Was die MXGP Academy ist

Die MXGP Academy ist ein globales Nachwuchsförderprogramm, das 2015 von Infront Moto Racing in enger Zusammenarbeit mit der FIM und den nationalen Motorradverbänden (FMNs) ins Leben gerufen wurde.

Ihre Mission ruht auf zwei Säulen: So viele Jugendliche wie möglich für den Motocross-Sport zu begeistern und den talentierten, leidenschaftlichen Nachwuchsfahrern einen echten Weg zum professionellen Grand-Prix-Pilot zu ebnen.

Was die Academy auszeichnet, ist ihr Austragungsort: Jede Session findet am selben Wochenende wie ein MXGP Grand Prix statt. Die Teilnehmer trainieren, lernen und knüpfen Kontakte direkt im echten Fahrerlager – Seite an Seite mit den Werksteams und Weltklasse-Fahrern, die ihnen als Vorbilder dienen.

Eine Saison voller Coaching – auf und neben der Strecke

Seit dem Saisonauftakt im spanischen Almonte im März hat die Academy nun fünf Runden absolviert: Spanien, Frankreich, Deutschland, Lettland und zuletzt die Tschechische Republik, wo das Fahrerlager erst vergangene Woche zu Gast war. An jedem Stopp blieb das Format gewohnt strukturiert:

  • Freitage: Vermittlung der Grundlagen durch Theorieunterricht im Klassenzimmer-Stil (einschließlich des MX-A Certificate-Lehrplans) sowie ein spezielles Medientraining. Hier werden die Fahrer auf Interviews, Sponsorverpflichtungen und das Leben vor der Kamera vorbereitet, ergänzt durch Fahr-Sessions mit lokalen Coaches.
  • Eltern-Programm: Eltern durchlaufen ihr eigenes Programm mit Workshops dazu, wie man junge Fahrer im Umgang mit dem Druck einer sich entwickelnden Karriere optimal unterstützt und mit ihnen kommuniziert.

Ein roter Faden zog sich durch alle bisherigen fünf Runden: Martin van Genderen, Koordinator der Academy, und Jan Postema, ihr leitender Cheftrainer für Fahrtechnik, sind die beiden Teammitglieder, die in diesem Jahr bei wirklich jeder einzelnen Runde vor Ort waren. Lokale Trainer wechseln an den jeweiligen Veranstaltungsorten ab, um regionalspezifische Expertise einzubringen, aber van Genderen und Postema bilden die feste Konstante, die das Reiseprogramm zusammenhält.

Frankreichs reines Mädchen-Wochenende

Die einzige Runde, die vom üblichen Format abwich, war Lacapelle-Marival in Frankreich. Dort veranstaltete die Academy ihr FIM WMX Academy-Wochenende: eine reine Mädchen-Session für 14 Fahrerinnen aus Frankreich.

Es war zugleich die Runde, bei der van Genderen und Postema tatkräftige Unterstützung erhielten: Die zweifache FIM Frauen-Motocross-Weltmeisterin Livia Lancelot leitete die Session an der Seite von Postema. Das Programm umfasste Streckencoaching, körperliche Vorbereitung und Theorielehre – auch hier wurden die Eltern wieder aktiv mit eingebunden.

Der Höhepunkt des Wochenendes war der Besuch von Lotte van Drunen, der amtierenden zweifachen WMX-Weltmeisterin. Als Absolventin des allerersten reinen Mädchen-Programms der MXGP Academy kehrte sie zurück, um mit der Gruppe zu sprechen – als lebender Beweis dafür, wohin dieser Weg führen kann.

Ein 360°-Blick hinter die Kulissen des Fahrerlagers

Über das eigentliche Coaching hinaus lag der wahre Wert der Academy in dieser Saison in der Brücke, die sie zum Fahrerlager und allem, was dahintersteckt, schlägt: den Teams, den technischen Partnern und dem TV-Übertragungsbetrieb, der einen Grand Prix auf die Bildschirme bringt.

Die Workshops erwiesen sich an dieser Front als unschätzbar wertvoll. Sie boten Fahrern, Eltern und Trainern einen echten Einblick in die mentalen, physischen und logistischen Seiten des Sports, die es selten in einen Highlight-Clip schaffen. Mit diesem umfassenderen Bild im Gepäck waren Eltern und Trainer besser gerüstet, um ihre Fahrer zu unterstützen – sei es bei der Anpassung von Trainingsroutinen oder einfach beim Verständnis dafür, was eine professionelle Motocross-Karriere im Alltag tatsächlich verlangt.

Die Reifenpartner Pirelli und Dunlop waren bei jeder Runde eine feste Größe. Ihre Servicetrucks und Technikzonen standen allen Fahrern offen, die verstehen wollten, was unter ihren Rädern passiert.

Neben den Reifentrucks standen samstags gewöhnlich geführte Touren durch die größten Werksbetriebe des Fahrerlagers auf dem Programm:

  • Werksteams: Honda, Yamaha, KTM und Kawasaki
  • Ausrüstungs- & Technikpartner: MIPS, TwinAir, die Red Bull Hospitality-Einheit, Airoh-Helme und der Scott-Brillenservice

Die meisten Fahrer verließen die Samstage mit persönlichen Begegnungen mit ihren Helden im Fahrerlager und auf ihren Teamflächen – und mit einem Smartphone voller Erinnerungsfotos als Beweis.

Was noch auf dem Kalender steht

Zwei Runden stehen noch auf dem Kalender:

  1. Uddevalla, Schweden (14.–15. August)
  2. Shanghai, China (11.–12. September – Bestätigung steht kurz bevor)

In Uddevalla plant die Academy zudem einen Besuch im MXGP-TV-Studio. Dort erhalten die Fahrer einen Einblick in die Live-Übertragung eines Grand Prix und bekommen exklusive Einblicke hinter die Kulissen der Studio-Show und ihrer Moderatoren Paul Malin und Lisa Leyland!

Text/Bild: Infront moto