Enduro-Nachwuchs bei Starkregen und tiefem Schlamm gefordert +++ Enge Kämpfe prägen die Podiumsplätze +++ Luca Fischeder begleitet die Nachwuchspiloten
Der ADAC Enduro Jugend Cup Ost in Flöha bot den Nachwuchsfahrern am vergangenen Samstag alles, was den Endurosport ausmacht: Regen, Schlamm, technische Streckenabschnitte, lange Fahrzeiten und spannende Entscheidungen. Beim 3. ADMV Sprintenduro EJC des MC Flöha verlangten die wechselnden Wetterbedingungen den Teilnehmern auf der über 7,3 Kilometer langen Runde rund um das Vogeltal alles ab. Während die jüngsten Fahrer am Vormittag bei teils starkem Regen und tiefem Schlamm unterwegs waren, verbesserten sich die Bedingungen am Nachmittag deutlich und ermöglichten den älteren Klassen echten Endurosport auf technisch anspruchsvollem Niveau.
Bereits vor dem Start hatte das Organisationsteam alle Hände voll zu tun. Noch wenige Tage zuvor hatten die Veranstalter mit Staubproblemen gerechnet, ehe anhaltende Niederschläge die Streckenbedingungen komplett veränderten. Dank des großen Einsatzes der vielen Helfer konnte eine hervorragend vorbereitete Veranstaltung durchgeführt werden. Ein besonderes Erlebnis für die jüngsten Teilnehmer war dabei die Einführungsrunde mit Enduro-Profi Luca Fischeder. Der internationale Spitzenfahrer begleitete die Nachwuchspiloten vor dem Rennen in der Einfürhunsrunde und übernahm später bei der Siegerehrung die Pokalübergabe.
Die schwierigsten Bedingungen erwischten die Elektro-, Schüler-50- und Schüler-65-Klassen am Vormittag. Tiefer Schlamm und rutschige Passagen machten bereits das Erreichen des Zieles zu einer beachtlichen Leistung. In der Elektroklasse war Fredi Auerswald der einzige Starter und bewältigte die anspruchsvolle Strecke erfolgreich.
In der Klasse Schüler 50 dominierte Marius Winkler vom SHC Meltewitz Offroad Team das Geschehen. Mit einer Gesamtfahrzeit von 44:51,59 Minuten setzte er sich deutlich gegen Paul Kiss durch, der mit 14:34 Minuten Rückstand Rang zwei belegte.
Für die engste Entscheidung des Vormittags sorgte die Teilnehmer in der Klasse Schüler 65. Hier entwickelte sich zwischen Malte Bernhardt vom MSC Burg und dem Flöhaer Lokalmatadoren Till Ebert ein spannender Kampf um den Sieg. Nach acht Wertungsprüfungen trennten die beiden lediglich 16,17 Sekunden. Bernhardt gewann in 26:35,46 Minuten vor Ebert, der mit mehreren Prüfungsbestzeiten immer wieder Druck ausüben konnte. Platz drei sicherte sich Ben Raschke vom MC Grünhain mit einem Rückstand von 1:34,33 Minuten auf den Sieger.
Am Nachmittag zeigte sich endlich die Sonne und die Strecke wandelte sich zunehmend zu einem echten Enduro-Parcours. Zusätzliche Auffahrten, Steinpassagen und technische Sektionen verlangten nun vor allem Fahrtechnik und Gefühl auf dem Motorrad. Für die Jugendklassen bedeutete dies zudem eine besonders lange Fahrzeit. Allein das zweite Rennen erstreckte sich auf rund eine Stunde reine Prüfungszeit und stellte damit hohe Anforderungen an Konzentration und Kondition.
In der stark besetzten Jugend-85B-Klasse durfte sich der gastgebende MC Flöha über einen Heimsieg freuen. Paul Kehr setzte sich vor heimischer Kulisse mit einer Gesamtzeit von 59:04,41 Minuten durch. Dahinter entwickelte sich ein packender Kampf um die weiteren Podestplätze. Nils Lindner sicherte sich Rang zwei, hatte im Ziel jedoch lediglich 5,83 Sekunden Vorsprung auf Jordan Wittenberg. Während Kehr mit 1:24,91 Minuten Vorsprung seinen Sieg relativ sicher nach Hause fuhr, blieb die Entscheidung um Silber bis zur letzten Prüfung offen.
In der Jugend-85A-Klasse dominierte Lou Wohlhaupt die Wertung und gewann jede einzelne Wertungsprüfung. Mit einer Fahrzeit von 57:13,19 Minuten verwies er Mika Bernhardt um 5:39 Minuten auf Platz zwei. Lenny Baum komplettierte das Podium auf Rang drei.
Mit 22 Startern stellte die Jugend-125-Klasse das größte Fahrerfeld des Tages: Am Ende setzte sich Noah Rübesamen souverän durch und sicherte sich den Klassensieg. Dahinter entwickelte sich ein spannender Kampf um die weiteren Podestplätze. Elias Neukirchner vom MC Flöha behauptete Rang zwei mit 21,38 Sekunden Vorsprung auf Moritz Engelmann. Noch knapper fiel die Entscheidung um den letzten Podiumsrang aus: Engelmann rettete Platz drei mit lediglich 4,29 Sekunden Vorsprung vor Carlo Krüger ins Ziel und sorgte damit für eine der engsten Entscheidungen des gesamten Veranstaltungstages.
Magdalena Höfer setzte sich in der Ladies-Wertung gegen Neele Trexler und Lina Kolbe durch und sicherte sich den Erfolg in der Rechenwertung.
Zum Saisonfinale treffen sich die Fahrer am 10. Und 11. Oktober 2026 in Hilmersdorf zur ersten Doppelveranstaltung des EJC Ost.
Text/Bild: ADAC Sachsen e.V./Til Eberlein