In einem professionellen Team wie dem Kawasaki Racing Team MXGP arbeiten viele Menschen hinter den Kulissen, um den Fahrern alles zu bieten, was sie für den Erfolg brauchen. Die Fahrer stehen zwar immer im Rampenlicht, aber ohne Techniker wie Antonio Tiveddu, den technischen Leiter der MXGP, wäre nichts davon möglich.

Das Kawasaki Racing Team MXGP ist eine große Familie mit nicht weniger als zwanzig Mitarbeitern, die unter der Leitung von Teambesitzer Kimi Räikkönen und Teammanager Antti Pyrhönen arbeiten. Dank seines großen Wissens und seiner Erfahrung – sowohl als GP-Fahrer als auch jetzt als Teammanager – hat Antti ein solides Team aus Mechanikern und Technikern zusammengestellt, die für das Team arbeiten.

Für Antonio Tiveddu, den technischen Leiter der MXGP, war Motocross schon immer ein fester Bestandteil seines Lebens. „Ich habe schon in jungen Jahren mit dem Rennsport begonnen. Mein Vater ist auf Sardinien zum Spaß Rennen gefahren, hatte aber keinen wirklichen Erfolg. Sobald ich geboren wurde, war es einer seiner Träume, mich auf ein Motorrad zu setzen. Das tat er dann auch, als ich sechs Jahre alt war, und für ihn wurde der Traum wahr! Ich begann auf Sardinien Rennen zu fahren und arbeitete mich Schritt für Schritt bis zur italienischen Meisterschaft hoch. Bis zu meinem 18. Lebensjahr habe ich in einer Fabrik gearbeitet, und 2005 schloss ich mich dem Team Maddi an, um zu versuchen, Profirennfahrer zu werden. Die erste Saison war okay, aber dann verletzte ich mich am Knie. Wie auch immer, es war immer noch mein Traum, wenigstens einmal bei einem Grand Prix hinter dem Startgatter zu stehen, und das klappte 2009 in Faenza. 2010 bin am ich ein paar MX3-Rennen gefahren, aber mir wurde klar, dass es vielleicht besser wäre, mit dem Rennsport aufzuhören und Mechaniker zu werden“, erklärte Antonio, der sich daraufhin mit Leidenschaft seiner neuen Herausforderung stellte.

„Ich habe in der Schule eine Ausbildung zum Mechaniker gemacht und schon immer an meinem eigenen Motorrad geschraubt. 2011 bekam ich die Gelegenheit, als Mechaniker im JTech Yamaha Team zu arbeiten, und hatte das Glück, Iller Aldini – einen der besten Techniker im Fahrerlager – als Lehrmeister zu haben. Ich habe ein paar Saisons mit ihm zusammengearbeitet, und er hat mir wirklich beigebracht, was professionelles Arbeiten im Motocross als Mechaniker bedeutet. Im Jahr 2014 klingelte dann mein Telefon; ich war wirklich überrascht über diesen Anruf von Antti Pyrhönen. Er bot mir die Möglichkeit, in einem Werksteam zu arbeiten, was ein weiterer Traum war, und seitdem arbeite ich mit ihm zusammen. Da ich aus Sardinien komme, sprach ich damals noch nicht so gut Englisch, sodass die Kommunikation kurz ausfiel, aber ich habe mein Englisch Schritt für Schritt verbessert und nacheinander mit Todd Waters, Christophe Charlier, Max Anstie und Pauls Jonass gearbeitet. 2020 wurde ich Chefmechaniker, und seit das Team mit Kawasaki zusammenarbeitet, bin ich der technische Leiter der MXGP“, fügte er hinzu.

Mit zwanzig Weltmeisterschaftsläufen pro Jahr, dazu Testfahrten und einigen internationalen Rennen, ist das Team-Personal ständig irgendwo auf der Welt unterwegs. Leidenschaft ist unerlässlich, um diesen Job über so viele Jahre hinweg auszuüben, und Antonio tut dies mit Charisma und einer professionellen Einstellung. „Als technischer Leiter ist es mein Hauptziel, mich um alle Leute zu kümmern, die im technischen Bereich arbeiten, und alle Puzzleteile zusammenzufügen. Das bedeutet, alle Verantwortlichen für die Motorräder, Motoren, Fahrwerke und das Mapping so zu koordinieren, dass alles optimal zusammenspielt. Wir haben das Glück, seit mehreren Jahren mit fast denselben Leuten zusammenzuarbeiten; es ist genau wie eine große Familie. Das Wichtigste ist ein gutes Verhältnis zu allen, denn wir leben zusammen, reisen zusammen und übernachten im selben Hotel. Es ist wichtig, in einer guten Atmosphäre mit einer ruhigen und positiven Einstellung zusammenzuarbeiten. Wir sind eine große Familie, aber jeder muss auch immer hochprofessionell bleiben“, schloss er, während das KRT-Team dem Neustart der FIM MXGP-Weltmeisterschaft mit dem GP von Frankreich in Lacapelle-Marival an diesem Wochenende entgegenfiebert.

Text/Bild: Kawasaki Racing Team