Der Große Preis von Frankreich, die sechste Runde der FIM-Motocross-Weltmeisterschaft 2026, markiert nach einer einmonatigen Pause die Rückkehr des MXGP-Rennsports. Bei sommerlichen Temperaturen von über 30 °C am Wochenende zeigten die Ducati-Fahrer deutliche Fortschritte im Rennen – das Ergebnis der in dieser Phase geleisteten Arbeit.
Auf der anspruchsvollen französischen Strecke, die mit ihrem steinigen und technischen Untergrund besonders überholfeindlich ist, sicherte sich Andrea Bonacorsi zwei Top-10-Platzierungen in den Wertungsläufen. Dabei überzeugte er mit soliden Leistungen und beeindruckenden Aufholjagden nach schwierigen Starts. Als Zehnter am Ende des ersten Laufs kämpfte der Fahrer des Red Bull Ducati Factory MXGP Teams auch im zweiten Durchgang unentwegt. Es gelang ihm, erneut als Zehnter ins Ziel zu kommen, was ihm den achten Gesamtrang auf der Ducati Desmo450 MX einbrachte – sein bestes Saisonergebnis.
Auch Calvin Vlaanderen zeigte ein positives Rennen, nachdem er gezwungen war, vom Ende der Startaufstellung ins Rennen zu gehen, weil er das Qualifikationsrennen am Samstag vorzeitig beenden musste. Nach Platz 11 hinter Bonacorsi im ersten Lauf war Calvin im zweiten Rennen zunächst in einen Massensturz am Start verwickelt, der eine Rote Flagge nach sich zog. Beim zweiten und entscheidenden Start des Tages kam er jedoch gut weg und überquerte die Linie in der ersten Runde auf Platz 15. Nachdem er in der vierten Runde wegen eines abgestorbenen Motors aus den Top 20 zurückgefallen war, nahm der Niederländer den Kampf wieder auf. Er sah die Zielflagge schließlich als Fünfzehnter und festigte damit seinen zehnten Platz in der Meisterschaft.
Ein Wochenende mit zwei Gesichtern erlebte Jeremy Seewer, der im ersten Lauf Platz 21 belegte und nach einem hart umkämpften zweiten Rennen als Sechzehnter ins Ziel kam – dicht hinter seinem Teamkollegen Vlaanderen und mit einigen guten Rundenzeiten im Gepäck.
Andrea Bonacorsi: „Frankreich ist geschafft. Nach der einmonatigen Pause haben wir in den letzten Wochen einen sehr guten Schritt nach vorne gemacht. Ich kann sagen, dass ich wieder zu 100 % zurück bin und mich immer wohler fühle. Besonders nach diesem Rennen weiß ich, dass ich vorne mitkämpfen kann. Nach dem gestrigen Tag, der wegen meines Sturzes nicht optimal war, hatten wir heute zwei positive Läufe – beide in den Top Ten. Platz acht in der Gesamtwertung ist ein Ergebnis, mit dem wir zufrieden sein können. Wir werden uns nun auf die nächste Runde in Deutschland vorbereiten und ich bin sicher, dass wir dort noch besser abschneiden können.“
Calvin Vlaanderen: „Ein schwieriges Wochenende, gestern mit dem technischen Problem natürlich super hart, und von ganz hinten am Gatter zu starten war nicht ideal. Ich habe heute beim Durchkämpfen durch das Feld extrem viel Dreck abbekommen, aber jeder Punkt war wichtig. Ich habe einfach versucht, mein Bestes zu geben und das Maximum aus mir und dem Motorrad herauszuholen. Mit meinem zweiten Rennen bin ich natürlich enttäuscht, ich habe einfach den Motor abgewürgt und konnte ihn nicht schnell genug wieder starten. Wie auch immer, wir versuchen uns jetzt auszuruhen und uns für Deutschland bereitzuhalten.“
Jeremy Seewer: „Vom Ergebnis her war es ein zähes Wochenende, aber ich bin froh, weil es ein sehr tückisches Rennen war und ich Stürze vermeiden konnte. Im zweiten Lauf habe ich endlich einen guten Rhythmus gefunden, und ich möchte mich bei allen Jungs bedanken, die so hart gearbeitet haben.“
In der MX2-Klasse erlebte Ferruccio Zanchi nach einem vielversprechenden Samstag einen anspruchsvolleren Sonntag als erwartet. Im ersten Lauf belegte der Fahrer des Beddini Ducati Factory MX2 Teams am Ende eines hart umkämpften Rennens den 11. Platz. Nach einem Sturz in der ersten Runde des zweiten Laufs musste „Ferro“ das Rennen außerhalb der Top 30 wieder aufnehmen. Er kämpfte sich auf seiner Desmo250 MX jedoch wieder durch das Feld nach vorne und landete nach 20 Runden auf Platz 14, womit er die Top 10 nur knapp verpasste.
Ferruccio Zanchi: „Es war ein ziemlich positiver Samstag, an dem ich das Qualifikationsrennen auf einer guten Position beendet habe. Der Sonntag war dann schwieriger. Weiter hinten zu starten hat mir überhaupt nicht geholfen, und ich musste mich ständig von ganz hinten herankämpfen. Im zweiten Lauf hatte ich zudem Feindkontakt mit anderen Fahrern, sodass ich nicht das Rennen fahren konnte, das ich mir gewünscht hätte. Aber wir haben bald ein weiteres Rennen, bei dem wir es besser machen und einen stärkeren Lauf zeigen können.“
Text/Bild: Ducati corse