In seiner zweiten vollen ADAC MX Masters-Saison gewann Roan van de Moosdijk (NL/Kosak Racing Team) zum zweiten Mal in Folge die Meisterschaft. Diesen Erfolg krönte er am vergangenen Wochenende beim Motocross of Nations noch mit einem Podestplatz bei der Mannschaftsweltmeisterschaft als Teil des niederländischen Teams. Welche Träume und Ziele der 25-Jährige noch hat und ob er 2027 erneut um den ADAC MX Masters-Titel kämpfen wird, verrät er im Interview.

Herzlichen Glückwunsch zum zweiten ADAC MX Masters-Titel in Folge! Wie lief die Saison – und war die Titelverteidigung schwieriger als der erste Titelgewinn?
Roan van de Moosdijk: „Der erste Titelkampf mit Max Nagl ging ja bis zum letzten Lauf der Saison. Beim zweiten Titel jetzt war es bis zur Saisonmitte ein enges Duell, bis sich Max verletzt hat. Ab dann hatte ich einen ziemlich großen Vorsprung, was es zum Ende hin etwas einfacher gemacht hat. Trotzdem würde ich sagen, dass die Titelverteidigung vielleicht schwieriger war, weil Max bis zu seiner Verletzung richtig stark gefahren ist. Ich freue mich riesig, die Meisterschaft zum zweiten Mal in Folge gewonnen zu haben.“

In der ersten Saisonhälfte hatte sich das Duo van de Moosdijk/Nagl deutlich vom Rest des Feldes abgesetzt. Lief die Wintervorbereitung anders, um für 2026 noch besser gerüstet zu sein?
„Ehrlich gesagt habe ich mich im Winter genauso vorbereitet wie im Jahr zuvor, mit meinem Trainer Marc de Reuver. Wir waren unter anderem auf Sardinien und auch vom körperlichen Training habe ich nichts groß verändert. Ich habe einfach mehr Erfahrung gesammelt und noch ein weiteres Jahr auf der 450er verbracht. Natürlich hat mir auch das zusätzliche Selbstvertrauen durch den Titelgewinn geholfen. Aber großartig anders habe ich nichts gemacht.“

Also eine Weiterentwicklung als Fahrer – und dazu ein weiteres gemeinsames Jahr mit dem Kosak Racing Team.
„Ja, ich kenne die Leute im Team jetzt noch besser, wie den Teammanager Kevin Gödderz und Teambesitzer Herbert Kosak. Sie sind alle ruhig und entspannt, und so bin ich als Mensch auch – das passt, denke ich, gut zusammen. Schon vorher zu wissen, womit ich in diesem Jahr arbeiten werde, hat mir ebenfalls geholfen. Das Gesamtpaket stimmt einfach, und das haben wir auch gezeigt, denn mit Kosak haben wir zwei Titel in Folge geholt.“

Wie sehen die Pläne und Ideen für das kommende Jahr aus?
„Es ist noch nichts entschieden, aber ich bin mit Kevin im Gespräch über das nächste Jahr, und das sieht vielversprechend aus. In diesem Jahr bin ich zusammen mit dem Kosak-Team zum ersten Mal auch Rennen in Amerika gefahren, und vielleicht machen wir nächstes Jahr sogar noch mehr in diese Richtung. Ich habe noch nicht unterschrieben und bin offen, etwa für Angebote aus der MXGP, deshalb kann ich noch nichts Genaues sagen. Mich reizt aber der Gedanke, im ADAC MX Masters den Titel-Hattrick anzupeilen, was bislang nur Max Nagl gelungen ist. Ich finde, das ADAC MX Masters ist eine der besten Meisterschaften, in denen man fahren kann.“

Wie lässt sich die Serie in Sachen fahrerisches Niveau und Organisation einordnen?
„Ich würde sagen, direkt unterhalb der MXGP. In Holland, wo ich lebe, haben wir nur drei, vier Läufe in der heimischen Meisterschaft. Das ADAC MX Masters ist eine größere und längere Meisterschaft. Und man sieht das auch an den Namen, die alle schon beim ADAC gefahren sind und es auch noch tun – hier waren schon immer gute Jungs am Start.“

Gibt es noch Träume in der Karriere, die es zu verwirklichen gilt?
„In die USA zu gehen stand schon ganz oben auf meiner Wunschliste. Und wie gesagt, vielleicht will ich das im nächsten Jahr noch öfter machen und auf noch bessere Strecken fahren. Ich habe aber schon einiges in meiner Karriere erreicht. Wenn allerdings ein MXGP-Team auf mich zukommt, ein echtes Werksteam, bin ich immer dafür zu haben.“

Welches Event war in diesem Jahr das Saison-Highlight?
„Ich würde sagen, Bitche. Da komme ich immer gerne hin. Die Strecke hat ein Hardpack-Layout, aber mit Sandboden. Das ist außergewöhnlich und macht Spaß. Und ich hatte dort ein schönes Duell mit Max. Es ging zwischen uns ziemlich eng zu, aber im letzten Lauf konnte ich ihn hinter mir halten.“

Text/Bild: Sebastian Wolter/ADAC MX Masters