Mit gerade einmal 17 Jahren hat Henry Strauss bereits eine beeindruckende Erfolgsliste vorzuweisen. Beim vorletzten Lauf der AUNER HardEnduroSeries Germany 2026 in Meltewitz machte der Husqvarna-Pilot seinen zweiten Titel im Championat vorzeitig perfekt. Nach seinem ersten Gesamtsieg 2024 kehrte Strauss damit bereits zwei Jahre später an die Spitze der Serie zurück.

Doch der Titel 2026 ist nur ein weiterer Schritt in einer Entwicklung, die bereits lange vor seinen ersten Auftritten in der HardEnduroSeries Germany begonnen hat. Vom erfolgreichen Nachwuchsfahrer im klassischen Endurosport führte sein Weg über Hardenduro und SuperEnduro inzwischen bis auf internationales WM-Niveau.

Schon früh auf Erfolgskurs

Dass Henry Strauss zu den großen deutschen Endurotalenten seines Jahrgangs gehört, zeichnete sich früh ab. Bereits 2019 gewann er sowohl den ADAC Enduro Jugend Cup – Deutschlandcup in der 65ccm-Klasse als auch den Norddeutschen Enduro Jugendcup 65ccm.

2021 folgten die Gesamtsiege bei den Junioren im Offroadscramble sowie im Sachsen-Anhalt Enduro. Auch nach dem Wechsel auf größere Motorräder setzte sich die Entwicklung fort. 2022 gewann Strauss erneut die Offroadscramble-Gesamtwertung und die Juniorenwertung im Sachsen-Anhalt Enduro. Im Deutschlandcup der 125ccm-Klasse belegte er Rang drei.

2023 folgte der nächste große Schritt. Strauss gewann erneut die Gesamtwertung des Offroadscramble, den Bundesendlauf in der 125ccm-Klasse und den Norddeutschen Enduro Jugendcup 125ccm.

Gleichzeitig rückte das Hardenduro immer stärker in den Mittelpunkt.

Der Durchbruch in der HardEnduroSeries Germany

In der Saison 2023 tauchte Strauss bereits weit vorne in der DOWATEK HardEnduroSeries Germany auf. Mit Gesamtrang zehn im Championat und Platz vier bei den Junioren zeigte er, dass auch im Hardenduro mit ihm zu rechnen war.

Nur ein Jahr später folgte der endgültige Durchbruch.

2024 gewann Henry Strauss nicht nur die Juniorenmeisterschaft, sondern setzte sich gleichzeitig gegen die gesamte Konkurrenz durch und wurde erstmals Champion der HardEnduroSeries Germany. Zusätzlich gewann er die Jahreswertung des ACE Bikes Prolog Award.

Auch international machte Strauss in diesem Jahr auf sich aufmerksam. Beim FIM Europe SuperEnduro Europacup in Riesa fuhr er auf Rang drei. Dazu kam der Sieg in der 125ccm-Klasse bei der FIM Europe Mini Enduro Europameisterschaft in Meltewitz.

Aus dem Nachwuchstalent war innerhalb kurzer Zeit einer der erfolgreichsten jungen deutschen Offroadpiloten geworden.

Internationale Entwicklung im SuperEnduro

Parallel zu seinen Hardenduro-Einsätzen stellte sich Strauss einer weiteren Herausforderung: der FIM SuperEnduro Weltmeisterschaft.

Bereits 2025 schloss er die Junioren-Weltmeisterschaft auf einem starken fünften Gesamtrang ab. Gleichzeitig kämpfte er auch in der HESG erneut um den Titel. Am Ende der Saison stand dort Rang zwei im Championat und in der PRO-Klasse sowie erneut der Gesamtsieg im ACE Bikes Prolog Award.

In der SuperEnduro-WM ging seine Entwicklung weiter. Die Saison 2026 beendete Strauss auf Platz vier der Junioren-Weltmeisterschaft – sein bislang bestes Ergebnis auf dieser internationalen Bühne.

Damit hatte sich Strauss längst auch außerhalb der deutschen Hardenduro-Szene einen Namen gemacht.

2026: Rückkehr auf den HESG-Thron

In der AUNER HardEnduroSeries Germany ging Strauss 2026 mit einem klaren Ziel in die Saison: Nach Platz zwei im Vorjahr sollte der Titel zurückgeholt werden.

Ein Selbstläufer wurde die Saison allerdings keineswegs.

Bereits beim Auftakt in Neuhaus-Schierschnitz entwickelte sich das erwartete Duell mit Leon Hentschel. Strauss führte das Rennen zeitweise an, verlor jedoch unter anderem durch Verkehr und einen Stau entscheidende Zeit. Am Ende musste er sich Hentschel geschlagen geben und startete mit Platz zwei in die Saison.

Schon zwei Wochen später in Reetz folgte die Antwort. Unter schwierigen Bedingungen holte Strauss seinen ersten Saisonsieg und übernahm damit zunehmend die Kontrolle über den Titelkampf.

Auch bei der HESG-Premiere in Kronach war er nicht zu schlagen. Auf der neuen, technisch anspruchsvollen Strecke setzte er sich erneut gegen Hentschel durch und gewann den dritten Saisonlauf.

Spätestens beim historischen Jubiläumswochenende in Reisersberg wurde deutlich, wie konstant Strauss inzwischen agierte. Beim 50. Rennen der HardEnduroSeries Germany gewann er am Samstag das klassische Rennformat. Einen Tag später setzte er sich auch beim Enduro Sprint durch und machte damit das perfekte Doppelwochenende komplett.

Ein Ausflug in die Enduro-DM sorgt für Aufsehen

Wie vielseitig Strauss inzwischen geworden ist, zeigte sich während der HESG-Sommerpause.

Beim Lauf zur Deutschen Enduro Meisterschaft in Großlöbichau trat er gegen die Spezialisten des klassischen Endurosports an – und sorgte auf Anhieb für Aufsehen.

Strauss belegte Rang drei in der Enduro-DM und gewann gleichzeitig die Juniorenwertung. Damit unterstrich er, dass seine Geschwindigkeit längst nicht nur im Hardenduro und SuperEnduro funktioniert.

Gerade dieser Auftritt zeigte eindrucksvoll, wie breit der inzwischen aufgebaute Erfahrungsschatz des jungen Fahrers ist.

Titelentscheidung bereits in Meltewitz

Nach der langen Sommerpause kehrte die AUNER HardEnduroSeries Germany im September nach Meltewitz zurück.

Schon im neuen, schnellen Prolog setzte Strauss die Bestzeit. Im Hauptrennen entwickelte sich anschließend ein intensiver Dreikampf zwischen ihm, Leon Hentschel und dem zurückgekehrten Champion von 2025, Milan Schmüser.

Bis in die letzte Runde blieb die Entscheidung offen. Hentschel setzte schließlich die entscheidende Attacke und gewann das Rennen. Doch für Strauss war Rang zwei an diesem Tag mehr als ausreichend.

Mit diesem Ergebnis stand er bereits vor dem Saisonfinale als AUNER HardEnduroSeries Germany Champion 2026 fest.

Nach 2024 war es sein zweiter Gesamttitel – und gleichzeitig sein erster Meistertitel in der PRO-Klasse.

Der Champion setzt in Schwepnitz noch einen drauf

Wer erwartet hatte, dass Strauss beim Finale in Schwepnitz nach dem bereits gewonnenen Titel einen Gang zurückschalten würde, wurde schnell eines Besseren belehrt.

Schon am Morgen gewann er den ACE Bikes Prolog Award. Damit sicherte er sich gleichzeitig auch die Prolog-Jahreswertung 2026 – nach 2024 und 2025 bereits zum dritten Mal in Folge. Seine Karriereübersicht weist für alle drei Jahre den Gesamtsieg in dieser Sonderwertung aus.

Anschließend gewann Strauss auch sein Gruppenrennen.

Und im großen Finale vor der Schwepnitzer Rekordkulisse setzte er schließlich den perfekten Schlusspunkt unter seine Meistersaison. Über neun Runden setzte er sich gegen Leon Hentschel und Milan Schmüser durch und gewann erstmals in seiner Karriere das Isegrim Enduro.

Damit durfte Strauss auch zum ersten Mal die begehrte Schwepnitzer Wolfstrophäe entgegennehmen – gefertigt direkt vor Ort mit der Kettensäge.

Prologsieg, Sieg im Gruppenrennen und Finalsieg: Mehr war beim Saisonabschluss kaum möglich.

Mit 17 Jahren bereits eine bemerkenswerte Bilanz

Betrachtet man die bisherige Karriere von Henry Strauss, wird deutlich, wie schnell seine Entwicklung verlaufen ist.

Vom 65ccm-Nachwuchsmeister führte sein Weg über Erfolge im klassischen Endurosport und im Offroadscramble bis an die Spitze der HardEnduroSeries Germany. Gleichzeitig etablierte er sich im internationalen SuperEnduro und zeigte 2026 auch in der Deutschen Enduro Meisterschaft, dass er selbst gegen die Spezialisten dieser Disziplin konkurrenzfähig ist.

Zu seinen bisherigen Erfolgen gehören unter anderem zwei Gesamttitel in der HardEnduroSeries Germany, drei aufeinanderfolgende Gesamtsiege im ACE Bikes Prolog Award, Rang vier in der FIM SuperEnduro Junioren-Weltmeisterschaft 2026, Rang drei bei der Enduro-DM in Großlöbichau sowie zahlreiche nationale und internationale Nachwuchserfolge.

Dabei ist Strauss weiterhin erst 17 Jahre alt.

Die Saison 2026 war deshalb weniger der Abschluss einer Entwicklung als vielmehr ein weiterer Schritt auf seinem bisherigen Weg.

Mit seinem zweiten HESG-Titel hat sich Henry Strauss endgültig in die Liste der prägenden Fahrer der Serie eingetragen. Gleichzeitig zeigen seine Ergebnisse im SuperEnduro und klassischen Endurosport, dass sein Blick längst über die Grenzen der AUNER HardEnduroSeries Germany hinausgeht.

Welche Ziele als Nächstes folgen, wird sich zeigen. Die bisherige Entwicklung lässt jedenfalls erwarten, dass man den Namen Henry Strauss auch in den kommenden Jahren noch häufig weit oben in den Ergebnislisten finden wird.

Aktuelle Informationen zur AUNER HardEnduroSeries Germany sind jederzeit auf
www.hardenduro-germany.de sowie in den sozialen Medien verfügbar.

Text7Bild: HESG/Michel Kuchel & Denis Günther