Kawasaki Racing Team MX2-Pilot Mathis Valin fuhr bei der achten Runde der FIM MX2-Motocross-Weltmeisterschaft im lettischen Kegums zu seinem vierten Podiumsplatz in Folge.
Der französische Teenager schob sich im ersten Lauf auf dem langen Sprint zur ersten Kurve nach vorne, wurde dort jedoch nach außen gedrängt, als ein Fahrer von einem inneren Startplatz spät einlenkte. Dadurch verlor der Kawasaki-Pilot an Schwung und kam nur als Achter aus der Kurve. Er machte sich sofort daran, die Situation zu korrigieren, zeigte fast in jeder Runde entscheidende Überholmanöver und erreichte noch vor der Rennhälfte den vierten Platz – allerdings mit einem Rückstand von acht Sekunden auf Rang drei. Er verkürzte den Abstand um mehr als eine Sekunde pro Runde und war vier Runden vor Schluss bereit zum Angriff: Mit einem entschlossenen Manöver auf der Innenseite zog er am amtierenden Champion vorbei auf Platz drei und übernahm eine Runde später den zweiten Platz. In der Schlussphase setzte er sich mit den schnellsten Rundenzeiten auf der Strecke von den Verfolgern ab. Ein Start auf Platz vier im zweiten Rennen war eine gute Basis für einen weiteren Podiumsplatz, während das Feld den Großteil des Rennens über wie ein Hochgeschwindigkeitszug die Positionen hielt. Eine nervöse Runde zur Rennmitte kam Valin jedoch teuer zu stehen, als er innerhalb weniger Kurven zwei Positionen abgeben musste. Dies kostete ihn jedoch nicht das Gesamtpodium – sein viertes in Folge. Mit den am Wochenende gesammelten 44 Meisterschaftspunkten ist er bis auf sechs Zähler an den fünften Tabellenplatz herangerückt.
Mathis Valin: „Ich habe im ersten Lauf alles gegeben, um mich nach einem schlechten Start stark auf den zweiten Platz zurückzukämpfen, aber dafür musste ich Tribut zollen und war im zweiten Lauf etwas müde. Aber das sind jetzt vier Podiumsdritten in Folge und ich werde jedes Wochenende besser. Ich gebe immer mein Bestes und denke von Rennen zu Rennen. In der zweiten Saisonhälfte werden wir sehen, wo wir in der Meisterschaft stehen.“
Kay Karssemakers von DRT Kawasaki zeigte im ersten Lauf eine beherzte Fahrt auf den zehnten Platz. Ein Zwischenfall im dichten Getümmel warf den jungen Niederländer am Ende der ersten Runde auf Platz zwölf zurück, doch er befand sich bereits auf der Aufholjagd, bis in Runde fünf ein anderer Fahrer direkt vor ihm stürzte und er beim Ausweichen ebenfalls zu Boden ging. Auf Rang 14 zurückgefallen, biss er die Zähne zusammen, pflügte sich wieder durch das Feld nach vorne und schnappte sich drei Runden vor Schluss den verdienten zehnten Platz. Ein hervorragender Start im zweiten Rennen bescherte ihm für drei Runden einen Platz in den Top Sechs, bevor er unter dem Druck einer Reihe von Werksfahrern verkrampfte. Innerhalb einer einzigen Runde wurde er auf Platz elf durchgereicht, fand dann aber seine Ruhe wieder, profitierte von den Stürzen zweier Konkurrenten und holte sich den neunten Platz im Lauf, was Rang acht in der Tageswertung bedeutete. Mit den eingefahrenen 25 Punkten hat er sich fest in den Top Ten der Meisterschaftswertung etabliert.
Kay Karssemakers: „Es war ein weiteres konstantes Wochenende mit den Laufergebnissen 9-10-9. Im ersten Lauf ist es ziemlich gut gelaufen, bis ich einen kleinen Fehler gemacht habe und gestürzt bin, als ein anderer Fahrer vor mir zu Boden ging. Trotzdem bin ich mit guten Rundenzeiten wieder bis auf Platz zehn, fast auf Platz neun, vorgefahren. Im zweiten Rennen hatte ich einen wirklich guten Start, bin dann aber etwas verkrampft gefahren und hatte schließlich einen kleinen Sturz. Ich habe mich aber wieder herangekämpft und Platz neun geholt. Wir werden weiter hart arbeiten, und hoffentlich kann ich bald mit der Spitzengruppe mithalten.“
Francisco Garcia von Venum Bud Racing Kawasaki baute seine Führung in der europäischen EMX250-Motocross-Meisterschaft zur Saisonhälfte auf stolze 53 Punkte aus, indem er mit seinem dritten Doppelsieg der Serie eine wahre Lehrstunde erteilte. Der Vorsprung von Kawasaki in der Markenwertung vergrößerte sich damit ebenfalls auf 44 Punkte.
Der Spanier präsentierte sich im zweiten Lauf am Sonntagmorgen sogar noch dominanter. Beim ersten Schalten wurde er von seinen Startnachbarn eingezwängt, blieb aber cool, hielt in der ersten Kurve eine enge Linie und kam als Achter heraus. Mit enormem Speed in den Kurven und freier Linienwahl lag er bereits nach der ersten vollen Runde auf Platz drei. Er fuhr eine Sekunde schneller als alle anderen, schloss zu den Führenden auf, übernahm am Ende der dritten Runde die Spitze und setzte sich sofort ab. Ein Schreckmoment, als er am dreifachen Aufwärtssprung etwas zu kurz sprang, brachte ihn nicht aus der Ruhe. Der Teenager hielt die Konzentration hoch und fuhr am Ende des 30-minütigen Rennens mit zehn Sekunden Vorsprung auf den Zweiten den Sieg nach Hause. Es war sein neunter Laufsieg im zwölften Rennen und sein dritter 1-1-Gesamtsieg in dieser Saison.
Francisco Garcia: „Die Strecke war ziemlich tückisch und verlangte Respekt. Ich hatte in beiden Läufen etwas „Armpump“, bin aber ruhig geblieben. Ich musste den Vorsprung nicht weiter ausbauen, sondern konnte mit der Strecke spielen, um ein weiteres perfektes Wochenende einzufahren. Ich habe einen großen Vorsprung in der Meisterschaft, aber wir dürfen uns nicht ausruhen. Wir werden konzentriert bleiben und uns weiter verbessern.“
Bud-Teamkollege Jake Cannon startete erneut außerhalb der Top Zwölf, aber der Australier fühlte sich auf dem für ihn ungewohnten Untergrund sichtlich wohler als noch am ersten Tag. Bis zur dritten Runde hatte er sich auf Platz zehn vorgearbeitet, und zur Rennmitte übernahm er den siebten Platz, den er auch ins Ziel brachte. Dies bescherte ihm den siebten Gesamtrang und festigte vor allem seinen zweiten Platz in der Meisterschaftswertung mit 13 Punkten Vorsprung auf den Dritten.
Text/Bild: Kawasaki Racing Team