DRT Kawasaki-Fahrer Kay Karssemakers, voller Selbstvertrauen nach der unter der Woche erfolgten Vertragsverlängerung für 2027, erholte sich von einem frustrierenden Qualifikationstraining am Samstag und sicherte sich dank der Laufergebnisse 8 und 5 in Afyonkarahisar (Türkei) mit dem fünften Gesamtrang sein bisher bestes Ergebnis in der FIM MX2-Weltmeisterschaft.
In der ersten Kurve des ersten Laufes wählte er die Außenlinie, kam als Achter heraus und machte schnell einige Plätze gut, um sich auf den fünften Rang vorzuarbeiten, ehe ihn ein Sturz vorübergehend auf Platz neun zurückwarf. Er reagierte prompt, kämpfte sich wieder auf Rang acht vor und attackierte bereits den Siebtplatzierten, doch eine lose, flatternde Seitenverkleidung – die Folge des vorherigen Ausrutschers – zwang ihn schließlich dazu, sich an der Ziellinie mit Platz acht zu begnügen. Ein entschlossenes Manöver in Kurve zwei beim Start zum zweiten Lauf legte den Grundstein für die beste GP-Leistung des niederländischen Nachwuchstalents: Er kam als Siebter aus der Kurve und verbesserte sich noch vor Ende der ersten Runde auf den sechsten Platz. In mitreißender Form überholte er in der zweiten Runde einen weiteren Konkurrenten für Rang fünf und nahm einen der Titelanwärter auf Platz vier ins Visier. Bis zur Hälfte des Rennens blieb er ihm an den Fersen, ehe sich in der drückenden Hitze und Höhe Armpump bemerkbar machte. Nach einer kurzen Erholungsphase nach etwa 25 Minuten schraubte er seine Rundenzeiten wieder herunter und sicherte sich mit Rang fünf sein bisher bestes Einzelergebnis in einem GP-Lauf, was ihm auch in der Tageswertung genau diesen Platz einbrachte. Die 29 gesammelten WM-Punkte sicherten ihm zudem den elften Rang in der Gesamtwertung – aus den verbleibenden zwei Runden fehlen ihm nun nur noch 35 Punkte für eine Top-10-Platzierung zum Saisonende.
Kay Karssemakers: „Endlich zwei gute Läufe an einem Tag! Es ist nicht leicht, nach einigen Rückschlägen fokussiert zu bleiben, aber ich bin niemand, der aufgibt. Ich bin fit und wusste, dass ich vorne mitfahren kann, wenn die Starts klappen. Der Topspeed ist da und heute hatte ich zwei ziemlich gute Starts. Im ersten Lauf hatte ich beim Versuch, Mikula zu überholen, einen kleinen Sturz, der mich ein paar Plätze gekostet hat, aber im zweiten Rennen habe ich mich noch besser gefühlt und konnte mich schnell von Rang sieben auf fünf vorkämpfen. Mitte des Rennens hatte ich leichten Armpump, konnte das Tempo am Ende aber wieder anziehen. Zwei solide Läufe heute, jetzt freue ich mich auf China.“
Steve Dixon (DRT Teammanager): „Wir sind das ganze Jahr mit einem Serien-Bike gefahren, weshalb es gegen die Werkskonkurrenz extrem hart war. Das entsprach in diesem Jahr unserem Budget und es ist wirklich erstaunlich, was wir mit einem Serienmotorrad erreicht haben. Unser Ziel war eine Top-10-Platzierung und diesen Schwung wollen wir nun mit ins Jahr 2027 nehmen.“
Das Venum Bud Racing Kawasaki-Duo Francisco Garcia und Jake Cannon krönte seine erfolgreiche EMX250-Europameisterschaftssaison mit einem perfekten 1-2-Doppelsieg in beiden Läufen. Damit sicherte sich Kawasaki mit neun Siegen – sieben durch Garcia und zwei durch Cannon – aus zwölf Veranstaltungen den Herstellertitel. Garcia hatte sich den Einzeltitel bereits vor zwei Wochen bei der vorletzten Runde gesichert. Cannon bestätigte am Samstag im ersten Lauf die Bronzemedaille der Serie, bevor er sein fünftes Podium des Jahres einfuhr.
Der Spanier, der nächstes Jahr für das Kawasaki Racing Team in der MX2-Weltmeisterschaft an den Start gehen wird, zog in Kurve zwei des zweiten Laufs am Wochenende souverän an die Spitze. Der Australier schob sich in der darauffolgenden Kurvenkombination auf den zweiten Platz vor, sodass das Bud-Duo bereits am Ende der ersten Runde einen Vorsprung von fünf Sekunden auf die Verfolger herausgefahren hatte. Beide fuhren ein tadelloses Rennen und behaupteten ihre dominante Rolle bis zur Zielflagge. Garcia feierte seinen 17. Lauf-Erfolg bei 22 Starts und sicherte sich mit einem 1-1-Wochenende zum siebten Mal bei elf Veranstaltungen den Gesamtsieg. Cannon belegte den zweiten Tagesrang, nachdem der Australier bereits am Vortag den dritten Platz in der Endabrechnung der Meisterschaft abgesichert hatte.
Francisco Garcia: „Ich war in diesem Jahr definitiv der Beste in der EMX-Klasse. Den Titel hatte ich zwar schon sicher, aber ich wollte die Saison wie ein wahrer Champion mit einem weiteren Sieg an diesem Wochenende beenden. Die Saison war nicht einfach und jetzt, wo sie vorbei ist, kann ich über meine Verletzung sprechen. Eine Woche vor Lommel habe ich mir einen Halswirbel gebrochen. Einen Monat später bin ich ohne jegliches Training nach Schweden gefahren und Arnhem im Sand war extrem hart für mich. Es war schwer, aber ich kämpfe gerne. Dieses Wochenende war sehr emotional, um zwei fantastische Jahre mit allen bei Bud Kawasaki zu beenden – mit allen Teammitgliedern und auch mit meinem Teamkollegen, der ein wirklich feiner Kerl ist. Ich habe noch ein letztes Rennen mit dem Team und das möchte ich genießen, bevor ich mit KRT den nächsten Schritt meiner Karriere in der MX2-Weltmeisterschaft mache.“
Jake Cannon: „Das war mein zweites Jahr in dieser Klasse und ich kann mit meinen Fortschritten zufrieden sein. In der ersten Saisonhälfte war ich wirklich stark, bevor mich meine Fähigkeiten im Sand etwas zurückgeworfen haben, aber an diesem Wochenende habe ich mich stark zurückgemeldet. Mein Start war heute nicht ganz optimal, aber ich bin in der ersten Runde wirklich gute erste Kurven gefahren. Ich hätte die Saison gerne mit einem Laufsieg beendet, aber es war extrem schwer, den Unterschied zu machen, um an Franciscos Hinterrad zu kommen. Ich bin zufrieden mit meinem Einsatz das ganze Jahr über, ich habe alles gegeben und freue mich jetzt darauf, nächstes Jahr greife ich nach dem Titel.“
Text/Bild: Kawasaki Racing Team