Sämtliche Zutaten für den MXGP of Germany am 30. und 31. Mai im Teutschenthaler „Talkessel“ beisammen

Das nächste bewegende Motocross-Fest auf der legendären Teutschenthaler „Talkessel“-Rennstrecke steht vor der Tür. Am kommenden Wochenende, dem 30. und 31. Mai, kämpfen beim diesjährigen LIQUI MOLY MXGP of Germany die weltbesten Motocross-Piloten und -Pilotinnen wieder um WM-Punkte. Dazu erwartet der Gastgeber MSC Teutschenthal wieder ein „volles Haus“. Zum siebenten der insgesamt 19 Läufe zur Motocross-Weltmeisterschaft 2026 werden nahezu ausnahmslos alle Top-Fahrer am Start sein. Zudem stellen sich etliche deutsche Vertreter und Vertreterinnen der besonderen Herausforderung.

Organisatorisch liegt der am kommenden Wochenende wieder gastgebende MSC Teutschenthal e. V. im ADAC auch wenige Tage vorm diesjährigen LIQUI MOLY MXGP of Germany am kommenden Samstag und Sonntag, dem 30. und 31. Mai 2026, wieder voll im Plan. Kein Wunder, richtet der rührige Verein auf seiner Talkessel genannten Rennstrecke bei Halle im Süden Sachsen-Anhalts in diesem Jahr bereits zum 30. Mal einen Lauf zur Solo-Motocross-Weltmeisterschaft aus. Zusammen mit dem Motocross of Nations 2013 und einem Lauf zur Motocross-Seitenwagen-WM ist man sogar durch insgesamt 32 Events mit dem weltweit höchsten Prädikat gestählt.

Das trifft auch auf einen Großteil der diesjährigen Akteure zu, denn große Namen sind wieder angekündigt, was auch auf der sportlichen Seite das nächste Motocross-Festival der Extraklasse verspricht. Endgültig kurz vorm Überkochen wird der Talkessel sein, wenn die sich zahlreich angekündigten deutschen Fahrer bzw. Fahrerinnen „performen“.

Duell des zukünftigen Weltmeisters (?) und des Rekord-GP-Siegers

Nach den ersten sechs Saisonläufen 2026 geht es in der gleich der Serie lautenden Premium-Klasse MXGP an der Tabellenspitze verdammt eng zu, sodass auch von daher für exquisite Spannung gesorgt ist.

Der Vize-Weltmeister der letzten beiden Jahre (2024 in der MX2 und 2025 in der MXGP), der Belgier Lucas Coenen vom Team Red Bull KTM Factory Racing, hat bis dato in den jeweiligen Quali-Rennen plus je zwei GP-Heats 286 Punkte auf sein Konto bringen können und damit lediglich deren zwei mehr als der aktuell Zweitplatzierte.

Dieser ist kein geringerer als der fünfmalige Weltmeister Jeffrey Herlings aus den Niederlanden. „The Bullet“ tritt nach vielen Jahren in der KTM-Familie in diesem Jahr für das Werksteam Honda HRC PETRONAS an. Der viermalige Teutschenthal- und auch Vorjahressieger hat in dieser Saison schon drei, und damit die Hälfte der bislang ausgetragenen Grand Prix gewonnen. Aktuell hält der Rekord-GP-Sieger bei 115 WM-Triumphen. Klar, dass er mit all diesen Referenzen auch am kommenden Wochenende ein ganz heißer Kandidat auf den Gesamtsieg in der großen WM-Klasse ist.

Der WM-Spitzenreiter (im Fach-Jargon auch Red-Plate-Holder genannt) Lucas Coenen hat 2026 zwei Saisonsiege für sich verbuchen können. Den „übrigen“ sicherte sich der ehemalig MX2-Weltmeister und Rückkehrer aus der US-Motocross-Szene Tom Vialle. Der Franzose ist in diesem Jahr der Teamkollege von Jeffrey Herlings im Team Honda HRC PETRONAS und liegt mit 219 Punkten derzeit auf Tabellenrang fünf.

Top-Klasse mit acht Weltmeistern

Vor ihm nehmen der zweifache und letztjährige MXGP-Weltmeister Romain Febvre und der ebenfalls fünffache Champion Tim Gajser die Tabellenplätze drei und vier ein. Der Franzose vom Kawasaki Racing Team MXGP und der Slowene in diesem Jahr neu in Diensten des Monster Energy Yamaha Factory MXGP Teams haben 231 bzw. 213 Zähler auf dem Zettel, womit klar ist, dass auch sie den Kampf um den WM-Titel längst nicht aufgegeben haben. Da ist Teutschenthal eine gute Gelegenheit, das Konto massiv aufzustocken.

Die weiteren Plätze nehmen derzeit Maxime Renaux (FRA, Monster Energy Yamaha Factory MXGP Team, MX2-Weltmeister 2021), Kay de Wolf (BEL, Nestaan Husqvarna Factory Racing, MX2-Weltmeister 2024), Ruben Fernandez (ESP, Honda HRC PETRONAS), Andrea Adamo (ITA, Red Bull KTM Factory Racing, MX2-Weltmeister 2023), Calvin Vlaanderen (NED, Red Bull Ducati Factory MXGP Team) und Pauls Jonass (LAT, Kawasaki Racing Team MXGP, MX2-Weltmeister 2017) ein.

Damit tummeln sich sage und schreibe acht mit einem oder mehreren WM-Titeln dekorierte Fahrer in der Top-Kategorie.

Deutscher Weltmeister tritt zur Titelverteidigung an

Dem gegenüber ist das MX2-Feld mit nur einem darin befindlichen Weltmeister eine etwas rare Angelegenheit. Doch die MX2-WM der bis zu 23-Jährigen mit 250-ccm-Viertakt-Motorrädern ist demzufolge die unmittelbare Vorstufe zur MXGP.

Dieser Weltmeister hat es aber aus deutscher Sicht in sich, denn der Franke Simon Längenfelder kam 2025 als erst dritter Deutscher nach den Thüringern Paul Friedrichs in den 1960er-Jahren und Ken Roczen 2011 zu höchsten Ehren. Er tritt in diesem Jahr wieder für das Team Red Bull KTM Factory Racing an, und zwar mit dem logischen Ziel der Titelverteidigung.

Derzeit führt der 22-Jährige das Klassement bereits wieder an und bekommt es gemäß der derzeitigen Tabellensituation in diesem Jahr beim Punktestand von 281 zu 273 vor allem mit seinem Teamkollegen Sasha Coenen zu tun. Er ist der Zwillingsbruder von Lucas Coenen, dem MXGP-Tabellenleader.

Neben diesen beiden muss man auch die derzeit hinter ihnen auf den Plätzen drei bis fünf klassierten Guillem Farres (ESP, Triumph Racing Factory Team), Liam Everts (BEL, Nestaan Husqvarna Factory Racing) und Camden Mc Lellan (RSA, Triumph Racing Factory Team) zum Favoritenkreis zählen. Mit einem etwas größeren Punkterückstand folgen im Ranking Mathis Valin (FRA, Kawasaki Racing Team MX2) und Janis Martins Reisulis (LAT, Monster Energy Yamaha Factory Racing MX2 Team).

Zahlreiche Deutsche nutzen Heim-GP per Wild Card

Wie jedes Jahr nutzen auch bei der nun bevorstehenden diesjährigen Ausgabe des MXGP of Germany zahlreiche deutsche Fahrer und Fahrerinnen die Möglichkeit, sich auf der ganz großen Motorsport-Bühne den Fans zu präsentieren und ihre Sponsoren zu vertreten.

In der MXGP sind das Maximilian Spies aus Ortrand mit der bei ihm ungewohnten Startnummer 55, Justin Trache (Chemnitz, # 90), Cato Nickel (Schwerin, # 131), Tom Koch (Wormstedt, # 226), Nico Koch (Braunschweig, # 260), Noah Ludwig (Aschersleben, # 300), Theo Praun (Füssen, # 328), Max Thunecke (Altmersleben, # 410), Peter König (Eberswalde, # 470), Brian Hsu (Cremona, # 781), Marco Fleissig (Illertissen, # 931) und Mark Scheu (Grabenstetten, # 991).

In der MX2 nehmen es Valentin Kees (Schwabniederhofen, # 170), Joshua Völker (Bad Liebenstein, # 290) und Jan Krug (Pulheim, # 511) mit den Weltbesten inklusive Simon Längenfelder auf.

In der Frauen-WM-Klasse WMX treten sage und schreibe 16 deutsche Damen an. Die größten Erfolgsaussichten von ihnen hat Larissa Papenmeier, die die letztjährige Saison als WM-Vierte abschließen und die 2024 den deutschen WM-Lauf gewinnen konnte.

Weitere Infos gibt es unter: www.mxgp-germany.de, www.msc-teutschenthal.de und/oder www.mxgp.com.

Text/Bild: Thorsten Horn