Mit seinem ersten EnduroGP-Sieg der Saison war der erste Renntag beim GP von Finnland ein entscheidender Moment für Andrea Verona von Red Bull KTM Factory Racing.

Obwohl wir erst drei Runden in der Paulo Duarte FIM EnduroGP-Weltmeisterschaft 2026 hinter uns haben, fühlt sich der EnduroGP-Sieg von Andrea Verona am ersten Tag des GP von Finnland irgendwie längst überfällig an.

Beim Saisonauftakt in Italien war er am zweiten Tag nah dran, während in Spanien an seinem Teamkollegen von Red Bull KTM Factory Racing, Josep Garcia, einfach kein Vorbeikommen war.

Zu Beginn des ersten Tages im finnischen Vierumäki sah es so aus, als hätte Garcia alles im Griff und baute einen Vorsprung von über 10 Sekunden aus. Doch es sollte für ihn nicht so laufen wie zuvor in Spanien.

Mit jedem weiteren Test erhöhte Verona den Druck und zog das Tempo an. Er wurde immer stärker, holte Garcia Stück für Stück wieder ein, und dieses Mal hatte der Spanier keine Antwort parat.

Der Italiener schrumpfte den Rückstand von 10 Sekunden auf gerade einmal 0,23 Sekunden und ging mit der Einstellung „nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen“ in den letzten Expotrade Cross Test des Tages.

Auf der immer anspruchsvoller werdenden Strecke fuhr er mit absolutem Flow und vollem Vertrauen auf seiner KTM 450 Viertakt und wählte Linien, an die kaum ein anderer herankam. Es war ein nahezu perfekter Lauf. Als er den Special Test verließ, stoppte die Uhr mit einem Vorsprung von 0,85 Sekunden zu seinen Gunsten für den Sieg.

Sein erster EnduroGP-Sieg der Saison war damit unter Dach und Fach und markierte gleichzeitig den ersten Erfolg in seiner neuen Karriere mit Red Bull KTM Factory Racing. Die Erleichterung war riesig, der Knoten endlich geplatzt.

Auch wenn die Feierlichkeiten in typischer Verona-Manier ruhig und gefasst blieben, war es offensichtlich, dass Andrea mit seiner Tagesleistung mehr als zufrieden war.

„Ich bin glücklich“, sagt Andrea mit seiner gewohnt ruhigen und zurückhaltenden Art, als er auf den Sieg angesprochen wird. „Es war den ganzen Tag über ein harter Kampf mit Josep, absolut.

Er war am Anfang etwas schneller als ich, aber am Nachmittag konnte ich die Lücke schließen und zurückschlagen. Ich habe einen guten Weg gefunden, jeden Test optimal anzugehen.“

Der folgende Tag war fast ein Spiegelbild des ersten Tages. Erneut schoss Garcia früh in Führung, während Verona erst nach und nach in Fahrt kam.

Unglücklicherweise für Andrea hatte Josep dieses Mal vor dem finalen Test ein Polster von sieben Sekunden herausgefahren. Selbst ein am Limit gefahrener, pfeilschneller Lauf konnte ihm den Sieg nicht mehr entreißen.

Am Ende musste er sich mit dem zweiten Platz begnügen und kam nur 1,31 Sekunden hinter dem Sieger ins Ziel. Alles in allem ist das jedoch ein Ergebnis, mit dem Andrea Finnland erhobenen Hauptes und voller Stolz verlassen kann.

Angesichts der direkt aufeinanderfolgenden Rennwochenenden in Portugal für die Runden vier und fünf ist deutlich zu erkennen, dass er pünktlich zum Start dieser wichtigen zweiten Saisonhälfte so richtig in Schwung kommt.

Sein Angriff auf den EnduroGP-Titel hat offiziell begonnen!

Text/Bild: Enduro GP