Vor 30 Jahren trug er Listen, heute ist Wolfgang Reinhardt (Gerstetten) Rennleiter beim ADAC Supercross Stuttgart. Kaum einer kennt das ADAC Supercross Stuttgart (6./7. November) so gut wie er. Er hat Ergebnislisten und Programmhefte verteilt, in der Küche geholfen, Zäune aufgebaut, Erde geschaufelt, die Streckenposten-Warnweste übergestreift. Heute ist er Rennleiter und muss in Sekundenschnelle wichtige Entscheidungen treffen.

Er ist erst 40 Jahre alt, aber schon 30 Jahre dabei: Wolfgang Reinhardt hat bereits als kleiner Junge beim ADAC Supercross Stuttgart mitgeholfen. „Alles war so riesig, die Wege unheimlich weit. Für mich war es ja auch die große, große Schleyer-Halle.“ Weil es noch kein Internet gab und kaum jemand einen Computer hatte, eilte Reinhardt mit Ergebnislisten zu den Journalisten und ins Fahrerlager. Manchmal waren es auch Formulare mit Sprengkraft, die man ihm in die Hand gedrückt hatte: Verwarnungen oder Strafen, die ein Teamchef gegenzeichnen musste.
Heute füllt er selbst die Zettel aus, wenn ein Fahrer gegen die Regeln verstoßen hat. Schließlich ist Reinhardt seit 2019 Rennleiter. Ein Job mit viel Verantwortung. Im Extremfall muss der Gerstetter von jetzt auf gleich entscheiden, ob ein Wettkampf aufgrund einer brenzligen Situation abgebrochen wird. „Da geht der Blutdruck schon mal hoch.“ Typisch Reinhardt, dass er an dieser Stelle kein Wort darüber verliert, dass er den Kopf hinhalten muss, wenn es hart auf hart kommt. Stattdessen spricht er von seinem Team, 26 Streckenposten, darunter auch Einsatzkräfte, die während des Renngeschehens Strohballen zurechtrücken oder gestürzte Fahrer und Motorräder aus der Gefahrenzone bringen müssen. „Ich muss mich auf jeden Einzelnen verlassen können. Und das kann ich auch.“

In die Fußstapfen des Vaters getreten
Reinhardt und die Streckenposten gehören zum MSC Gerstetten. Ohne den ADAC Ortsclub wäre das Supercross-Event nicht denkbar. Rund 60 Frauen und Männer reisen jedes Jahr an. Per Anhänger karren sie eine mobile Küche an, mit der sie alle Helferinnen und Helfer hinter den Kulissen versorgen, sie übernehmen Auf- und Abbau der Absperrungen und Zäune, verkaufen T-Shirts und verteilen Programmhefte. Reinhardt hat in drei Jahrzehnten überall mitgewirkt.
Die Faszination für den Motorsport hat der 40-Jährige von seinem Vater geerbt. Der Junior ist nicht nur beim MSC Gerstetten als Vorsitzender in dessen Fußstapfen getreten, sondern auch rund um das Event in der Schleyer-Halle. „Er hat die Menschen immer gefragt: Kannst du dir vorstellen mitzuhelfen? Bei ihm konnte niemand nein sagen.“ So ist Wolfgang Reinhardt reingewachsen in seine heutige Rolle.

Ehrenamtliche Tätigkeit steigert das Wohlbefinden
Die Frage, warum er seine Freizeit für den Verein, den Sport, für das ADAC Supercross Stuttgart und den ADAC Württemberg opfert, hat der Gerstetter keine kurze Antwort: Er fühle sich dem Motorsport schon ein Leben lang verbunden, betrachte sein Engagement als Hobby, das ihm viel zurückgebe, ja sogar sein Wohlbefinden steigere. Und er bekomme Einblicke in eine Welt, die für viele unerreichbar erscheint – gerade beim Supercross. „Die Schleyer-Halle hat schon Millionen Besucher gesehen. Aber wer kann sich dort schon so bewegen wie wir?“ Das gilt natürlich auch für den Runner-Job, den jetzt ein 18-Jähriger macht – in erster Linie, um Strafen im Fahrerlager abzeichnen zu lassen. „Er ist mit vollem Engagement dabei. Solche Helfer braucht es, um so ein Event durchzuziehen.“ Übrigens: Um engagierte Menschen wie Reinhardt sichtbar zu machen, wurde das Online-Portal www.adac-ehrenamt.de gegründet.

ADAC Supercross Stuttgart: Exklusiver Zugang mit Holeshot Pass
Für das ADAC Supercross Stuttgart gibt es Tickets in den Kategorien Gold, Silber und Bronze. ADAC Mitglieder erhalten einen Rabatt in Höhe von zehn Prozent auf Silber-Tickets. Alle Karten berechtigen auch zum kostenlosen Eintritt ins Fahrerlager. Die Tickets sind erhältlich online (www.supercross-stuttgart.de/tickets), in den ADAC Geschäftsstellen oder telefonisch unter 0711 2800 136. Eintrittspreise: Kindertickets (6 bis 14 Jahre) ab 27 Euro, Jugendtickets (15-17 Jahre) ab 37 Euro, Tickets für Erwachsene ab 51 Euro.
Zum ersten Mal gibt es für Samstag, 7. November, den „Holeshot Pass“, der den Zugang zur Halle bereits eine Stunde vor Öffnung und ein besonderes Supercross-Special garantiert. So hat man auch vor Hallenöffnung bereits Zugang zum Fahrerlager. Der Pass ist ein Upgrade, man benötigt also ein gültiges Ticket für die Veranstaltung, und kostet 25 Euro.

Text/Bild: ADAC Württemberg e.V