Romain Febvre vom Kawasaki Racing Team MXGP belegte im Qualifying zur Türkei-Runde der FIM MXGP-Motocross-Weltmeisterschaft in Afyonkarahisar im anatolischen Innenland den vierten Platz.

Der Franzose, der im Zeittraining die drittschnellste Zeit fuhr, brannte im Qualifikationsrennen zwar die schnellste Rennrunde in den Boden, musste sich auf dem ultraschnellen Kurs, der nur wenige Überholmöglichkeiten bot, jedoch mit einem frustrierenden vierten Platz zufriedengeben. Der steinige Untergrund auf über 1.000 Metern Höhe sorgte zudem für schmerzhaften Steinschlag (Roost), wenn man dicht hinter einem Konkurrenten lag – daher war es entscheidend, sich phasenweise zurückzuhalten, bevor man zum Angriff ansetzte. Febvre bewies mit der schnellsten Runde seine Pace und versuchte sowohl Rennmitte als auch in den Schlussrunden ein Überholmanöver zu starten, wurde jedoch stets abgeblockt.

Romain Febvre: „Ich kann der Schnellste sein, aber wenn der Start nicht klappt, ist nicht mehr drin. Wenn du vorne startest, musst du nicht zwingend der Schnellste sein, um zu gewinnen oder Zweiter zu werden. Wir müssen morgen einfach auf einen guten Start hoffen. Die Strecke ließ sich gut fahren und man kann überholen, wenn alles passt – aber es ist nicht leicht. Ich war an einigen Stellen schneller und hatte für die letzten beiden Runden einen Plan, um an Gajser vorbeizugehen. Aber ich habe jedes Mal zwei Kurven vorher einen kleinen Fehler gemacht und den direkten Kontakt verloren.“

KRT-Teamkollege Pauls Jonass, der auf dieser Strecke schon siegen konnte, hatte ebenfalls den nötigen Speed. Er musste sich jedoch nach einem Sturz in der ersten Runde zurückkämpfen, bei dem er das Hinterrad eines Konkurrenten touchiert hatte. Der Zwischenfall stachelte den Letten erst recht an und er startete eine beherzte Aufholjagd: In Runde vier hatte er das hintere Feld hinter sich gelassen und peilte die Top 10 an. Drei Runden vor Schluss lag er auf Rang elf und zog – deutlich schneller unterwegs als seine Vorderleute – in der vorletzten Runde auf den schlussendlichen neunten Platz nach vorne, was ihm zwei WM-Punkte einbrachte.

Pauls Jonass: „Ich lag vor der zweiten Kurve eigentlich gut, habe dann aber das Hinterrad eines anderen Fahrers erwischt und bin gestürzt. Am Ende habe ich mich bis auf Platz neun vorgekämpft. Meine Pace war gut, aber ich muss in der ersten Runde einfach sitzen bleiben. Mit einem guten Start kann ich morgen sicher vorne mitfahren. Es gibt auf der Strecke nur wenige Stellen mit mehreren Linien, und selbst dort muss man genau kalkulieren, wo und wie man den Angriff setzt.“

Francisco Garcia von Venum Bud Racing Kawasaki, der sich bereits zwei Wochen zuvor den Titel in der Europäischen EMX250-Meisterschaft gesichert hatte, reiste zum Saisonfinale an, um seine Dominanz zu unterstreichen, bevor er nächstes Jahr mit KRT in die MX2-Weltmeisterschaft aufsteigt. Genau das gelang dem spanischen Teenie im ersten Lauf des Wochenendes: Er fuhr seinen 16. Sieg im 21. Rennen dieser Saison ein. Garcia wandelte eine Platzierung an dritter Stelle nach dem Start innerhalb einer halben Runde in Rang zwei um und stach in der zweiten Runde innen am Führenden vorbei, um einen weiteren souveränen Sieg einzufahren. Bei der Zielflagge lag er fünf Sekunden vor seinem Teamkollegen Jake Cannon – der sechste Doppelsieg für Bud Kawasaki in dieser Serie.

Francisco Garcia: „Heute konnte ich es auf dem Bike richtig genießen. Es ist lange her, dass ich mich so gut gefühlt habe, aber das Training in der letzten Woche war gut und ich fühle mich wieder mehr wie vor meiner Verletzung. Die Strecke war heute Morgen ziemlich flach, deshalb habe ich nicht auf die Pole gedrückt. Ich wusste, dass ich den Speed habe, um heute Nachmittag zu gewinnen.“

Jake Cannon fand schnell seinen Rhythmus, fuhr die zweitschnellste Zeit im Zeittraining und bog im ersten Lauf als Zweiter in die erste Kurve ein, bevor er auf der Auftaktrunde gegen seinen Bud-Teamkollegen Garcia das Nachsehen hatte. Beim Versuch, dem Champion über die Außenbahn auf Platz zwei zu folgen, öffnete er in der zweiten Runde die Tür für Angriffe von hinten und fiel vorübergehend auf Rang vier zurück. Der australische Teenie bewahrte jedoch kühlen Kopf, schob sich nach 20 Minuten wieder auf Platz drei vor und setzte seine Aufholjagd fort: Drei Runden vor Schluss übernahm er Platz zwei, machte den Doppelsieg für Bud Kawasaki perfekt und sicherte sich die nötigen Punkte für die Bronze-Medaille in der Meisterschaft vor dem morgigen letzten Saisonlauf.

Jake Cannon: „Ich bin zufrieden mit dem Lauf. Ich habe mir die Bronze-Medaille gesichert, möchte die Saison morgen aber unbedingt mit einem Highlight abschließen. Das Streckenlayout ist cool und anspruchsvoll, aber es gibt fast nur eine Ideallinie. Überholen ist daher schwer und der Steinschlag tut weh. Das hat die erste Hälfte des Rennens echt knifflig gemacht. Ich habe ein paar verschiedene Linien ausprobiert, die nicht so toll waren, und bin auf Platz vier zurückgefallen. Aber am Ende habe ich mich wieder bis auf P2 vorgekämpft.“

Text/Bild: Kawasaki Racing Team