Mit dem Jubiläumswochenende im bayerischen Reisersberg schrieb die AUNER HardEnduroSeries Germany ein weiteres Kapitel ihrer Erfolgsgeschichte. Am vergangenen Wochenende fand im Hexenkessel das 50. Rennen der Seriengeschichte statt – gleichzeitig feierte die Serie erstmals eine Doppelveranstaltung mit zwei eigenständigen Meisterschaftsläufen.

Nach zunächst verhaltenen Anmeldezahlen füllte sich das Starterfeld in den letzten Tagen vor der Veranstaltung noch deutlich. Am Ende gingen an beiden Renntagen über 100 Fahrer an den Start und sorgten für ein würdiges Jubiläum der Serie.

Zur größten Herausforderung entwickelte sich allerdings nicht nur die anspruchsvolle Strecke, sondern vor allem das Wetter. Bei Temperaturen von bis zu 35 Grad Celsius erlebten Fahrer, Helfer und Zuschauer das bislang heißeste Rennwochenende der HESG-Geschichte.

Der veranstaltende MCC Reisersberg hatte sich gemeinsam mit der HESG-Organisation intensiv auf die extremen Bedingungen vorbereitet und zahlreiche Maßnahmen zum Hitzeschutz umgesetzt. Entlang der Strecke standen an zwei Stellen Wasserschläuche bereit, an denen sich die Fahrer während des Rennens abkühlen konnten. Zusätzlich stellte die HESG-Organisation im Start- und Zielbereich kostenlos Trinkwasser zur Verfügung.

Dank dieser Maßnahmen verlief das gesamte Wochenende trotz der außergewöhnlichen Temperaturen weitgehend problemlos. Bis auf einen hitzebedingten Zwischenfall konnten alle Wettbewerbe wie geplant durchgeführt werden.

Fakten, Hardenduro im Hexenkessel Reisersberg 27./28.06.2026

Wetter: 35 Grad, sonnig

ACE Bikes Prolog Award Sieger: Henry Strauss (KTM)

Sieger Samstag: Henry Strauss (KTM)

Sieger Sonntag: Henry Strauss (KTM)

Champion Öl Fastest Lap Samstag: Leon Hentschel (Beta), 13:39,995

Champion Öl Fastest Lap Sonntag: Henry Strauss (KTM), 01:53,404

Sportlich wartete das Jubiläumswochenende gleich mit zwei völlig unterschiedlichen Herausforderungen auf die Teilnehmer. Während am Samstag der klassische HESG-Rennmodus mit ACE Bikes Prolog Award, Gruppenrennen und Finale ausgetragen wurde, stand am Sonntag erstmals ein Endurosprint mit gewertetem Extremtest und Zeitkontrollen auf dem Programm.

Besonders das große Finale am Samstag verlangte den Fahrern alles ab. Ein neu integriertes, äußerst anspruchsvolles Steinfeld entwickelte sich schnell zu einer der Schlüsselstellen der Strecke und sorgte für spektakuläre Szenen sowie zahlreiche Positionskämpfe.

Abgerundet wurde das Jubiläumswochenende schließlich am Samstagabend mit der Veranstaltung „HESG 50 Races – Evening of Legends“. Gemeinsam mit Fahrern, Teams, Partnern und langjährigen Wegbegleitern blickte die Serie auf ihre ersten 50 Rennen zurück und präsentierte einen Highlightfilm mit den emotionalsten Momenten der HESG-Geschichte.

ACE Bikes Prolog Award: Henry Strauss setzt erste Bestmarke im Jubiläumsrennen

Pünktlich um 8:30 Uhr begann das Jubiläumswochenende mit dem ACE Bikes Prolog Award. Bei zu diesem Zeitpunkt noch vergleichsweise angenehmen Temperaturen gingen die Fahrer auf den kurzen, aber technisch anspruchsvoll angelegten Prolog, der wie gewohnt über die Startplätze für die Gruppenrennen entschied.

Als erster Spitzenfahrer eröffnete Henry Strauss den Kampf gegen die Uhr und setzte direkt ein Ausrufezeichen. Der KTM-Pilot absolvierte seine Runde nahezu fehlerfrei und blieb mit seiner Bestzeit als einziger Fahrer unter der Zwei-Minuten-Marke.

Im weiteren Verlauf versuchten zahlreiche Konkurrenten, die Vorgabe des Gesamtführenden zu unterbieten – ohne Erfolg.

Serienrekordsieger Leon Hentschel fuhr auf den zweiten Platz und sorgte damit gleichzeitig dafür, dass sich die beiden Titelrivalen in den Gruppenrennen zunächst aus dem Weg gehen konnten. Die Ausgangslage für den weiteren Renntag versprach somit bereits früh spannende Duelle im späteren Finale.

Für eine starke Vorstellung sorgte außerdem Gaststarter Ramon Bregoli. Der Italiener komplettierte mit Rang drei das Prolog-Podium und unterstrich bereits am Morgen, dass mit ihm im weiteren Rennverlauf jederzeit zu rechnen sein würde.

Gruppenrennen: Strauss und Hentschel geben sich keine Blöße

Bereits um 10:15 Uhr wurde das erste Gruppenrennen gestartet. Aufgrund der in Reisersberg vorgesehenen 90-minütigen Mittagspause begann das Programm etwas früher als bei den bisherigen Saisonläufen.

Für die ersten Schwierigkeiten sorgte ein schräg verlaufender Hang, an dem sich in den Anfangsrunden einige Fahrer festfuhren. Mit zunehmender Renndauer fuhr sich die Passage jedoch immer besser ein, sodass sich der Rennfluss deutlich verbesserte.

An der Spitze ließ Henry Strauss dagegen von Beginn an keinen Zweifel aufkommen. Der Tabellenführer spulte Runde für Runde souverän ab und kontrollierte das Rennen über die komplette Distanz. Am Ende sicherte er sich einen ungefährdeten Sieg vor Arvid Meyer, der erneut eine starke Leistung auf seiner Stark Varg zeigte. Rang drei ging an Luca Kropitsch, der damit ebenfalls eine hervorragende Ausgangsposition für das Finale herausfuhr.

Zum zweiten Gruppenrennen hatten die Temperaturen nochmals deutlich angezogen und stellten die Fahrer nun vor eine zusätzliche körperliche Herausforderung. Dennoch entwickelte sich auch hier ein hochklassiger Wettkampf.

An der Spitze setzte sich Leon Hentschel früh vom Feld ab und feierte einen souveränen Sieg. Für eine der stärksten Leistungen des Tages sorgte jedoch Max Eppelmann. Der Talentpool-Fahrer überzeugte mit einem konstant schnellen Rennen und sicherte sich verdient den zweiten Platz vor Marc Wulf, der nach seiner verletzungsbedingten Pause ein gelungenes Comeback feierte und sich ebenfalls direkt für das Finale empfahl.

Für den abschließenden Showdown qualifizierten sich aus beiden Gruppenrennen jeweils die besten 25 Fahrer. Ergänzt wurde das Finale durch die Gaststarter, die innerhalb dieser Platzierungen lagen.

Für eine kleine Sensation sorgte dabei Loris Solbrig. Der junge ACE Bikes KTM-Pilot brachte seine 85ccm-Maschine erstmals überhaupt ins Finale der AUNER HardEnduroSeries Germany und unterstrich damit einmal mehr sein großes Talent. Gleichzeitig feierte er einen weiteren Sieg in der 85ccm-Klasse und sicherte sich damit bereits vorzeitig den Meistertitel.

In der Damenwertung setzte sich erneut Julia Bittner durch. Die Titelverteidigerin verwies Dorothea Maaz auf den zweiten Platz und baute ihre starke Saison weiter aus.

Finale: Henry Strauss gewinnt das historische 50. Rennen der AUNER HardEnduroSeries Germany

Um 16:30 Uhr fiel schließlich der Startschuss zum großen Finale und damit zum 50. Rennen der Geschichte der AUNER HardEnduroSeries Germany. Aus der ersten Startreihe nahmen die beiden Titelrivalen Henry Strauss und Leon Hentschel das Rennen in Angriff. Schon vor dem Start war klar, dass die Zuschauer trotz der hochsommerlichen Temperaturen einen packenden Kampf um den Jubiläumssieg erleben würden.

Den besseren Start erwischte zunächst Leon Hentschel, der nach der ersten Runde als Führender in den Start- und Zielbereich zurückkehrte. Bereits auf dieser ersten Runde kam es jedoch zu einer strittigen Szene, die im Anschluss an das Rennen für Diskussionen sorgte.

Wie sich nach dem Rennen herausstellte, war an einer Streckenpassage offensichtlich ein Absperrband nach den Gruppenrennen nicht korrekt für das Finale umgebaut worden. Dadurch befuhr Henry Strauss an dieser Stelle unbeabsichtigt die kürzere Linie. Der Rennleiter des MCC Reisersberg reagierte jedoch sofort, hielt Strauss unmittelbar danach kurz an und ließ ihn erst anschließend das Rennen fortsetzen. Durch diese Maßnahme entstand dem KTM-Piloten kein sportlicher Vorteil. Dennoch sorgte die Situation im Nachgang – passend zu den hochsommerlichen Temperaturen – für hitzige Diskussionen.

Auf der Strecke ließ sich Strauss davon jedoch nicht aus der Ruhe bringen. Bereits in der zweiten Runde übernahm der X-GRIP-Pilot die Führung und setzte sich in den folgenden Umläufen leicht von Hentschel ab.

In der Schlussphase startete Hentschel zwar noch einmal eine Aufholjagd und verkürzte den Rückstand bis auf rund sechs Sekunden, doch zu einem Angriff auf die Spitze reichte es nicht mehr. Nach einer starken Vorstellung brachte Henry Strauss seinen Vorsprung souverän ins Ziel und sicherte sich damit den Sieg beim historischen 50. Rennen der AUNER HardEnduroSeries Germany.

Platz zwei ging an Leon Hentschel, während Matthis Millich mit einer konstant starken Leistung das Gesamtpodium als Dritter komplettierte.

In der X-GRIP-Juniorenklasse setzte sich Gaststarter Leon Volland durch. Der schnelle Nachwuchsfahrer kündigte bereits an, in der Saison 2027 wieder regelmäßig an der AUNER HardEnduroSeries Germany teilnehmen zu wollen.

Die Amateurwertung gewann Jakob Blazovich, während sich Kai Uebe einmal mehr den Sieg in der Seniorenklasse sicherte und damit seine starke Saison fortsetzte.

In der HESG-E ging der Tagessieg an Peter Fakler. Er profitierte ebenso wie Arvid Meyer von der Abwesenheit von Eric Seifert und sammelte wichtige Meisterschaftspunkte im Kampf um den Titel.

HESG 50 Races – Evening of Legends: Gelungener Jubiläumsabend zum 50. Rennen

Im Anschluss an das historische 50. Rennen der AUNER HardEnduroSeries Germany folgte am Samstagabend bei weiterhin hochsommerlichen Temperaturen der kleine Festakt „HESG 50 Races – Evening of Legends“.

Durch den Abend führten Serienchef Denis Günther und Marcel Teucher, die bereits von den Meisterehrungen zum Saisonende als Moderatoren bekannt sind. Gemeinsam blickten sie auf die Entwicklung der AUNER HardEnduroSeries Germany und erinnerten an zahlreiche Höhepunkte aus den bisherigen 50 Rennen der Seriengeschichte.

Neben einem Rückblick auf die vergangenen Jahre standen auch mehrere Interviews mit aktuellen und ehemaligen Fahrern auf dem Programm. Dabei berichteten die Gäste über ihre persönlichen Erlebnisse und prägenden Momente innerhalb der Serie.

Ein weiterer Höhepunkt des Abends war die Premiere eines neuen Highlightfilms, der die emotionalsten und spektakulärsten Momente der ersten 50 Rennen zusammenfasst. Das rund zehnminütige Video wurde erstmals den Gästen der Jubiläumsveranstaltung präsentiert und wird in den kommenden Tagen auf den offiziellen Kanälen der AUNER HardEnduroSeries Germany veröffentlicht.

Premiere geglückt: Endurosprint sorgt für neuen Impuls in der AUNER HardEnduroSeries Germany

Nach dem Jubiläumsabend stand am Sonntag der zweite Meisterschaftslauf des Wochenendes auf dem Programm. Erstmals in der Geschichte der AUNER HardEnduroSeries Germany wurde dabei ein klassischer Endurosprint mit Zeitkontrollen und einem gewerteten Extremtest ausgetragen.

Im Vorfeld waren viele Fahrer dem neuen Format noch mit einer gewissen Skepsis begegnet. Nach dem Renntag fiel das Fazit jedoch durchweg positiv aus. Besonders die Kombination aus klassischem Enduro, Zeitkontrollen und Hardenduro-Elementen fand großen Anklang. Lediglich der Extremtest hätte aus Sicht vieler Teilnehmer etwas länger ausfallen können – eine Erfahrung, die die Organisatoren für die Weiterentwicklung des Formats in den kommenden Jahren mitnehmen möchten.

Sportlich musste der Renntag ohne Leon Hentschel stattfinden, der am Sonntag nicht mehr an den Start ging. Dadurch bot sich Tabellenführer Henry Strauss die Chance, seinen Vorsprung in der Meisterschaft weiter auszubauen – und genau diese Gelegenheit nutzte der X-GRIP-Pilot eindrucksvoll.

Strauss präsentierte sich über den gesamten Renntag in Bestform und setzte in allen sechs gewerteten Extremtests die schnellste Zeit. Mit dieser souveränen Leistung sicherte er sich nicht nur den Tagessieg, sondern feierte gleichzeitig bereits seinen vierten Saisonsieg und baute seine Führung in der Gesamtwertung weiter aus.

Hinter dem dominierenden Sieger entwickelte sich jedoch ein spannender Kampf um die weiteren Podestplätze. Besonders Luca Kropitsch zeigte einen beeindruckenden Renntag. Der Österreicher steigerte sich von Runde zu Runde und sicherte sich nicht nur den Sieg in der X-GRIP-Juniorenklasse, sondern fuhr gleichzeitig auf den hervorragenden zweiten Platz im Championat.

Nur hauchdünn dahinter komplettierte Matthis Millich das Gesamtpodium. Dem Talent des BETA Hardenduro Germany Teams fehlten am Ende nicht einmal zwei Sekunden, um Kropitsch noch von Rang zwei zu verdrängen.

In der Amateurklasse setzte sich Gaststarter Markus Schinkinger durch. Die Damenwertung gewann erneut Julia Bittner, während Kai Uebe einmal mehr die Seniorenklasse für sich entschied. Mit Gesamtrang 11 unterstrich der Titelverteidiger dabei eindrucksvoll seine starke Form.

Dramatisch verlief der Renntag dagegen in der HESG-E. Lange Zeit lag Peter Fakler aussichtsreich im Rennen, ehe ihn ein technischer Defekt im Extremtest wertvolle Zeit kostete. Mehr als zehn Minuten gingen dadurch verloren und alle Hoffnungen auf den Tagessieg waren dahin.

Davon profitierte Arvid Meyer, der sich den Sieg in der Elektroklasse sicherte und wichtige Punkte im Kampf um die Meisterschaft sammeln konnte.

Denis Günther (Serienorganisation AUNER HardEnduroSeries Germany):

„Zunächst möchten wir uns ganz herzlich bei allen Helfern des MCC Reisersberg sowie unserem gesamten HESG-Organisationsteam bedanken. Trotz der extremen Temperaturen haben alle Beteiligten hervorragende Arbeit geleistet und dafür gesorgt, dass wir ein rundum gelungenes Jubiläumswochenende durchführen konnten.

Für uns war es ein echtes Mega-Wochenende. Es hat einmal mehr gezeigt, wie gut die Zusammenarbeit innerhalb der Organisation auch unter außergewöhnlichen Bedingungen funktioniert.

Ein großes Dankeschön gilt außerdem allen Fahrern, die trotz der Hitze den Weg nach Reisersberg gefunden haben. Besonders positiv war zu sehen, dass jeder sehr verantwortungsvoll mit der Situation umgegangen ist. Wer gemerkt hat, dass es körperlich zu anstrengend wurde, hat lieber kurz pausiert, anstatt unnötige Risiken einzugehen. Genau dieses verantwortungsbewusste Verhalten hat sicherlich dazu beigetragen, dass wir das gesamte Wochenende trotz der Rekordtemperaturen nahezu problemlos durchführen konnten.

Jetzt freuen wir uns bereits auf die nächsten Läufe der Saison und darauf, den Schwung aus diesem besonderen Jubiläumswochenende mit nach Meltewitz zu nehmen.“

Sommerpause bis Meltewitz

Nach dem erfolgreichen Jubiläumswochenende in Reisersberg geht die AUNER HardEnduroSeries Germany nun in ihre wohlverdiente Sommerpause.

Erst am 13. September 2026 wird die Meisterschaft mit dem nächsten Lauf in Meltewitz fortgesetzt. Bis dahin können Fahrer, Teams und Helfer die vergangenen intensiven Rennwochen Revue passieren lassen und die Sommermonate genießen, ehe es im Herbst in die entscheidende Phase der Saison geht.

Mit dem historischen 50. Rennen, der erfolgreichen Premiere des Endurosprints und einem rundum gelungenen Jubiläumswochenende im Hexenkessel Reisersberg hat die AUNER HardEnduroSeries Germany einen weiteren Meilenstein ihrer Geschichte geschrieben. Nun richtet sich der Blick bereits auf Meltewitz, wo der Kampf um die Meisterschaft in allen Klassen in die nächste Runde geht.

Aktuelle Informationen zur AUNER HardEnduroSeries Germany sind jederzeit auf
www.hardenduro-germany.de sowie in den sozialen Medien verfügbar.

Text/Bild: HESG/Michel Kuchel