Neue Samstagsieger bei der deutschen Runde zur Motocross-WM im Teutschenthaler Talkessel
Der erste Tag des diesjährigen Motocross-Weltmeisterschaftslaufes im legendären Teutschenthaler Talkessel ist Geschichte und lieferte in den obligatorischen Quali-Rennen am Samstag bei herrlichem Wetter und vor schon überdurchschnittlich gut gefüllten Rängen in den beiden WM-Klassen MXGP und MX2 neue Sieger. In der Top-Klasse MXGP triumphierte erstmals in diesem Jahr der Vorjahres-Weltmeister Romain Febvre aus Frankreich. Ebenso feierte in der MX2-Kategorie der bis maximal 23-Jährigen der Südafrikaner Camden Mc Lellan seinen ersten Sieg des Jahres an einem kombinierten Trainings- und Renntag.
Schon der erste Tag des diesjährigen LIQUI MOLY MXGP of Germany in Teutschenthal bei Halle/Saale hielt alles, was man sich vom alljährlichen deutschen Motocross-Fest der Extraklasse versprach. Bestes Rennwetter und eine vom gastgebenden MSC Teutschenthal e. V. im ADAC erstklassig präparierte Strecke waren auf genau jenem hohen Niveau, wie die bereits zahlreich erschienenen, frenetischen Fans im legendären „Talkessel“ im Süden Sachsen-Anhalts.
Top-Rider auf den Top-Plätzen
Im Quali-Rennen am Samstag der Premium-Kategorie MXGP fanden sich nach dem Start die Top-4 der aktuellen WM-Tabelle, der Franzose Romain Febvre, der Slowene Tim Gajser, der Belgier Lucas Coenen und der Niederländer Jeffrey Herrlings, auf den vorderen Plätzen ein und demonstrierten die hohe Kunst des Motocross in unnachahmlicher Art und Weise. Wenngleich sich keine Überholmanöver ergaben, waren ihre Abstände untereinander so gering, das von Langeweile keine Rede sein konnte. Demzufolge behielt der Pilot vom Kawasaki Racing Team MXGP die Oberhand über den Fahrer vom Monster Energy Yamaha Factory MXGP Team, dem KTM-Treiber in Farben des Teams Red Bull KTM Factory Racing sowie „The Bullet“ vom Team Honda HRC PETRONAS. Somit war auch in Sachen Marken eine größtmögliche Abwechslung auf den ersten vier Plätzen gegeben.
Nach seinem ersten Sieg in einem MXGP-Quali-Rennen des Jahres sagte der zweifache und Weltmeister 2025, Romain Febvre: „Das war ein sehr guter Tag für mich, und ich denke auch für vielen Fans, die bereits da waren. Das Wetter war erstklassig, und ich hoffe, dass das auch morgen der Fall ist. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass der Verein mit der neuen Erde auf der Strecke einen sehr guten Job gemacht hat. Sie haben auch am Layout der Strecke ein paar Veränderungen vorgenommen, sodass sie viel besser ist als zuvor. Vorher war der Boden extrem hart und rutschig. Nun bietet er den ganzen Tag viel Grip. Es ist schön zu sehen, wie sich hier bemüht wurde, die Bedingungen zu verbessern. Für mich persönlich war es natürlich ein guter Start in den GP. Ich hoffe, dass ich am Sonntag so weiter machen kann.“
Auf den Plätzen fünf bis zehn und somit in den Punkterängen (am Samstag bei halber Punktzahl nur bis Platz zehn) kamen Andrea Adamo (ITA, Red Bull KTM Factory Racing), Ruben Fernandez (ESP, Honda HRC PETRONAS), Kay de Wolf (BEL, Nestaan Husqvarna Factory Racing), Pauls Jonass (LAT, Kawasaki Racing Team MXGP), Andrea Bonacorsi (ITA, Red Bull Ducati Factory Racing MXGP) und Alberto Forato (ITA, Fantic Factory Racing MXGP).
Deutsche Wild-Card-Fahrer mit Handicap für die Startaufstellung
Bester der acht fürs Rennen qualifizierten Deutschen wurde der Wormstedter Tom Koch vom KTM Sarholz Racing Team als 17., was er folgendermaßen kommentierte: „Ich denke, rein fahrerisch war es gut, wesentlich besser als meine letzten Rennen – sowohl im ADAC MX Masters, speziell aber auch bei meinen bisherigen zwei Starts in diesem Jahr bei der WM. Das war auch, weil ich einfach ein bisschen lockerer in den Tag gestartet bin. Ich habe mich schon im Zeittraining gut gefühlt. Da zwei Trainingsgruppen – eine für die Permanent Rider und eine für die Wild-Card-Fahrer – gebildet wurden, hatten wir Deutschen natürlich keine Chance auf einen guten Startplatz, was hier auf der abbiegenden Startgeraden extrem wichtig ist. Da fährst du in der ersten Kurve gefühlt 20 Meter mehr. Aber ich habe schnell meinen Fluss gefunden. Das war eine solide Fahrt, was auch für den Sonntag mein Ziel ist. Vielleicht kommt dann ja ein Top-15-Ergebnis raus. Damit wäre ich sehr zufrieden. Einfach wieder mein Bestes geben, dann wir das schon gut.“
Zur bereits grandiosen Stimmung befragt, führte „ToKo“ aus: „Die war heute schon extrem gut. Ich weiß nicht, wann es zuletzt so gut war an einem Samstag. Auch die Änderungen an der Strecke sind aus meiner Sicht sehr gut gelungen.“
Deutscher Weltmeister mit Luft nach oben
In der „kleinen“ WM-Klasse MX2 ruhten berechtigte Hoffnungen der deutschen Fans auf dem Vorjahres-Weltmeister und bereits wieder Tabellenleader Simon Längenfelder. Allerdings musste sich der Franke im Quali-Race mit Rang acht begnügen.
Der bereits fünfmalige Samstag-Sieger und als Schnellstarter bekannte Sasha Coenen, der Zwillingsbruder des MXGP-Tabellenführers Lucas Coenen, hatte sich auch diesmal schnell an die Spitze des Feldes gesetzt. Allerdings wurde er mal wieder Opfer seiner Sturzanfälligkeit, diesmal in Runde drei, weshalb er am Ende nur Sechster wurde.
Dies eröffnete dem Südafrikaner Camden Mc Lellan vom Triumph Racing MX2 Factory Team die Möglichkeit zu seinem ersten Rennsieg an einem Samstag. Zweiter wurde Janis Martins Reisulis (LAT, Monster Energy Yamaha Factory MX2), gefolgt von Liam Everts (BEL, Nestaan Husqvarna Factory Racing).
Mehr als nur Rahmenprogramm
Für die Support-Klassen WMX (Frauen-Motocross-WM) und EMX250 (Europameisterschaft) standen am Samstag die ersten von zwei Wertungsläufe auf dem Programm. Bei den Damen jagte die Vorjahresweltmeisterin Lotte van Drunen aus den Niederlanden die von Beginn an führende Spanierin Daniela Guillen. Bei Rennmitte riss sie die Führung an sich, um wenig später zu stürzen und am Ende nur Vierte zu werden. So gewann die WM-Spitzenreiterin Daniela Guillem vor Kiara Fontanesi aus Italien und Courtney Duncan aus Neuseeland. Beste Deutsche wurde Larissa Papenmeier als Siebente.
Beim ersten Wertungslauf der EMX250 gelang dem Dänen Mads Fredsoe ein Start-Ziel-Sieg vor dem Niederländer Gyan Doensen und dem Australier Liam Owens.
Zwischenfazit der Vereinsführung
Bei Halbzeit des diesjährigen deutschen MX-Highlights zog auch der Clubchef Jens-Uwe Jahnke ein positives Zwischenfazit. So sagte er: „Wir können auf einen schönen ersten Renntag zurück blicken und sicherlich auf einen ebenso schönen zweiten voraus schauen. Der erste Tag war mit den vielen Fans einfach genial. Wir haben ja viele Tonnen sandigen Boden auf die Strecke gebracht, sodass die Verhältnisse optimal sind. Die internationale Jury und auch der Serienpromoter Infront Moto Racing haben alles nur einmal gelobt. Sie sehen auch jedes Jahr, wenn sie zu uns kommen, einen Entwicklungssprung und arbeiten mit unserem MSC sehr gern zusammen. Wenn sie nach Teutschenthal kommen ist es einfach so, dass wir aufschließen und loslegen. Dann ist alles gut. Das ist woanders in der Welt nicht so. Man kann sich auf uns verlassen, und dafür geben wir uns auch alle Mühe.“
Weitere Infos gibt es unter: www.mxgp-germany.de, www.msc-teutschenthal.deund/oder www.mxgp.com.
Text/Bild: Thorsten Horn