König“
In der Königsklasse standen zwei kräftezehrende Läufe über jeweils 30 Minuten plus zwei Runden auf dem Programm. Der Mann der ersten Sekunden war zweifellos Noah Ludwig vom KTM Sarholz Racing Team. Mit zwei fulminanten Holeshots katapultierte er seine Maschine in beiden Läufen als Erster in die berüchtigte erste Kurve und versetzte die Zuschauer in Ekstase.
Im ersten Wertungslauf entwickelte sich an der Spitze ein Krimi zwischen dem Österreicher Marcel Stauffer und dem niederländischen Polesetter Roan van de Moosdijk. Stauffer brannte in der fünften Runde die absolut schnellste Zeit des Tages in den Boden und rettete einen hauchdünnen Vorsprung von nur 1,5 Sekunden vor van de Moosdijk ins Ziel. Noah Ludwig sicherte sich nach seiner frühen Führungsarbeit einen starken dritten Platz, gefolgt von Paul Haberland und Tom Koch.
Im zweiten Durchgang schlug Roan van de Moosdijk jedoch zurück. Nachdem Ludwig erneut den Start gewonnen hatte, übernahm der Niederländer die Kontrolle. Die Entscheidung fiel erst auf den letzten Metern: Ludwig klebte dem Führenden am Hinterrad und überquerte die Ziellinie mit nur zwei Sekunden Rückstand als Zweiter. In der Endabrechnung sicherte sich van de Moosdijk mit 47 Punkten den Tagessieg vor Marcel Stauffer (43 Pkt.) und Noah Ludwig (42 Pkt.).
MX2: Reichl dominiert die „jungen Wilden“
In der MX2-Klasse spiegelte die Tageswertung das extrem hohe Niveau und die internationale Vielfalt wider. Am Ende thronte Lyonel Reichl (KTM Sarholz Racing Team) ganz oben auf dem Treppchen. Mit einem souveränen Sieg im ersten Lauf, bei dem er mit 1:38,016 Minuten sogar die Bestzeit der MX1 unterbot, und einem taktisch klugen zweiten Platz sicherte sich der Liechtensteiner mit 47 Punkten den Gesamtsieg.
Ihm dicht auf den Fersen war der Däne Mads Fredsoe, der im zweiten Lauf zur Höchstform auflief und diesen mit deutlichem Vorsprung gewann. Mit 43 Punkten sicherte er sich Silber vor seinem Landsmann Nicolai Skovbjerg (42 Pkt.). Der Italiener Francesco Bellei und Lucas Bruhn komplettierten die Top 5, während der Australier Liam Owens mit einem starken Auftritt für internationales Flair sorgte.
Damen: Die Gala der Danee Gelissen
Zum Abschluss zeigten die Damen, dass sie in Sachen Speed keine Vergleiche scheuen müssen. Die Niederländerin Danee Gelissen war am Pfauenhof das Maß der Dinge. Mit der Maximalpunktzahl von 50 Zählern aus zwei unangefochtenen Laufsiegen krönte sie sich zur Königin von Frankenbach.
Dahinter entbrannte ein packender Kampf um das Podium. Da beide jeweils 42 Punkte sammelten, entschied der bessere zweite Lauf zugunsten der Österreicherin Elena Kapsamer, die damit Zweite vor der Dänin Laura Raunkjaer wurde. Als beste deutsche Starterin feierte Carmen Allinger mit zwei konstanten sechsten Plätzen den sechsten Gesamtrang. Auch Ziona Horn und Juliane Bihr zeigten mit Top-10-Platzierungen eine starke Frühform.