MXGP 2026, Runde 15 von 19, Uddevalla, Schweden
Ein sonniger und warmer Grand Prix von Schweden eröffnete den Endspurt der MXGP FIM Motocross-Weltmeisterschaft 2026. Red Bull KTM Factory Racing verlässt die traditionsreiche Strecke in Uddevalla dank Sacha Coenen mit dem siebten MX2-Sieg der Saison. Das vielversprechende österreichische Nachwuchstalent Ricardo Bauer sicherte sich zudem den Titel in der EMX125-Europameisterschaft 2026.
Highlights und Schlüsselmomente aus Uddevalla:
- Andrea Adamo belegt den 7. Gesamtrang in der MXGP-Klasse mit einer starken Top-5-Platzierung im ersten Lauf.
- Sacha Coenen glänzt in der MX2: Der Belgier dominiert beide Rennläufe in Schweden, feiert seinen vierten Gesamtsieg des Jahres und verkürzt den Rückstand an der Tabellenspitze auf nur noch 24 Punkte (weniger als ein Rennlauf).
- Simon Längenfelder erzielt die Ränge 5-5 für den 6. Gesamtrang und hält Platz 4 in der MX2-Meisterschaftswertung.
- Lucas Coenen fällt im MXGP weiterhin aus, da er sich noch von seinen Ischiasbeschwerden an der linken Hüfte erholt.
- Der MXGP-Zirkus kehrt für Runde sechzehn und den vorletzten europäischen Grand Prix der Saison in den Sand zurück: Kommende Woche steht der Lauf in den Niederlanden im Motorsportpark Gelderland Midden an.
Der MXGP-Tross steuert mit den aufeinanderfolgenden Rennwochenenden in Schweden und den Niederlanden direkt auf die finale Phase der Saison zu. Nach den Stationen in Skandinavien und Mitteleuropa folgt ein dreiwöchiger Übersee-Block mit Rennen in der Türkei, China und Australien. Den Auftakt machte Uddevalla, wo der kompakte, steinige Hartboden beim jährlichen Gastspiel nördlich von Göteborg spurrillig, trocken und ausgefahren war.
Die Zuschauer strömten nach Uddevalla, da der Sommer in weiten Teilen Europas weiterhin mit hohen Temperaturen anhält. Die Strecke ist seit dem letzten Jahrhundert fast jedes Jahr fester Bestandteil des MXGP-Kalenders und blickt auf eine reiche Motocross-Historie zurück, auch wenn der schmale Kurs nur wenige Linien und Überholmöglichkeiten bietet. Red Bull KTM musste auf Lucas Coenen verzichten: Der 19-Jährige ist nach seinen Hüftproblemen links noch nicht vollkommen fit und schmerzfrei. Nachdem er bereits in Großbritannien, Tschechien und Belgien ohne Punkte blieb, kam Schweden für den fünffachen Grand-Prix-Sieger dieser Saison noch zu früh.
Simon Längenfelder war der Dominator des Qualifikationsrennens am Samstag. Der Deutsche sicherte sich Punkte sowie die Pole-Position in der MX2 – bereits zum vierten Mal im Jahr 2026 und zum vierten Mal bei den letzten fünf Events. Sacha Coenen wurde Fünfter, während Andrea Adamo in der MXGP-Klasse auf Rang 8 fuhr.
Adamo, der mit einer neuen Spezifikation der KTM 450 SX-F antrat, erwischte im ersten Lauf einen hervorragenden Start mit dem Holeshot und hielt über weite Strecken den 4. Platz. In den letzten Runden lieferte er sich einen engen Zweikampf mit Romain Febvre und sicherte sich schlussendlich einen soliden 5. Platz. Im zweiten Lauf lag der Rookie nach dem Start zunächst knapp außerhalb der Top 10, kämpfte sich jedoch auf den 7. Rang nach vorne, was ihm den 7. Gesamtrang des Tages einbrachte. In der MXGP-Meisterschaft liegt Andrea punktgleich auf Rang 5.
In der MX2 feierte Sacha Coenen auf der KTM 250 SX-F seinen ersten Laufsieg seit der achten Runde in Lettland. Die Startnummer 19 holte sich seinen zwölften Holeshot der Saison und kontrollierte das Rennen von der Spitze aus. Trotz leichtem Druck von Liam Everts überquerte er die Ziellinie als Erster und sicherte sich damit seine zweiten 25 Punkte in dieser Saison. Simon Längenfelder erwischte einen Start in den Top 10, tat sich beim Überholen jedoch schwer und wurde Fünfter.
Im zweiten Lauf wiederholte Coenen das Rezept: Von Beginn an in Führung, fuhr er zur Halbzeit des 30-Minuten-plus-2-Runden-Rennens einen Vorsprung von fast drei Sekunden heraus. Er verteidigte den Abstand erneut gegen Everts und feierte seinen dritten 1-1-Doppelsieg der Saison. Coenen steht nun bei acht Podestplätzen und teilt sich die Meistanzahl an GP-Gesamtsiegen in dieser Klasse. Längenfelder hielt sich durchgehend in den Top 5 auf, fand jedoch erneut kaum Überholmöglichkeiten. Zwei fünfte Plätze ergaben den 6. Gesamtrang. Simon liegt in der Meisterschaft nur 61 Punkte hinter der Tabellenspitze.
KTM-Pilot Ricardo Bauer fuhr mit seiner KTM 125 SX ein perfektes Wochenende mit zwei Laufsiegen (1-1). Diese Ergebnisse reichten dem Österreicher, um sich vorzeitig die EMX125-Europameisterschaft zu sichern. Bauer hat einen Vorsprung von 62 Punkten auf seinen Landsmann Moritz Ernecker – genug, um den Titel bereits ein Rennen vor Schluss in der Türkei unter Dach und Fach zu bringen.
Der tiefe Sand im Motorsportpark Gelderland Midden in Arnhem bildet kommende Woche die Kulisse für den Grand Prix der Niederlande als sechzehnte Runde der Weltmeisterschaft.
Andrea Adamo (5. und 7. Platz für Gesamtrang 7 in der MXGP):
„Nicht das Beste, aber auch nicht das Schlechte. Es hätte sicher besser laufen können. Im ersten Lauf hatte ich einen guten Start und war bis kurz vor Schluss Vierter, ehe mir ein kleiner Fehler unterlief und Romain vorbeizog. Ich wusste, dass er schnell war, aber eineinhalb Runden vor Schluss hätte ich bei einigen Entscheidungen etwas cleverer agieren müssen. Platz 5 war okay. Im zweiten Lauf erwischte ich wieder einen sehr guten Start, bin dann aber etwas zu weit nach außen geraten und habe Positionen verloren. Ich habe mich bis auf Platz 7 zurückgekämpft, mehr war nicht drin. Diese Strecke könnte viel besser sein… aber sie war für alle schwer zu fahren. Wir müssen uns an ein paar Stellen verbessern, aber wir arbeiten daran. Jetzt steht Arnhem an. Ich fühle mich im Sand zuletzt sehr wohl, also schauen wir nach vorne.“
Sacha Coenen (1. und 1. Platz für Gesamtrang 1 in der MX2):
„Ich bin wieder da, wo ich hingehöre. Ich bin wirklich glücklich. Es ist ein tolles Gefühl, nach der Verletzung zurückzukehren und wieder zu gewinnen. Wir haben hart dafür gearbeitet. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Fahrstil und habe dem Druck standgehalten. Viel mehr Worte habe ich im Moment gar nicht.“
Simon Längenfelder (5. und 5. Platz für Gesamtrang 6 in der MX2):
„Ein schwieriges Wochenende. Ich hatte ein sehr gutes Qualifikationsrennen, einen super Start und habe gewonnen. Ich bin sehr methodisch gefahren und hatte eine gute Linienwahl. Der Sonntag war anders. Beide Starts waren nicht die besten und ich habe einfach versucht, mich nach vorne zu arbeiten. Mir fehlte etwas der Speed, obwohl mir die Strecke Spaß gemacht hat und ich dachte, dass ich gut fahre – aber die Rundenzeiten sprachen eine andere Sprache. Zweimal Platz 5 entspricht nicht meinem Anspruch. Wir arbeiten weiter und werden im Sand unser Bestes geben.“
Text/Bild: KTM/KTM Images/JP Acevedo