Am vierten Tag der 6DAYS® FIM Enduro of Nations im portugiesischen Grândola behauptete Italien weiterhin die Führung in der World Trophy, während Spitzenreiter Frankreich in der Junior World Trophy von einem schweren Drama getroffen wurde.

Aufgrund einer Planänderung verkürzten die Organisatoren die Schleife von Grândola nach Santiago do Cacém für alle Klassen von zwei Runden auf eine Runde, was drei gewertete Sonderprüfungen umfasste. Zudem wurden die Verbindungsetappen zeitlich verlängert, um die Sichtverhältnisse auf den Strecken und Sonderprüfungen zu verbessern.

Italien kommt dem World-Trophy-Sieg näher

Italien führt die World Trophy bereits seit Tag 1 an und begrüßte den angepassten Zeitplan. Die Italiener wussten, dass ein problemfreier vierter Tag ihre Chancen auf den Gesamtsieg weiter festigen würde.

Mit leichten Zeitgewinnen bauten sie ihren Vorsprung auf Frankreich auf dem zweiten Platz zu Beginn des vorletzten Renntages auf 3 Minuten und 39 Sekunden aus. Der verkürzte Tag bot den Franzosen kaum Angriffsflächen – mit nur noch einem vollen Tag an Sonderprüfungen schwinden ihre Chancen auf den diesjährigen 6DAYS®-Sieg zunehmend.

Im Duell um den letzten Podestplatz zwischen Schweden (Rang drei) und den USA (Rang vier) konnten die Schweden von einem technischen Problem der US-Amerikaner profitieren. Zu Tagesbeginn trennten beide Teams nur elf Sekunden, doch auf der letzten Sonderprüfung rollte Steward Baylor (Kawasaki) mit einem Defekt aus.

Der enorme Zeitverlust schmälerte die Hoffnungen der USA auf Rang drei erheblich. Schweden führt nun mit 2 Minuten und 41 Sekunden Vorsprung auf die USA. Die US-Amerikaner müssen zudem nach hinten blicken: Spanien liegt auf Rang fünf nur noch 17 Sekunden zurück. Chile behauptet Rang sechs und absolviert eine ihrer stärksten 6DAYS®-Ausgaben.

Benjamin Herrera (KTM, Chile): „Heute lief es gut, wir haben eine Position gutgemacht. Der Fokus liegt nun darauf, konstant und fehlerfrei zu bleiben. Wir wissen, dass wir etwas langsamer als die Jungs vor uns sind, aber wir pushen weiter.“

Drama in der Junior World Trophy: Spitzenreiter Frankreich scheidet aus

Für die größte Dramatik an Tag 4 sorgte die Junior-World-Trophy-Klasse: Der bisherige Spitzenreiter Frankreich schied vorzeitig aus dem Rennen aus. Technische Probleme an der Fantic von Thibault Giraudon vor der ersten Sonderprüfung brachten das Aus. Trotz aller Bemühungen an der Strecke konnte der junge Franzose das Problem nicht lösen und musste aufgeben.

Durch das Ausscheiden Frankreichs übernahm Italien sofort die virtuelle Führung. Angeführt von Alberto Elgari (TM MOTO), der erneut als schnellster Junior-Fahrer überzeugte, liegt Italien nun mit 3 Minuten und 36 Sekunden in Front.

Das Gesamtklassement wurde komplett neu gemischt: Die USA rücken auf den zweiten Gesamtrang vor, gefolgt von Spanien mit knapp zwei Minuten Rückstand auf Platz drei. Tschechien liegt auf Rang vier, 55 Sekunden vor Australien auf Platz fünf.

USA bauen Führung in der MOTOREX Women’s World Trophy aus

Die US-Amerikanerinnen zeigten sich an Tag 4 extrem stark: Alle drei Fahrerinnen platzierten sich unter den Top 5. Nach dem gestrigen Angriff der Australierinnen reagierte der Titelverteidiger prompt, fuhr auf den drei Sonderprüfungen über eine Minute Vorsprung heraus und baute die Gesamtführung auf über fünf Minuten aus.

Frankreich liegt nach vier Renntagen klar auf Podestkurs für den dritten Rang und hält einen Vorsprung von 20 Minuten auf Neuseeland (Rang vier).

Justine Martel (Beta, Frankreich): „Das war ein guter Tag für uns als Team. Diese Bedingungen sind für uns absolut ungewohnt – wir fahren normalerweise nie in solchem Sand. Umso schöner ist es, auf einem Podestplatz zu liegen.“

García gewinnt verkürzten vierten Tag in Grândola

Auf den lediglich drei Sonderprüfungen gab Spaniens Josep García (KTM) alles, um den Gesamtführenden Andrea Verona (KTM, Italien) einzuholen. García sicherte sich dank der Bestzeiten in den ersten beiden Sonderprüfungen seinen dritten Tagessieg.

Da Verona jedoch in der letzten Prüfung konterte, betrug Garcías Tagesvorsprung im Ziel lediglich drei Sekunden. Als Tageszweiter behauptet Verona die Gesamtführung mit zwölf Sekunden Vorsprung.

Andrea Verona (KTM): „Ein kurzer Tag mit drei Prüfungen, aber insgesamt ein guter für mich. Der Kampf zwischen Josep und mir bleibt eng; an den verbleibenden zwei Tagen werde ich alles geben, um zu gewinnen.“

Der Kampf um Platz drei entschied sich um den Hauch von vier Zehntelsekunden zugunsten des Franzosen Zach Pichon (TM MOTO) gegenüber dem US-Amerikaner Grant Davis (KTM). Brad Freeman (Beta, Großbritannien) belegte Rang fünf.

  • Enduro1 (E1): Josep García feierte seinen vierten Klassensieg in Folge. Kyron Bacon (Kawasaki, Australien) setzte sich um eine Zehntelsekunde gegen Axel Semb (Husqvarna, Schweden) im Kampf um Rang zwei durch.
  • Enduro2 (E2): Andrea Verona gewann die E2-Klasse mit zwölf Sekunden Vorsprung vor Zach Pichon und Grant Davis.
  • Enduro3 (E3): Brad Freeman sicherte sich seinen ersten Klassensieg der Woche knapp mit drei Zehntelsekunden Vorsprung vor Julien Roussaly (Sherco, Frankreich) und Albin Norrbin (Husqvarna, Schweden).
  • Frauen-Einzelwertung: Brandy Richards (KTM, USA) siegte erneut vor Danielle McDonald (Yamaha, Australien) und Korie Steede (Husqvarna, USA). Rachael Archer (Neuseeland) und Rachel Gutish (USA) komplettierten die Top 5.

Team Rabaconda übernimmt Führung im Club Team Award

Die Hoffnungen des Teams Italien auf den Sieg im Club Team Award zerschlugen sich an Tag 4 durch den Ausfall des Führenden Pietro Scardina (TM MOTO). Davon profitierte das Team Rabaconda, das zwei Tage vor Schluss die Führung übernimmt und 2 Minuten und 41 Sekunden vor den Missouri Mudders liegt. GTBN rangiert auf Platz drei.

In der Kategorie Veteran Club Team führt das Gottbros Team mit 4 Minuten und 28 Sekunden Vorsprung vor dem Team Motokrosova Skola CZ.

An Tag 5 erwartet die Teilnehmer die neue Schleife von Grândola nach Alcácer do Sal.

Text/Bild: FIM/Pole Position Communication